AeroVironment Aktie: Space Force stoppt SCAR-Auftrag
10.06.2026 - 11:04:55 | boerse-global.de
Der US-Rüstungskonzern AeroVironment hat ein Problem. Gleich mehrere Anwaltskanzleien haben Anleger auf eine Sammelklage aufmerksam gemacht. Es geht um einen 1,7 Milliarden Dollar schweren Space-Force-Auftrag – und um die Frage, ob das Management Anleger getäuscht hat.
Die Klage bezieht sich auf den Zeitraum zwischen Juni 2025 und März 2026. Aktionäre werfen der Führung vor, das Risiko einer Neuausschreibung des SCAR-Programms (Small Cargo Aircraft/Resupply) nicht offen kommuniziert zu haben. Die Frist, um als „Lead Plaintiff“ aufzutreten, endet am 27. Juli 2026.
Schockwellen im Januar
Die Geschichte ist schnell erzählt. Am 20. Januar 2026 erteilte die Space Force einen „Stop-Work-Order“. Die Aktie brach auf einen Schlag um 15,8 Prozent ein. Im März folgte der nächste Schlag. Nach Berichten über eine Neuausschreibung des Programms fiel der Kurs um weitere 17,4 Prozent.
Das Ende: Der Auftrag wurde komplett gestrichen. Die Folgen für die Jahresbilanz sind heftig. AeroVironment verbuchte im dritten Quartal einen operativen Verlust von 179 Millionen Dollar. Allein der Goodwill-Abschlag lag bei 151,3 Millionen Dollar.
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Kein Wunder, dass die Aktie massiv unter Druck steht. Sie notiert aktuell bei 152,95 Euro und damit 56,8 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 354,30 Euro. Immerhin: rund 15 Prozent über dem Jahrestief von 133,05 Euro liegt der Kurs noch.
Neue Aufträge als Hoffnungsschimmer
Trotz des verlorenen Großauftrags macht der Konzern weiter. Er sicherte sich neue Verträge mit dem Air Force Research Laboratory. Zudem baut das Unternehmen seine Fertigung an mehreren Standorten aus – unter anderem in Ohio, Alabama und New Mexico. Allein in Huntsville, Alabama, fließen 20,2 Millionen Dollar in eine neue Produktionsstätte.
Die Analysten von Jefferies halten an ihrem „Kaufen“-Rating fest. Sie sehen Potenzial in den unbemannten Flugsystemen und der Abwehr von Drohnen.
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Ob sich die Kurse erholen, hängt maßgeblich vom Ausgang des Verfahrens ab. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, die den gesamten Rüstungssektor belasten. Die nächste wichtige Marke: der 27. Juli. Dann läuft die Frist für Kläger ab.
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