Adidas, Aktie

Adidas Aktie: BofA hebt Kursziel auf 172 Euro

29.05.2026 - 21:08:09 | boerse-global.de

Bank of America revidiert ihre pessimistische Haltung zu Adidas und stuft die Aktie auf Neutral hoch. Das Kursziel wird angehoben.

Commerzbank's Two-Front War: Regulator Slams Berlin as Stand-Alone Profit Plan Buoys Defense - Foto: über boerse-global.de
Commerzbank's Two-Front War: Regulator Slams Berlin as Stand-Alone Profit Plan Buoys Defense - Foto: über boerse-global.de

Bank of America zieht bei Adidas die Bremse ihrer Skepsis. Nach der harten Abstufung zu Jahresbeginn stuft die US-Bank den DAX-Konzern nun wieder neutral ein. Das ist keine Euphorie. Aber es ist ein klares Signal: Das Risiko einer weiteren Enttäuschung wird kleiner eingeschätzt.

Der Timing-Effekt ist wichtig. Adidas kommt operativ besser durch das Jahr als viele befürchtet hatten, während die Fußball-WM in Nordamerika zusätzliche Fantasie liefert. Kein Wunder, dass der Markt genauer hinschaut.

BofA nimmt den Pessimismus zurück

Bank of America hob Adidas am 28. Mai 2026 von „Underperform“ auf „Neutral“ an und erhöhte das Kursziel auf 172 Euro nach zuvor 145 Euro. Analyst Thierry Cota begründet den Schritt mit mehr Vertrauen in die Ergebnisentwicklung und die Markendynamik in den Kernmärkten.

Das ist eine bemerkenswerte Korrektur. Im Januar hatte die Bank Adidas noch ungewöhnlich scharf von „Buy“ auf „Underperform“ abgestuft. Damals standen verlangsamtes Wachstum und härterer Wettbewerb im Vordergrund.

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Nun verschiebt sich die Lesart. BofA erwartet weiterhin keinen kräftigen Durchmarsch, rechnet aber mit einem langsameren Wachstumsrückgang als bislang angenommen. Neutral heißt hier: weniger Gegenwind, aber noch kein Freifahrtschein.

Die Aktie notiert aktuell bei 168,05 Euro und liegt am Tag leicht mit 0,27 Prozent im Minus. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 7,86 Prozent.

Der jüngste Lauf passt zur Neubewertung. Über einen Monat gewann der Titel 12,90 Prozent, während auf Jahressicht noch ein Minus von 23,54 Prozent steht. Die Erholung ist also sichtbar, der Schaden aus den vergangenen Monaten aber nicht ausradiert.

Q1 liefert die Basis

Die operative Entwicklung gibt der Hochstufung Rückenwind. Adidas steigerte den währungsbereinigten Umsatz im ersten Quartal um 14 Prozent auf 6,59 Milliarden Euro nach 6,15 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der negative Währungseffekt drückte dabei spürbar. Umso wichtiger ist, dass die Kernmarke weiter Dynamik zeigt und nicht nur über Preise oder Einmaleffekte trägt.

Auch beim Gewinn zeigte sich Adidas stabiler. Das operative Ergebnis stieg um 16 Prozent auf 705 Millionen Euro.

Die operative Marge verbesserte sich auf 10,7 Prozent, der Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten erreichte 484 Millionen Euro. Damit wirkt die Jahresprognose weniger ambitioniert als noch zu Jahresbeginn.

Besonders stark lief Bekleidung mit einem währungsbereinigten Plus von 31 Prozent. Schuhe legten um 4 Prozent zu, Zubehör um 13 Prozent. Das Bild ist nicht perfekt, aber breiter abgestützt als in schwächeren Phasen.

WM liefert den nächsten Test

Zur besseren Stimmung kommt der Sportkalender. Die Fußball-WM in Nordamerika ist für Adidas mehr als ein Marketingtermin, weil der Konzern dort seit Jahren gegen Nike Boden gutmachen will.

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Adidas stellt den offiziellen Spielball und rüstet 14 Nationalteams aus. Erstmals seit 1990 erscheint das Trefoil-Logo wieder auf WM-Trikots, konkret auf den Auswärtstrikots von 25 Partnerverbänden.

Der DFB spielt dabei eine besondere Rolle. Das kommende Turnier markiert das letzte Adidas-Trikot vor dem Wechsel zu Nike. Das kann zusätzliche Nachfrage schaffen, vor allem im margenstarken Lifestyle-Geschäft.

Händler rechnen bereits mit Rückenwind. Sport 2000 erwartet im Teamsport erfahrungsgemäß rund 10 Prozent mehr Umsatz, Intersport stellt sich bei DFB-Trikots auf ähnlich hohe Stückzahlen wie 2024 ein.

Für das Gesamtjahr peilt Adidas weiter ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich an. Belastungen durch US-Zölle und Währungen von rund 400 Millionen Euro sind eingeplant, der operative Gewinn soll bei etwa 2,3 Milliarden Euro liegen. Hält Adidas diese Linie, wirkt die BofA-Kehrtwende weniger wie ein Stimmungswechsel und mehr wie eine nachgezogene Neubewertung der Fundamentaldaten.

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