Adtran FSP 3000: modulare Glasfaser-Plattform für Carrier-Netze
13.06.2026 - 07:19:38 | ad-hoc-news.de
Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Vor der Veroeffentlichung am 13.06.2026, 07:18:58 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Mit der FSP-3000-Plattform adressiert Adtran Networks den Kernmarkt der optischen Übertragung für Carrier, Stadtwerke und große Unternehmen. Die modular aufgebaute Glasfaser-Lösung bündelt WDM- und OTN-Technik in einer Plattform, die auf hohe Portdichte, niedrige Latenzen und energieeffizienten Betrieb ausgelegt ist. Nach der Übernahme des ehemaligen Adva-Geschäfts ist die FSP-3000-Reihe eines der zentralen Transportprodukte im Portfolio des Konzerns.
Was die Adtran FSP 3000 technisch auszeichnet
Die FSP 3000 ist als skalierbare WDM-Plattform konzipiert, die sowohl CWDM- als auch DWDM-Übertragung unterstützt und Datenraten von 1G bis über 400G pro Wellenlänge ermöglicht. Je nach Line Card und Konfiguration lassen sich damit transportierte Kapazitäten im Terabit-Bereich pro Glasfaserstrang realisieren, was insbesondere für 5G-Backhaul, Rechenzentrumsvernetzung und Metro-Core-Netze relevant ist.
Zentrales Merkmal der Plattform ist der modulare Shelf-Aufbau, bei dem Netzbetreiber je nach Standort unterschiedliche Chassis-Größen und Kartenausstattungen kombinieren können. Die Palette reicht von kompakten Bauformen für Edge-Standorte bis hin zu großen Chassis mit hoher Slotzahl für zentrale Knotenpunkte, wodurch sich Investitionen schrittweise nach Bedarf skalieren lassen.
Technisch unterstützt die FSP-3000-Familie neben reinen Transponding- und Muxponding-Funktionen auch Reconfigurable Optical Add-Drop Multiplexer (ROADM), mit denen sich Wellenlängen dynamisch schalten und rerouten lassen. In Kombination mit Software-gestützter Planung und Überwachung können Betreiber so Auslastung und Pfadführung im Netz deutlich flexibler steuern als bei statischen optischen Systemen.
Im Hinblick auf Energieeffizienz setzt Adtran laut Produktunterlagen auf stromsparende Komponenten und optimierte Kühlkonzepte, um die Leistungsaufnahme pro transportiertem Bit zu senken. Gerade bei großen Carrier-Standorten und in Colocation-Rechenzentren zählt der Energiebedarf der Übertragungstechnik inzwischen zu den maßgeblichen Betriebskostenfaktoren.
Ein weiterer Punkt ist die Unterstützung unterschiedlicher Client-Schnittstellen von klassischem Ethernet über Fibre Channel bis zu SDH/SONET-Altdiensten. Damit eignet sich die Plattform nicht nur für neue IP- und Cloud-Workloads, sondern kann auch bestehende Legacy-Dienste transportieren, was die Migration hin zu modernerer Infrastruktur wirtschaftlich erleichtert.
Einsatzfelder und Rolle im Adtran-Portfolio
Die FSP 3000 zielt auf Netzbetreiber, Energieversorger mit eigener Glasfaser, Carrier-nahe Stadtwerke sowie Großunternehmen mit weitverzweigten Standorten. Typische Einsatzszenarien sind Metro- und Regionalnetze, Verbindungen zwischen Rechenzentren, Mobilfunk-Backhaul sowie hochverfügbare Unternehmensverbindungen mit strengen SLA-Anforderungen.
Im Zusammenspiel mit dem übrigen Adtran-Portfolio lässt sich die Plattform in End-to-End-Lösungen von der Zugangs- bis zur Core-Ebene einbinden. Während Adtran im Access-Bereich etwa mit PON- und Ethernet-Lösungen präsent ist, bildet die FSP 3000 die optische Transportebene, über die sich die gebündelten Datenströme verschiedener Dienste zum Core und in die Cloud führen lassen.
Besonders im Kontext steigender Cloud-Nutzung und wachsender 5G-Datenmengen gewinnt die optische Transportebene an Bedeutung. Die Möglichkeit, Bandbreiten flexibel zu skalieren und erforderlichenfalls zusätzliche Wellenlängen aufzuschalten, reduziert das Risiko, Kapazitätsgrenzen frühzeitig zu erreichen. In Projekten mit kommunalen Netzbetreibern und alternativen Carriern dient die Plattform daher häufig als technisches Rückgrat neuer Glasfaserangebote.
Für Adtran Networks hat die FSP-3000-Familie strategisches Gewicht, weil sie an einem margenstarken Punkt der Wertschöpfungskette ansetzt und auf langlaufenden Betriebs- und Serviceverträgen aufbauen kann. Netzbetreiber planen optische Transportinfrastruktur oftmals mit Laufzeiten von zehn Jahren und mehr, wodurch jede erfolgreiche Installation langfristige Wartungsumsätze und potenzielle Erweiterungen nach sich ziehen kann.
Die Aktie von Adtran Networks (DE000A14U784) notiert auf Xetra; aktuelle Kursinformationen stellt das Unternehmen unter anderem über die Investor-Relations-Seite bereit.
Adtran FSP 3000 im Kurzüberblick
- Produkt: Adtran FSP 3000
- Hersteller: Adtran Networks
- Kategorie: B2B-Glasfaser-Transportplattform
- Markteinfuehrung: FSP-3000-Familie seit mehreren Jahren im Carrier-Einsatz
- UVP / Preis: projekt- und konfigurationsabhängig, typischerweise als Systemlösung angeboten
- Verfuegbarkeit: über Adtran-Vertrieb und spezialisierte Systemintegratoren, auch im deutschsprachigen Raum
- Zielgruppe: Carrier, Stadtwerke, Energieversorger und Großunternehmen mit eigenen Glasfasernetzen
- Besonderheit / USP: hohe optische Kapazität pro Faser, modulare ROADM- und OTN-Funktionen sowie breite Schnittstellenunterstützung
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