Acciona, Aktie

Acciona Aktie: 80 Prozent an Vertical Earth

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 04:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Acciona übernimmt 80% an Vertical Earth und verhandelt über Windpark-Verkauf. Korruptionsermittlungen belasten die Expansion.

Acciona kauft US-Spezialisten Vertical Earth und plant Windpark-Verkauf
Abstrakte Darstellung erneuerbarer Energien und nachhaltiger Infrastruktur mit weichem Licht und modernen Linien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Unternehmen hat eine Beteiligung von 80 Prozent an dem US-Spezialisten Vertical Earth mit Sitz in Cumming, Georgia, erworben. Vertical Earth erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 217 Millionen US-Dollar und beschäftigt rund 600 Mitarbeiter. Der bisherige Firmenchef Brett Johnson behält einen Anteil von 20 Prozent an dem Unternehmen.

Die Akquisition unterstreicht die strategische Neuausrichtung von Acciona. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre ist das Vertragsvolumen des Konzerns in den Vereinigten Staaten um das Zehnfache auf 70 Milliarden Euro angewachsen. Zu den wichtigsten Projekten zählen das SR400-Infrastrukturvorhaben mit einer Betriebslaufzeit von 55 Jahren sowie der Ersatz der Calcasieu River Bridge. Der US-Markt für Infrastruktur wird derzeit auf ein Volumen von 303 Milliarden US-Dollar geschätzt, was etwa 20 Prozent des Weltmarktes entspricht.

Verhandlungen über Verkauf von Windkraft-Portfolio

Während Acciona in den USA expandiert, steht in der Heimat Spanien eine signifikante Veräußerung bevor. Medienberichten zufolge verhandelt der Konzern über den Verkauf des Windkraftprojekts „Sirocco“, das eine Leistung von 360 Megawatt umfasst. Als aussichtsreichster Käufer gilt das Energieunternehmen Galp, das für das Portfolio mehr als 400 Millionen Euro bieten soll. Als Berater für die Transaktion fungiert die Bank BNP Paribas.

Neben Galp zeigen weitere internationale Akteure Interesse an den Anlagen, darunter Opdenergy, Nadara und China Three Gorges. Mit einem Abschluss der Verhandlungen wird nach September 2026 gerechnet. Der geplante Verkauf ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Optimierung des Portfolios an erneuerbaren Energien. Parallel dazu fließen hohe Investitionen in neue Projekte: So plant eine Tochtergesellschaft von Aboitiz auf den Philippinen derzeit einen 136-MW-Windpark, für den Investitionen von rund 136,37 Millionen US-Dollar veranschlagt werden.

Korruptionsermittlungen belasten das Umfeld

Überschattet wird die operative Expansion von Berichten über juristische Untersuchungen in Spanien. Einem Bericht der Polizeieinheit UCO zufolge stehen Zahlungen im Zusammenhang mit dem Bau des Gefängnisses Zubieta im Fokus, das am 15. Juni 2026 eröffnet wurde. Acciona hielt an dem zuständigen Baukonsortium einen Anteil von 50 Prozent.

Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen mutmaßliche Schmiergeldzahlungen, die über das Unternehmen Servinabar geflossen sein sollen. Dabei werden Verbindungen zu einem Acciona-Manager und politischen Akteuren untersucht. Konkret geht es um Zahlungen in Höhe von rund 181.483 Euro sowie das Leasing eines Fahrzeugs. Diese Entwicklungen sorgen für Unruhe, während das Unternehmen gleichzeitig versucht, seine Marktposition im internationalen Wettbewerb mit Konkurrenten wie Skanska oder Ferrovial zu festigen.

Kursentwicklung und Marktlage

An der Börse zeigte sich der Wert zuletzt volatil. Der Schlusskurs Freitag lag bei 244,20 €, was einem leichten Tagesrückgang entspricht. Dennoch blickt die Aktie auf eine sehr erfolgreiche Phase zurück: Seit Jahresanfang (YTD) verzeichnet das Papier ein Plus von 31,43%. Damit notiert der Wert jedoch weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 284,40 €, das am 22. Juni 2026 erreicht wurde.

Analysten beobachten nun genau, wie Acciona die Balance zwischen den hohen Investitionskosten in den USA und den angestrebten Erlösen aus dem Verkauf der Windkraftanlagen findet. Die Marktpositionierung als integrierter Anbieter von Infrastruktur und grüner Energie bleibt dabei das zentrale Verkaufsargument für Investoren, während der Konzern seine Abhängigkeit vom europäischen Heimatmarkt durch den Fokus auf den US-Markt weiter reduziert.

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