Accenture, KI-Kenntnisse

Accenture macht KI-Kenntnisse zur Pflicht für Führungskräfte

20.02.2026 - 17:46:14 | boerse-global.de

Wer bei Accenture Karriere machen will, muss künftig regelmäßig KI-Tools nutzen. Der globale Beratungsriese hat die aktive Nutzung künstlicher Intelligenz zur verbindlichen Voraussetzung für Beförderungen in Führungspositionen erklärt. Diese Richtlinie markiert einen Wendepunkt für die gesamte Beratungsbranche und setzt neue Maßstäbe für das, was von künftigen Managern erwartet wird.

Die interne Direktive, die per E-Mail an die Belegschaft ging, betrifft Associate Directors und Senior Manager. Für sie ist der Nachweis einer „regelmäßigen Anwendung“ der firmeneigenen KI-Plattformen nun entscheidend für die nächste Karrierestufe. Die KI-Nutzung wird damit erstmals ein messbarer Faktor im Talentmanagement des Konzerns.

Ein Unternehmenssprecher begründete den Schritt mit der strategischen Ausrichtung. Accenture wolle der „Reinvention-Partner der Wahl“ sein und setze daher auf eine durchgängige KI-Expertise im eigenen Haus. Nur so könne man Kunden optimal beraten.

Beförderung nur mit KI-Nachweis

Hinter der neuen Regel steht ein datengestütztes System. Das Unternehmen erfasst wöchentlich, wie häufig Führungskräfte interne Plattformen wie die „AI Refinery“ nutzen. Diese Daten fließen direkt in Personalgespräche und Beförderungsentscheidungen ein.

Anzeige

Accenture macht KI-Nutzung zum Bewertungsfaktor – das stellt Führungskräfte vor neue Anforderungen in Mitarbeitergesprächen. Wer Beförderungen, Entwicklungspläne und Upskilling-Entscheidungen transparent und fair dokumentieren will, findet praxiserprobte Vorlagen für Jahres- und Beurteilungsgespräche, Formulierungsbeispiele und Checklisten als kostenlosen Download. Die editierbaren Muster sparen Vorbereitung und helfen, klare Entwicklungspfade mit Mitarbeitenden zu vereinbaren. Jetzt kostenlose Gesprächsvorlagen herunterladen

Die AI Refinery hilft Kunden dabei, Netzwerke aus KI-Agenten aufzubauen. Indem Accenture nun eigene Nachwuchsführungskräfte zwingt, diese Tools zu beherrschen, stellt das Unternehmen sicher, dass seine Berater aus eigener Erfahrung sprechen. Die Initiative ist Teil einer umfassenden Strategie, generative KI tief in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Allerdings gilt die Vorschrift nicht überall. Mitarbeiter in zwölf europäischen Ländern sowie in der Abteilung für US-Regierungsaufträge sind vorerst von der Pflicht ausgenommen.

Massenhaftes Upskilling und Stellenabbau

Die neue Beförderungsregel ist nur der jüngste Schritt einer radikalen KI-Offensive. Accenture investiert massiv in die Weiterbildung seiner Belegschaft. CEO Julie Sweet bezeichnet das groß angelegte Upskilling als oberste Priorität.

Bisher wurden bereits rund 550.000 der weltweit 780.000 Mitarbeiter in den Grundlagen generativer KI geschult. Das Unternehmen kooperiert eng mit führenden KI-Firmen: Mit OpenAI stellt es ChatGPT Enterprise bereit, mit Anthropic schult es 30.000 Mitarbeiter an der Claude-KI.

Doch der Fokus auf Neulernen hat eine Kehrseite: Tausende Stellen, die nicht in eine KI-zentrierte Zukunft passen, wurden bereits abgebaut. Sweet machte deutlich, dass man Mitarbeiter „aussteigen“ lasse, für die Umschulung keine Option sei.

Vorbild für die ganze Branche?

Accentures Schritt ist ein klares Signal für einen breiteren Trend. Wo KI früher eine Zusatzqualifikation war, wird sie heute zur Kernkompetenz für Führungskräfte. Andere Tech- und Beratungsfirmen ziehen nach: Microsoft etwa erklärte die KI-Nutzung für seine Mitarbeiter bereits für „nicht mehr optional“.

Die Maßnahme zeigt auch die Herausforderung, die Akzeptanz für KI gerade bei erfahrenen Mitarbeitern zu steigern. Durch den direkten Karriere-Anreiz – oder Druck – setzt Accenture auf einen kulturellen Wandel von oben.

Die Botschaft ist klar: Die nächste Generation von Managern muss KI nicht nur strategisch verstehen, sondern aktiv anwenden können. Was bei Accenture beginnt, könnte bald zum Standard für Führungskräfte in der gesamten Wirtschaft werden.

Anzeige

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.