AgiBot, Roboter

AgiBot bringt humanoide Roboter in Serie auf den US-Markt

07.01.2026 - 20:27:11

Der chinesische Roboterhersteller AgiBot tritt mit drei serienreifen Modellen und einer eigenen KI-Simulationsplattform auf den nordamerikanischen Markt und stellt damit etablierte Wettbewerber infrage.

AgiBot stellt mit 5.000 ausgelieferten Einheiten die Konkurrenz in den Schatten und startet mit einer kompletten Produktfamilie in Nordamerika durch. Der chinesische Roboterhersteller nutzte die CES 2026 in Las Vegas für seinen Markteintritt und präsentierte drei serienreife Systeme für Dienstleistung, Industrie und Forschung.

Vom Labor in die Lobby: Der A2 als Flaggschiff

Während viele Wettbewerber noch Prototypen zeigen, setzt AgiBot auf sofort einsatzfähige Hardware. Das Flaggschiff AgiBot A2 ist ein 1,69 Meter großer Serviceroboter für den Kundenkontakt. Er soll in Showrooms, als Guide oder an der Rezeption arbeiten. Kern der Technik ist eine proprietäre Architektur, die Fortbewegung, Manipulation und Interaktion in einem System vereint. Ausgestattet mit 360-Grad-LiDAR und KI-gestützter Spracherkennung kann der Roboter autonom komplexe Umgebungen navigieren und Konversationen führen.

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Drei Roboter, drei Welten

Statt eines Universallösung verfolgt AgiBot eine Segmentstrategie. Neben dem A2 für den Servicebereich stellte das Unternehmen zwei weitere Modelle vor:

  • Die X2-Serie ist ein kompakter, etwa 1,20 Meter großer Roboter für Bildung und Unterhaltung. Seine modulare Bauweise und offene APIs richten sich an Entwickler und Forschungseinrichtungen.
  • Die G2-Serie ist das Industriemodell für präzises Handeln und schweres Heben. Sie nutzt Reinforcement Learning, um sich flexibel an wechselnde Produktionsumgebungen anzupassen – ohne aufwändige Neuprogrammierung.

Software als Schlüssel: Die Trainingswelt „Genie Sim 3.0“

Die Hardware ist nur eine Seite der Medaille. Parallel zu den Robotern launchte AgiBot die Simulationsplattform „Genie Sim 3.0“, basierend auf NVIDIA Isaac Sim. Diese Software soll das Training der Roboter-KI revolutionieren. In der virtuellen Welt können die Systeme mit synthetischen Daten millionenfach Aufgaben lernen, bevor sie in der realen Welt ausgeführt werden. Experten sehen darin den entscheidenden Hebel, um ganze Roboterflotten in unterschiedlichsten Umgebungen skalieren zu können – von der geordneten Fabrikhalle bis zum unberechenbaren öffentlichen Raum.

Markt im Wandel: Serienproduktion als Trumpfkarte

Der Vorstoß von AgiBot trifft einen Markt im Umbruch. 2026 könnte das Jahr werden, in dem humanoide Roboter die Phase der Labor-Videos hinter sich lassen und in den praktischen Einsatz gehen. Mit der Angabe von 5.000 weltweit ausgelieferten Einheiten inszeniert sich das chinesische Unternehmen bewusst als serienreifer und skalierbarer Hersteller. Damit stellt es etablierte westliche Player wie Tesla oder Boston Dynamics direkt infrage.

Kann AgiBot diesen Vorsprung auch in Qualität und Service übersetzen? Die Expansion in Nordamerika wird zum Lackmustest. Die Fähigkeit, US-Kunden mit Wartung, Support und Software-Integration zu versorgen, wird über den langfristigen Erfolg entscheiden. Wenn die A2-Modelle bald in Hotels, Museen und Unternehmenslobbys stehen, wird sich zeigen, ob die versprochene „verkörperte Intelligenz“ auch eine messbare Rendite für amerikanische Unternehmen bringt.

@ boerse-global.de