Abnehmspritzen: Leopoldina warnt vor gefährlichem Jo-Jo-Effekt
22.01.2026 - 12:39:12Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina warnt eindringlich vor dem kurzfristigen Einsatz sogenannter Abnehmspritzen. Wer Medikamente wie Semaglutid nur als temporäre „Lifestyle-Kur“ nutzt, riskiert eine rasante Gewichtszunahme und langfristige Gesundheitsschäden. Die Experten betonen: Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die eine dauerhafte Behandlung erfordert.
Die weitverbreitete Praxis, die Wirkstoffe nur für wenige Monate zur Gewichtsreduktion zu nutzen, ist medizinisch kontraproduktiv. Aktuelle Daten untermauern diese Warnung. Analysen aus dem British Medical Journal zeigen: Nach dem Absetzen der GLP-1-Rezeptoragonisten nehmen Patienten ihr verlorenes Gewicht oft deutlich schneller wieder zu als nach einer Diät.
Wissenschaftler der Universität Oxford fanden Hinweise auf einen bis zu viermal schnelleren „Rebound-Effekt“. Der Grund: Die künstlich unterdrückten Hungerhormone kehren mit voller Wucht zurück, während der Stoffwechsel gedrosselt bleibt.
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Muskelmasse schwindet, Fett kehrt zurück
Ein kritisches Problem ist die Veränderung der Körperzusammensetzung. Bei der rapiden Gewichtsabnahme verlieren Patienten nicht nur Fett, sondern auch signifikant Muskelmasse – eine sogenannte Sarkopenie.
Beim gefährlichen „On-Off-Cycling“ der Medikamente entsteht ein Teufelskreis:
* In der Einnahmephase schwinden Fett und Muskeln.
* Nach dem Absetzen kehrt das Gewicht schnell zurück – besteht aber fast nur aus Fettgewebe.
Das Ergebnis kann eine paradoxe Verschlechterung der Gesundheit sein. Der Körperfettanteil ist oft höher als zuvor, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert.
Finanzielle Hürden fördern gefährliche Abbrüche
Trotz der Anerkennung als chronische Krankheit bleibt die Finanzierung in Deutschland ein Problem. Das Sozialgericht Mainz bestätigte bereits im vergangenen Jahr, dass gesetzliche Krankenkassen die Kosten für reine Gewichtsreduktion nicht übernehmen müssen. Die Richter stuften die Präparate als „Lifestyle-Produkte“ ein.
Diese Regelung schafft eine gefährliche Lücke. Patienten, die die Therapie privat finanzieren, brechen sie häufig aus Kostengründen ab – genau dann, wenn das Zielgewicht erreicht ist. Dieser erzwungene Abbruch führt direkt in den Jo-Jo-Effekt.
Die Leopoldina fordert daher ein Umdenken. Neben einer angepassten Verschreibungspraxis brauche es präventive Maßnahmen wie eine Zuckersteuer, um das Problem an der Wurzel zu packen.
Lebenslange Therapie statt einfacher Hack
Der Begriff „Abnehmspritze“ ist irreführend. Fachärzte vergleichen die Behandlung zunehmend mit der Therapie von Bluthochdruck: Das Medikament wirkt nur, solange man es einnimmt. Für Patienten bedeutet das eine ernüchternde Realität. Wer sich für den pharmakologischen Weg entscheidet, muss sich auf eine oft jahrelange Therapie einstellen.
Die anfängliche Euphorie um die Wirkstoffe ist einer differenzierten Betrachtung gewichen. Sie sind hochwirksame Werkzeuge für schwer erkrankte Menschen, aber ungeeignet für kosmetische Korrekturen. Solange das Gesundheitssystem sie jedoch als Lifestyle-Produkte einstuft, bleibt die Gefahr schädlicher Kurzzeit-Anwendungen bestehen.
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