Acronis setzt 2026 auf KI-Abwehr gegen Cyberkriminelle
22.02.2026 - 23:00:11 | boerse-global.deDie Cyberkriminellen nutzen Künstliche Intelligenz jetzt operativ – und zwingen Sicherheitsanbieter zum Gegenangriff. Das ist die Kernbotschaft einer neuen Analyse des Schweizer Security-Spezialisten Acronis. Das Unternehmen baut seine Online-Backup-Dienste deshalb zu einer integrierten Cyber-Resilience-Plattform aus.
KI als Turbo für bewährte Angriffsmethoden
Die Bedrohungslandschaft hat sich laut Acronis fundamental gewandelt. Statt völlig neue Malware zu entwickeln, setzen Angreifer KI vor allem als Effizienz-Turbo ein. Sie nutzen die Technologie, um bewährte Methoden wie Phishing und Ransomware in größerem Maßstab, schneller und gezielter einzusetzen.
Die Zahlen aus dem H2-2025-Cyberthreats-Report des Unternehmens sind alarmierend: Phishing machte im zweiten Halbjahr 2025 satte 83 Prozent aller E-Mail-Bedrohungen aus. Noch deutlicher ist der Anstieg bei Angriffen auf Kollaborationsplattformen wie Microsoft Teams oder Slack. Hier schnellte der Anteil betroffener Organisationen von 12 Prozent (2024) auf 31 Prozent (2025).
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„Die Angreifer nutzen KI operativ – für die Aufklärung, das Verfassen täuschend echter Phishing-Mails und sogar für die Verhandlungsstrategie bei Erpressungen“, so die Analyse. Gleichzeitig missbrauchen sie legitime Tools wie PowerShell, um sich in der vorhandenen IT-Infrastruktur zu verstecken.
Acronis Cyber Protect: Einheitliche Plattform als Antwort
Als Reaktion auf diese Entwicklung setzt Acronis 2026 voll auf seine integrierte Plattform Acronis Cyber Protect. Das Prinzip: Die Trennung von Backup und Sicherheit ist ein überholtes und gefährliches Modell. Die Lösung kombiniert daher image-basierte Backups für physische, virtuelle und Cloud-Workloads mit einer mehrschichtigen Sicherheits-Engine.
Ein zentrales Verteidigungsmerkmal sind KI-gestützte Verhaltensheuristiken. Sie sollen Zero-Day-Bedrohungen und Ransomware in Echtzeit erkennen und neutralisieren. Eine kritische Funktion ist der Malware-Scan vor der Datenwiederherstellung. So wird verhindert, dass ein bereinigtes System mit einer infizierten Sicherungskopie neu verseucht wird.
Ergänzt wird dies durch Schwachstellenanalysen und automatisiertes Patch-Management. IT-Teams können so Sicherheitslücken schließen, bevor Angreifer sie ausnutzen.
Neue Features für Compliance und MSPs
Das Unternehmen hat die Plattform zu Jahresbeginn 2026 um wichtige Funktionen erweitert. Im Januar führte es Acronis Archival Storage ein – eine kostengünstige Lösung zur langfristigen Datenspeicherung, die strengeren Compliance-Vorgaben gerecht werden soll.
Im Februar folgten erweiterte Schwachstellenanalyse- und Patch-Management-Funktionen auf Partner-Ebene innerhalb der RMM-Tools. Diese richten sich gezielt an Managed Service Provider (MSPs). Sie können nun die Sicherheitsupdates für alle Kunden zentral und automatisiert von einer Oberfläche aus steuern.
Die Strategie ist klar: Acronis bietet eine einzige, umfassende Plattform, die alles abdeckt – von der Frontline-Sicherheit über schnelle Backups bis zur konformen Langzeitarchivierung.
Vom einfachen Backup zur Cyber-Resilience
Die Ausrichtung von Acronis spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: Das reine Daten-Backup verliert an Bedeutung, stattdessen wird es als Kernbestandteil der gesamten Cyber-Resilience gesehen. Bei fortschrittlichen Ransomware-Angriffen ist die Geschwindigkeit der Wiederherstellung nicht mehr das einzige Kriterium. Entscheidend ist auch, dass die wiederhergestellten Daten sauber und frei von Schadsoftware sind.
Der integrierte Ansatz soll vor allem kleinen und mittelständischen Organisationen zugutekommen, die oft über keine dedizierten Sicherheitsteams verfügen. Sie erhalten eine „Single Pane of Glass“ für die Überwachung und das Management von Datenschutz- und Sicherheitsvorfällen.
Ausblick: Der KI-Wettlauf entscheidet die Zukunft
Der Kampf zwischen Cyber-Abwehr und Angreifern wird künftig immer mehr ein Wettlauf der KI-Systeme sein. Sicherheitsanbieter müssen massiv in eigene KI-gestützte Abwehrtechnologien investieren. Der Fokus liegt auf prädiktiver Bedrohungserkennung, automatisierter Response und widerstandsfähigen Systemen.
Für Acronis bedeutet das, die Integration der Dienste weiter zu vertiefen und die MSP-Partner mit leistungsstärkeren Tools auszustatten. Das Ziel bleibt eine Plattform, die Angriffe nicht nur bereinigt, sondern von vornherein verhindert – und so die Geschäftskontinuität in einer volatilen digitalen Welt sichert.
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