Adobe und Foxit treiben die digitale Dokumenten-Revolution voran
04.02.2026 - 13:55:12Die Welt der PDF-Tools wird intelligent: Während Adobe Workflows automatisiert, schließt Foxit kritische Sicherheitslücken – und Open-Source-Software holt auf.
Berlin – Die digitale Dokumentenverwaltung steht vor einem Wendepunkt. Gleich mehrere große Anbieter haben diese Woche wegweisende Updates veröffentlicht, die auf zwei zentrale Themen setzen: Workflow-Automatisierung und Cloud-Sicherheit. Die gleichzeitigen Ankündigungen von Branchengrößen wie Adobe und Foxit unterstreichen den Spagat zwischen Innovation und Schutz im modernen digitalen Arbeitsumfeld.
Adobe Acrobat Sign: Vertrags-Workflows im Turbo-Modus
Am 3. Februar brachte Adobe ein Major-Update für seine E-Signatur-Plattform Acrobat Sign (v17.0) heraus. Der Fokus liegt klar auf der Beschleunigung von Geschäftsprozessen durch eine tiefere Integration mit Microsoft Power Automate. Aus Sicht des Unternehmens ist dies ein entscheidender Schritt für mehr Agilität in großen Organisationen.
Kern des Updates sind sogenannte „Custom Send Workflows“. Diese ermöglichen es Administratoren, den Unterzeichnungsprozess exakt auf die Bedürfnisse einzelner Abteilungen zuzuschneiden. Die neuen Workflows können automatisch Aktionen in verbundenen Systemen auslösen – ein großer Schritt zur Reduzierung manueller, repetitiver Aufgaben.
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Praktisch wird es auch bei Web-Formularen: Diese lassen sich nun dynamisch in der Größe anpassen, ausblenden oder wieder einblenden. Das sorgt für ein besseres Nutzererlebnis, besonders auf Mobilgeräten. Zusätzlich sollen wiederverwendbare Vorlagen für Dokumente aus der Bibliothek die Kommunikation in großen Teams standardisieren.
Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Administratoren erhalten eine fein granulare Kontrolle über IP-Restriktionen für API-Clients. So kann der Datenverkehr von mobilen Apps klar von dem zertifizierter Integrationen unterschieden werden, was die Sicherheitsprotokolle bei Remote-Zugriffen stärkt.
Parallel rollte Adobe ein geplantes Update für Acrobat und Acrobat Reader (v25.001.211xx) aus. Dieses behebt Performance-Probleme und bereitet die Desktop-Software auf eine engere Synchronisation mit den neuen Cloud-Funktionen von Acrobat Sign vor.
Foxit schließt kritische Lücken in der Cloud
Während Adobe Features ausbaut, konzentrierte sich Foxit Software auf die Absicherung seiner Cloud-Infrastruktur. Am 3. und 4. Februar veröffentlichte das Unternehmen dringende Sicherheits-Patches für den Foxit PDF Editor Cloud und Foxit eSign.
Die Schwachstellen mit den Kennungen CVE-2026-1591 und CVE-2026-1592 sind kritische Cross-Site-Scripting (XSS)-Lücken. Sie entstanden durch unzureichende Eingabevalidierung in der „Dateianhänge“-Liste und dem „Ebenen“-Panel des Online-Editors. Hätten Angreifer diese Lücken ausgenutzt, hätten sie beliebigen JavaScript-Code im Browser des Opfers ausführen können – vorausgesetzt, der Nutzer interagierte mit einer manipulierten PDF-Datei.
Foxit betont, dass die Patches für alle Cloud-Nutzer automatisch bereitgestellt wurden. Kunden, die den browserbasierten Editor nutzen, mussten nichts manuell tun. Unternehmen, die selbst gehostete Versionen oder Desktop-Clients einsetzen, sollten jedoch prüfen, ob sie die aktuellsten Versionen installiert haben.
Die schnelle Reaktion kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Sicherheitsforscher warnen vor zunehmenden Angriffen auf PDF-Tools. So machte am 3. Februar eine neue Variante der Schadsoftware „PDFly“ von sich reden, die mit speziellen PyInstaller-Skripten die Erkennung umgeht und Zugangsdaten von kompromittierten Systemen stiehlt.
Open Source holt auf: GNOME Papers bekommt Annotationen
Abseits der kommerziellen Giganten meldet sich auch die Open-Source-Community zu Wort. Am 4. Februar kündigte das Entwicklungsteam hinter Papers, dem Dokumentenbetrachter für die GNOME-Desktopumgebung, lang erwartete Annotationswerkzeuge in den Nightly-Builds an.
Die neuen Tools ermöglichen es Nutzern, handschriftliche und Text-Anmerkungen direkt in PDF-Dokumente einzufügen. Diese Funktionalität baut auf Updates der zugrundeliegenden poppler-Rendering-Bibliothek auf und modernisiert das Linux-Dokumentenmanagement erheblich.
Das ist besonders für Linux-basierte Organisationen und Bildungseinrichtungen relevant, da es die Abhängigkeit von proprietärer Software für einfache Dokumentenmarkierungen verringert. Die Features sollen in das kommende GNOME 50-Release im März 2026 einfließen, das die Standard-Desktopumgebung für die nächste Generation von Linux-Distributionen wie Ubuntu 26.04 LTS werden wird.
Vom statischen Blatt zum intelligenten Interface
Die Entwicklungen der Woche spiegeln einen breiteren Trend wider: Das PDF wandelt sich vom statischen „digitalen Papier“ zu einem aktiven, intelligenten Interface.
Adobes Integration von Power Automate in Acrobat Sign weist auf eine Zukunft hin, in der das PDF nicht nur ein Endrecord, sondern ein Auslöser für Geschäftslogik ist. Die Sicherheitsherausforderungen bei Foxit zeigen gleichzeitig die Risiken, die entstehen, wenn diese mächtigen Editier-Tools in den Browser verlagert werden.
Analysten verweisen zudem auf die wachsende Rolle von KI in diesem Sektor. Nach dem Start von „Acrobat Studio“ Ende 2025, das KI-gestützte Dokumentenanalyse einführte, versuchen Konkurrenten, ähnliche Fähigkeiten zu integrieren. Doch wie die Foxit-Patches beweisen, bleibt die grundlegende Sicherheit der Editierumgebung eine Voraussetzung für den Erfolg dieser fortschrittlichen Features.
Für IT-Administratoren bedeutet das eine weitere Beschleunigung der Update-Zyklen. Im ersten Quartal 2026 wird der Fokus voraussichtlich auf der Stabilisierung dieser Cloud-Plattformen gegen neuartige XSS- und Injection-Angriffe liegen. Für Anwender entsteht ein mächtigeres, aber auch komplexeres Werkzeug-Set – das mehr technisches Know-how und wachsames Sicherheitsbewusstsein erfordert.
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