Adidas Aktie: 1,5 Milliarden Euro WM-Umsatz
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 04:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sportartikelhersteller erwartet nach eigenen Angaben WM-bezogene Umsätze von rund 1,5 Milliarden Euro und erreicht damit das obere Ende der zuvor ausgegebenen Prognosespanne. Vorstandschef Björn Gulden bezifferte den Erfolg konkret: Die Trikotverkäufe während des Turniers haben sich gegenüber der vorherigen Weltmeisterschaft vervierfacht, die Verkäufe offizieller Spielbälle haben sich verdoppelt.
Trikots aus Mexiko am gefragtesten
Insgesamt liefen 14 der teilnehmenden Nationalmannschaften im WM-Turnier in Adidas-Ausrüstung auf. Unter den Trikots verkauften sich die mexikanischen Ausgaben am besten – ein Detail, das Adidas als Beleg für die globale Reichweite der Kampagne wertet. Besondere Symbolkraft entfaltete das Finale selbst: Sowohl Weltmeister Spanien als auch der unterlegene Finalist Argentinien trugen Adidas-Trikots, zudem stellte der Konzern mit dem Trionda den offiziellen Spielball des Turniers. Spanien setzte sich in der Verlängerung mit 1:0 durch, das entscheidende Tor erzielte Ferran Torres in der 106. Minute.
Für Adidas bedeutet die Doppelpräsenz in beiden Finalmannschaften einen seltenen Marketing-Glücksfall: Unabhängig vom Ausgang des Spiels blieb die Marke im Mittelpunkt der weltweiten Berichterstattung über das laut Angaben der FIFA meistgesehene Turnier der Geschichte.
Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
Die starke Vermarktung der Weltmeisterschaft hat auch am Kapitalmarkt Spuren hinterlassen. JPMorgan bekräftigte im Zuge der Turnierbilanz ein Kursziel von 230 Euro für die Adidas-Aktie. Die Analysten verweisen auf die globalen Kampagnen rund um die WM und die damit verbundenen Marktanteilsgewinne, auch wenn sie zugleich Kritikpunkte bei Transparenz und Cashflow-Entwicklung des Konzerns benennen.
Am Kapitalmarkt notierte die Adidas-Aktie zuletzt bei 180,55 Euro und gab am Freitag um 0,66 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 6,80 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 204,40 Euro, das die Aktie im Juli des Vorjahres markierte, fehlen der Aktie aktuell 11,67 Prozent – jener Abstand, den ein JPMorgan-Kursziel von 230 Euro deutlich übertreffen würde, sollte sich die Einschätzung der Bank bewahrheiten.
Weltmeisterschaft als Umsatzhebel
Die Zahlen zur WM-Vermarktung fügen sich in ein Bild, das Adidas seit Turnierbeginn zeichnet: Der Konzern nutzte die Bühne der Weltmeisterschaft systematisch, um seine Präsenz im Teamsport-Geschäft auszubauen und die Konkurrenz zu Nike und Puma auszustechen. Mit vier Mal so hohen Trikotverkäufen wie beim vorherigen Turnier und verdoppelten Ballverkäufen liefert das laufende Turnier einen der stärksten Einzelimpulse der vergangenen Jahre für das Geschäft mit Fußballausrüstung.
Ob sich der kommerzielle Erfolg der Weltmeisterschaft in den kommenden Quartalszahlen niederschlägt, dürfte für Anleger die zentrale Frage der nächsten Wochen sein. Mit einer Marktkapitalisierung von 32,25 Milliarden Euro und einem RSI von 55,5 zeigt sich die Aktie derzeit weder überkauft noch überverkauft – ein Zustand, der Raum für eine Neubewertung lässt, sollte der WM-Effekt tatsächlich das obere Ende der Umsatzerwartungen erreichen, wie es Gulden in Aussicht gestellt hat.
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