Adidas, Einkaufsvolumen

Adidas: 27 Prozent Einkaufsvolumen aus Vietnam gefährdet

28.04.2026 - 13:17:02 | boerse-global.de

Adidas präsentiert Quartalsergebnisse unter dem Eindruck hoher US-Strafzölle und Währungsverluste. Die operative Marge rückt in den Fokus.

Adidas: 27 Prozent Einkaufsvolumen aus Vietnam gefährdet - Foto: über boerse-global.de
Adidas: 27 Prozent Einkaufsvolumen aus Vietnam gefährdet - Foto: über boerse-global.de

Adidas steht vor einem Realitätscheck. Wenn der Sportartikelhersteller am 29. April seine Bücher für das erste Quartal öffnet, rückt eine Kennzahl sofort in den Mittelpunkt: die Bruttomarge. Sie wird ungeschönt offenlegen, wie teuer die neuen US-Zölle und der schwache Dollar das Unternehmen zu stehen kommen.

Analysten rechnen für den Jahresauftakt mit einem Umsatz von 6,33 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie soll um elf Prozent auf 2,67 Euro steigen.

An der Börse herrscht im Vorfeld Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei rund 139 Euro und hat seit Jahresbeginn fast 18 Prozent an Wert verloren. Damit bewegt sich das Papier deutlich unter der 200-Tage-Linie.

Strukturelles Risiko in Vietnam

Das Kernproblem liegt in der Lieferkette. Adidas bezieht rund 27 Prozent seines globalen Einkaufsvolumens aus Vietnam. Genau dieses Land belegt Washington nun mit einem Strafzoll von 46 Prozent. Eine schnelle Produktionsverlagerung scheidet aus, da komplexe Performance-Schuhe hochspezialisierte Fabriken erfordern.

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Einst verlegte Adidas Kapazitäten dorthin, um dem US-chinesischen Handelsstreit auszuweichen. Jetzt erweist sich dieser Ausweichweg als Falle. Der Konzern betreibt in Vietnam 70 Zuliefererbetriebe. Gemeinsam mit Konkurrenten wie Nike bittet Adidas America die US-Regierung bereits um eine Branchenausnahme.

Gekappte Ziele und Kapitalrückflüsse

Die finanziellen Konsequenzen sind bereits spürbar. Das Management rechnet für das Gesamtjahr mit Gegenwind durch Zölle und Währungseffekte in Höhe von 400 Millionen Euro. Das operative Ergebnis soll bei rund 2,3 Milliarden Euro landen — Analysten hatten zuvor deutlich mehr erwartet. Das prestigeträchtige Ziel einer operativen Marge von zehn Prozent verschiebt der Vorstand auf die Jahre 2027 oder 2028.

Trotz des fundamentalen Drucks setzt das Management auf Kapitalrückflüsse. Auf der Hauptversammlung am 7. Mai steht eine Dividende von 2,80 Euro je Aktie zur Abstimmung. Parallel dazu schlägt die Führungsebene ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm vor.

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