ACCESS, Europas

ACCESS AD: Europas Offensive gegen Alzheimer startet heute

15.01.2026 - 23:53:12

Ein europäisches Konsortium unter Führung von Siemens Healthineers startet ein Projekt zur klinischen Einführung präziser Bluttests für Alzheimer. Diese sollen neue Therapien zugänglich machen.

Eine neue europäische Forschungsinitiative will die Alzheimer-Diagnose revolutionieren. ACCESS AD startet heute und soll bahnbrechende Bluttests in die Klinik bringen. Das Projekt wird von Siemens Healthineers, dem Amsterdam University Medical Center und dem King’s College London angeführt.

Die Revolution im Reagenzglas

Im Kern der neuen Tests steckt Graphen, eine besondere Form von Graphit. Diese Nanomaterialien funktionieren als hochempfindliche Biosensoren. Sie sind mit Antikörpern beschichtet, die gezielt Alzheimer-Biomarker wie Amyloid-Beta und Tau-Proteine im Blut einfangen. Die Bindung löst eine messbare elektrische Veränderung aus. So können mehrere Marker gleichzeitig und mit hoher Präzision erkannt werden – ein entscheidender Vorteil gegenüber älteren Methoden.

Anzeige

Werden Sie oder Angehörige zunehmend vergesslich? Ein anonymer 7‑Fragen‑Selbsttest liefert in nur rund 2 Minuten eine erste Einschätzung zu möglichen Demenz‑Anzeichen. Der Test wurde mit Experten entwickelt, richtet sich besonders an Menschen ab 50 und kommt ohne Arzttermin aus – das Ergebnis erhalten Sie diskret per E‑Mail. Nutzen Sie ihn als schnellen Orientierungspunkt, wenn Sie frühe Warnsignale nicht ignorieren möchten. Demenz‑Selbsttest anonym starten

Jüngste Durchbrüche befeuern die Hoffnung

Die Forschung hat gerade mächtig Fahrt aufgenommen:
* Ende 2025 stellten Forscher im EU-Projekt “CombiDiag” einen ultrasensitiven 3D-Graphen-Sensor vor. Er spürt Tau-Proteine in winzigsten Konzentrationen auf – ideal für die allerfrüheste Erkennung.
* Parallel treibt das britische Start-up MindSens ein tragbares Diagnosegerät voran. Es soll mit nur einem Tropfen Blut auskommen und die Früherkennung weltweit zugänglich machen. Klinische Studien stehen bevor.

Warum der Druck auf die Diagnostik wächst

Der massive Vorstoß ist eine direkte Antwort auf neue Therapien. Seit der EU-Zulassung von Medikamenten wie Leqembi (Lecanemab) im Jahr 2025 gibt es erstmals Wirkstoffe, die den Krankheitsverlauf verlangsamen können. Sie wirken aber nur im Frühstadium. Bisherige Diagnoseverfahren wie PET-Scans oder Lumbalpunktionen sind teuer, aufwendig und invasiv. Einfache Bluttests gelten daher als Schlüssel, um die neuen Therapien für alle verfügbar zu machen. Der Wettbewerb ist bereits in vollem Gange; auch der Roche-Test Elecsys pTau181 erhielt kürzlich eine europäische Zulassung.

Fünf Jahre bis zur Praxis?

Das heute gestartete Projekt ACCESS AD will die Innovationen bündeln und ihren Weg in die Kliniken beschleunigen. In den kommenden fünf Jahren geht es um klinische Validierung und Standardisierung. Könnten Bluttests so bald zum Routine-Check beim Hausarzt werden? Das langfristige Ziel ist klar: ein Screening, das Risikopersonen identifiziert, lange bevor die ersten Symptome auftreten. Die Kombination aus präziser Früherkennung und neuen Therapien könnte den Kampf gegen Alzheimer grundlegend verändern.

@ boerse-global.de