Adipositas-Tag, Kinder

Adipositas-Tag: Politik muss Kinder vor Übergewicht schützen

07.02.2026 - 08:04:12

Führende Wissenschaftler drängen auf politische Maßnahmen wie eine Zuckersteuer und Werbeverbote, um die steigenden Adipositas-Raten bei Kindern zu bekämpfen.

Führende Gesundheitsorganisationen fordern zum Adipositas-Tag 2026 verbindliche Gesetze gegen Übergewicht bei Kindern. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und andere Experten drängen auf eine radikale Neuausrichtung der Gesundheitspolitik. Ihr Appell: Nicht länger die Eigenverantwortung der Familien, sondern gesetzliche Rahmenbedingungen müssen im Mittelpunkt stehen.

Jedes sechste Kind ist betroffen

Die Zahlen geben keinen Anlass zur Entwarnung. Fast jedes sechste Kind in Deutschland zwischen 3 und 17 Jahren leidet unter Übergewicht oder Adipositas. Daten des Robert Koch-Instituts zeigen ein klares Bild:
* Die Prävalenz steigt mit dem Alter der Kinder.
* Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind besonders stark betroffen.
* Die Folgeerkrankungen reichen von Diabetes über Herz-Kreislauf-Probleme bis hin zu Depressionen.

Trotz aller Aufklärungskampagnen verharren die Raten auf einem alarmierend hohen Niveau. Experten warnen vor einer drohenden Gesundheitskrise mit immensen volkswirtschaftlichen Kosten.

Drei Forderungen an die Politik

Die Stagnation zwingt zum Umdenken. Ein Bündel struktureller Maßnahmen soll die Lebenswelten von Kindern gesünder gestalten. Konkret fordern Mediziner und Verbände:

  • Eine Zuckersteuer nach WHO-Empfehlung, wie sie in anderen Ländern bereits wirkt.
  • Ein striktes Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, die an Kinder gerichtet sind.
  • Verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen.
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„Ohne entschlossenes politisches Handeln wird sich nichts ändern“, lautet der einhellige Tenor der Fachleute. Die Leopoldina unterstützt diese Forderungen in einem aktuellen Positionspapier.

Digitale Hilfe und erfolgreiche Prävention

Während die Politik diskutiert, schreitet die Entwicklung konkreter Hilfsangebote voran. Am Universitätsklinikum Ulm entsteht die digitale Plattform „Leben mit Adipositas“. Sie soll bis Mai 2026 betroffene Jugendliche, Eltern und Fachkräfte mit Informationen versorgen.

Dass Prävention wirken kann, beweist das österreichische проект EDDY. Durch gezielte Schulungen an Volksschulen verbesserte sich die Lebensqualität der Kinder, der Blutdruck sank. Auch das Bundesgesundheitsministerium setzt seit 2024 einen Förderschwerpunkt auf Bewegungsförderung. Diese Projekte zeigen: Gezielte Interventionen funktionieren – sie müssen nur flächendeckend ankommen.

Neue Medikamente, alte Hürden

In der Therapie gibt es medizinische Fortschritte. Neue Wirkstoffklassen wie die Inkretinmimetika – umgangssprachlich „Abnehmspritzen“ – zeigen eine hohe Wirksamkeit. Fachleute sehen darin ein enormes Potenzial, die Gesundheitsrisiken von starkem Übergewicht zu reduzieren.

Doch in Deutschland blockiert der Gesetzgeber den breiten Zugang. Die Arzneimittel werden als Lifestyle-Produkte eingestuft. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Für viele Familien sind die mehrere hundert Euro teuren Medikamente unerschwinglich. Eine Debatte über die medizinische Notwendigkeit und Erstattungsfähigkeit ist entbrannt.

Systemwechsel statt Appelle an den Einzelnen

Die Wissenschaft vollzieht einen Paradigmenwechsel. Der Fokus liegt nicht mehr auf der Verhaltensprävention („Iss mehr Gemüse!“), sondern auf der Verhältnisprävention. Die Erkenntnis: Individuelle Anstrengungen scheitern oft an einem Umfeld, das ungesunde Entscheidungen vereinfacht.

Die ökonomischen Argumente sind erdrückend. Die Folgekosten von Übergewicht werden auf bis zu 113 Milliarden Euro jährlich geschätzt – das sind rund drei Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig betont die Krebsprävention: Ein gesundes Körpergewicht ist eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Tumore.

Die entscheidende Frage für 2026 lautet: Nimmt die Politik die wissenschaftlichen Empfehlungen endlich ernst und schafft verbindliche Gesetze? Von der Antwort hängt ab, ob der besorgniserregende Trend bei der Kindergesundheit gestoppt werden kann.

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