Airbus: 114 Lieferungen — 16% unter Vorjahr
28.04.2026 - 10:39:20 | boerse-global.de398 Nettobestellungen in einem Quartal — und trotzdem liefert Airbus so wenige Flugzeuge wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Der Widerspruch zwischen robuster Nachfrage und stockender Auslieferung prägt das erste Quartal 2026.
Pratt & Whitney bremst die Produktion
114 Maschinen hat Airbus im ersten Quartal ausgeliefert — 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und 30 Prozent unter dem bisherigen Q1-Rekord aus dem Jahr 2019. Der Hauptgrund ist bekannt: Triebwerke von Pratt & Whitney kommen nach Airbus-Angaben „sehr, sehr spät". Bei der A320neo-Familie sank die Auslieferungszahl von 106 auf 81 Maschinen. Das entspricht einem entgangenen Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro zu Listenpreisen.
Airbus hatte die Probleme seit Monaten öffentlich thematisiert und P&W vorgeworfen, vereinbarte Liefermengen nicht einzuhalten. Das Ergebnis ist nun in den Quartalsdaten ablesbar.
Boeing zieht vorübergehend vorbei
Ausgerechnet Boeing nutzt die Schwäche des europäischen Rivalen. Mit 143 ausgelieferten Maschinen übertraf der amerikanische Hersteller Airbus im ersten Quartal um 29 Flugzeuge — Boeings bestes Q1-Ergebnis im Narrowbody-Segment seit 2018. Für Airbus war es das schwächste Quartal seit mehr als zwei Jahrzehnten.
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Marktbeobachter werten Boeings Vorsprung als temporäres Phänomen. Sobald die Triebwerksengpässe bei P&W nachlassen, dürfte sich das Verhältnis wieder verschieben.
Umsatz unter Druck, Jahresziel im Blick
Analysten erwarteten für Q1 einen Umsatz von rund 12,4 Milliarden Euro — ein Rückgang von etwa acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben den geringeren Auslieferungsvolumina belasten ein ungünstigerer Produktmix und verschlechterte Devisensicherungskurse die Profitabilität. Stabiler zeigen sich die Sparten Defence & Space und Helicopters, die beide ein moderates Umsatzwachstum verzeichnen sollen.
Die entscheidende Frage für Investoren: Hält das Management an den Jahreszielen fest? Airbus peilt für 2026 rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro und einen Free Cashflow von rund 4,5 Milliarden Euro an. Die Guidance setzt voraus, dass keine zusätzlichen Störungen in der Lieferkette oder der Weltwirtschaft eintreten — und schließt bereits die Auswirkungen aktuell geltender Zölle ein.
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Analysten gespalten, Orderbuch stark
Das Analystenbild ist uneinheitlich. Goldman Sachs strich Airbus Anfang April von seiner europäischen Conviction List. Barclays-Analystin Milene Kerner hält hingegen an einem Kursziel von 220 Euro und einem Kaufvotum fest, gestützt auf Erwartungen weiterer Auslieferungssteigerungen bis 2027. J.P.-Morgan-Analyst David Perry sieht das Kursziel bei 225 Euro und verweist auf den strukturellen Nachfragerückhalt und den Auftragsbestand der A320-Familie als mehrjährige Umsatzsicherung.
Dieser Auftragsbestand umfasst rund 8.800 Maschinen. Allein im März kamen Bestellungen über 100 A320neo-Maschinen von AerCap, 101 von China Eastern und 25 von Juneyao Air hinzu. Das Fundament ist solide — ob Airbus die Jahresziele erreicht, hängt davon ab, wie schnell die Auslieferungsrate in der zweiten Jahreshälfte hochgefahren werden kann. Airbus präsentiert die vollständigen Quartalszahlen heute Abend um 19:30 Uhr MESZ.
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