Adidas-Aktie nach Zahlen und Ausblick: Kommt jetzt der nächste Kurssprung?
24.02.2026 - 11:00:27 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Adidas meldet operative Verbesserungen, einen klaren Turnaround beim Gewinn und einen optimistischeren Ausblick – der Markt hat bereits viel gefeiert, aber noch nicht alles eingepreist. Für deutsche Anleger stellt sich jetzt die entscheidende Frage: reicht das Momentum für die nächste Kursstufe – oder droht eine Verschnaufpause?
Was Sie jetzt wissen müssen: Die Aktie der Adidas AG gehört 2025/26 zu den spannendsten Turnaround-Stories im DAX. Doch steigende Erwartungen, der intensive Wettbewerb mit Nike, Puma & Co. sowie die Konsumflaute in Teilen Europas machen die Bewertung anspruchsvoll.
Offizieller Investor?Bereich von Adidas – Kennzahlen, Berichte, Präsentationen
Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
Die Adidas-Aktie (ISIN DE000A1EWWW0) hat sich in den letzten Quartalen deutlich von ihren Tiefstständen erholt. Der Markt honoriert vor allem den konsequenten Strategiewechsel, die Bereinigung von Problemfeldern im Produktportfolio und eine striktere Kostenkontrolle.
Jüngste Quartalszahlen zeigten steigende Umsätze in wichtigen Kernmärkten, eine Verbesserung der Bruttomarge und wieder deutlich positive Gewinne nach der schwierigen Phase mit hohen Lagerbeständen und Sonderbelastungen. Vor allem der nordamerikanische und der westeuropäische Markt trugen zum Aufschwung bei, während China weiter Schritt für Schritt zurückkommt.
Für Anleger in Deutschland ist vor allem die Rolle im DAX entscheidend: Adidas zählt zu den schwergewichtigen Konsumtiteln im Leitindex. Positive Überraschungen bei Umsatz und Marge schlagen damit direkt auf DAX-Indizes, ETFs und viele deutsche Misch- und Aktienfonds durch, die die Aktie im Portfolio halten.
Mehrere Faktoren bestimmen aktuell den Kursverlauf:
- Turnaround-Story: Nach einem schwierigen Jahr mit Gewinnwarnungen und hohen Abschreibungen auf nicht mehr zeitgemäße Kollektionen setzt Adidas wieder auf Wachstums- und Innovationsoffensiven.
- Marge im Fokus: Preiserhöhungen, ein besseres Produktmix (mehr hochpreisige Performance- und Lifestyle-Artikel) und weniger Rabattaktionen stützen die Profitabilität.
- Regionale Erholung: Europäische Konsumenten zeigen sich robuster als befürchtet, während China vom niedrigen Niveau aus zulegt.
- Währungseffekte: Ein schwächerer Euro kann die in US-Dollar oder anderen Währungen erzielten Umsätze in der Bilanz optisch verbessern – ein Faktor, den deutsche Anleger im Blick behalten sollten.
Gleichzeitig bleibt die Lage anspruchsvoll: Der globale Sportartikelmarkt ist hart umkämpft, Nike, Puma, New Balance und zahlreiche Direktmarken drängen mit aggressivem Marketing. Für Adidas wird es entscheidend sein, sich klar in wenigen Kategorien zu positionieren, anstatt alles für alle zu sein.
Besonders aufmerksam verfolgt der Markt die Entwicklung im wichtigen Lifestyle- und Sneaker-Segment: Limitierte Drops, Kooperationen mit Designern und Künstlern sowie starke Retail-Partner können für zusätzliche Nachfrage-Impulse sorgen – aber der Hype-Markt ist volatil und stark von Social-Media-Trends abhängig.
Für deutsche Privatanleger spielt auch die Dividendenpolitik eine wichtige Rolle. Nach der schwierigen Phase mit gekürzten Ausschüttungen und hohem Investitionsbedarf für den Neustart achtet der Markt sehr genau auf Signale zu stabilen oder wachsenden Dividenden. Eine verlässliche, moderat steigende Ausschüttung kann die Aktie für langfristig orientierte Anleger attraktiver machen, gerade in einem Umfeld, in dem viele Investoren wieder stärker zwischen Wachstums- und Qualitätswerten differenzieren.
Auf der Bewertungsseite ist klar: Die Adidas-Aktie ist keine klassische Schnäppchen-Story mehr. Der Markt preist bereits einen wesentlichen Teil der Turnaround-Erfolge ein. Das bedeutet: Neue Kursfantasie entsteht vor allem dann, wenn Adidas die eigenen Ziele übertrifft oder der Ausblick nochmals angehoben wird.
Damit steigt die Fallhöhe bei Enttäuschungen. Verfehlt Adidas in einem der kommenden Quartale die Markterwartungen – etwa bei Umsatzwachstum, Margen oder im wichtigen China-Geschäft –, könnte der Kurs deutlich korrigieren. Für Trader eröffnet das Chancen, für langfristige Anleger ist es vor allem ein Hinweis, die Positionierung im Depot bewusst zu wählen und nicht „blind“ der Rally hinterherzulaufen.
Für Anleger in Deutschland sind zudem steuerliche und strukturelle Aspekte relevant:
- Adidas als DAX-Titel ist voll in deutschen Standard-ETF-Produkten enthalten – wer in DAX-ETFs oder Deutschland-Fonds investiert, ist meist ohnehin indirekt engagiert.
- Einzelaktien-Investments in Adidas unterliegen der Abgeltungsteuer auf Kursgewinne und Dividenden; steuerliche Verlustverrechnung kann bei kurzfristigen Strategien eine Rolle spielen.
- Institutionelle Investoren in Deutschland – von Versicherern bis zu Pensionskassen – nutzen Adidas häufig als Kernbaustein im Segment „Konsum zyklisch / Markenwerte“; ihr Zu- oder Abbau kann den Kurs zusätzlich bewegen.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Die Analystenlandschaft zur Adidas-Aktie zeigt ein gemischtes, aber tendenziell positives Bild. Viele Häuser sehen Adidas als klaren Turnaround-Wert mit weiterem Potenzial, allerdings bei zunehmender Bewertungsanspannung.
Typische Muster in den aktuellen Studien großer Investmentbanken und Research-Häuser:
- Goldman Sachs & Co.: Stufen die Aktie überwiegend auf „Buy“ oder „Overweight“, mit Kurszielen, die über dem aktuellen Marktpreis liegen. Begründung: steigende Margen, attraktives Markenprofil, Nachholpotenzial im Vergleich zu Nike.
- Deutsche Bank, Commerzbank, Berenberg, HSBC u.a.: Häufig Einstufung „Halten“ bis „Kaufen“, mit differenzierter Sicht: Während einige Häuser die starke Kursentwicklung bereits teilweise als ausgereizt ansehen, verweisen andere auf das weiter steigende Gewinnniveau in den kommenden Jahren.
- Vorsichtigere Stimmen: Einige Analysten warnen, dass Adidas in China und Teilen Europas noch nicht zur alten Stärke zurückgekehrt sei und dass hohe Erwartungen bei Lifestyle-Kooperationen (Sneaker-Drops, Influencer-Kampagnen) Enttäuschungspotenzial bergen.
Über alle Institute hinweg ergibt sich häufig ein Bild, das man grob so skizzieren kann:
- Mehrheitliche Einstufung: leicht positiv (zwischen „Halten“ und „Kaufen“ mit Tendenz zu „Kaufen“).
- Kursziele: Im Schnitt etwas über dem aktuellen Kurs, was auf moderates Aufwärtspotenzial hindeutet – allerdings ohne Garantie und mit klaren Risikohinweisen.
- Gewinnschätzungen: Viele Modelle unterstellen in den nächsten Jahren ein solides, aber nicht übertriebenes Umsatzwachstum und eine graduell steigende operative Marge.
Für Sie als deutsche Anlegerin oder deutscher Anleger bedeutet das: Die Profis sehen Adidas im DAX-Universum weiterhin als attraktiven Qualitätswert mit Turnaround-Komponente, aber nicht mehr als krassen Underperformer mit riesigem Nachholpotenzial wie noch auf den Tiefständen. Wer einsteigt, sollte sich über das Verhältnis von Chance und Bewertung im Klaren sein.
Ein strukturierter Blick kann helfen, die eigene Entscheidung zu schärfen:
- Pro Adidas-Aktie: Starke Marke, globales Vertriebsnetz, wieder anziehende Profitabilität, mögliche Dividendensteigerungen, solide Bilanz.
- Contra Adidas-Aktie: Zyklischer Konsumwert, hoher Wettbewerbsdruck, teils anspruchsvolle Bewertung, Risiko von Modetrends und Fehlschlägen bei Produktlaunches.
- Neutral: Währungs- und Makrorisiken (Zinsen, Konsumlaune, geopolitische Spannungen) betreffen die gesamte Branche.
Ob Sie als deutsche/r Privatanleger/in jetzt einsteigen, auf Rücksetzer warten oder Gewinne sichern, hängt daher von Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Für langfristig orientierte Investoren mit Fokus auf starke Marken und globale Konsumtrends kann Adidas ein Baustein sein – idealerweise eingebettet in ein breiter diversifiziertes Aktienportfolio.
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Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Anlageberatung. Entscheidungen zu Wertpapieren wie der Adidas AG sollten Sie auf Basis Ihrer eigenen Recherche und – falls nötig – mit Unterstützung eines unabhängigen Finanzberaters treffen.
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