Abnehmspritzen, Experten

Abnehmspritzen: Experten warnen vor gefährlichem Muskelabbau

11.03.2026 - 07:40:28 | boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin sieht in GLP-1-Medikamenten ohne angepasste Ernährung ein Risiko für Muskelabbau und Jojo-Effekt. Eine erhöhte Proteinzufuhr ist entscheidend.

Abnehmspritzen: Experten warnen vor gefährlichem Muskelabbau - Foto: über boerse-global.de
Abnehmspritzen: Experten warnen vor gefährlichem Muskelabbau - Foto: über boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) warnt aktuell vor einem unterschätzten Risiko der beliebten Abnehmspritzen. Ohne angepasste Ernährung verlieren Anwender nicht nur Fett, sondern auch wertvolle Muskelmasse. Das gefährdet den langfristigen Erfolg und begünstigt den Jojo-Effekt.

Die als GLP-1-Rezeptoragonisten bekannten Medikamente wie Semaglutid und Tirzepatid dämpfen den Appetit und verlangsamen die Magenentleerung. Patienten essen dadurch automatisch weniger. Doch genau hier lauert die Gefahr: Viele nehmen zu wenig lebenswichtige Nährstoffe auf – vor allem Eiweiß.

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Der stille Muskelraub: Warum reines Abwiegen nicht reicht

Der schnelle Gewichtsverlust auf der Waage trügt oft. Denn der Körper baut ohne Gegenmaßnahmen nicht nur Fett, sondern auch stoffwechselaktive Muskeln ab. Fachleute sprechen von Sarkopenie.

„Viele unterschätzen die Bedeutung der Muskelmasse“, so die DGEM. Muskeln halten den Grundumsatz hoch und stützen den gesamten Stoffwechsel. Schwinden sie, sinkt der Kalorienverbrauch – und die Waage zeigt nach Therapieende schnell wieder mehr an. Die Medikamente allein sind also keine Lösung.

Protein-Power: So schützen Sie Ihre Muskeln

Ernährungsexperten raten während der Behandlung zu einer deutlich erhöhten Proteinzufuhr. Eiweiß schützt die Muskeln, während der Körper Fett verbrennt. Die Empfehlung liegt deutlich über den Werten für die Normalbevölkerung.

Gute Proteinquellen sind:
* Mageres Fleisch wie Hähnchen- oder Putenbrust
* Fisch wie Lachs oder Thunfisch
* Milchprodukte wie Magerquark und Hüttenkäse
* Pflanzliche Alternativen wie Linsen, Bohnen oder Tofu

Kleinere, proteinreiche Mahlzeiten über den Tag verteilt sind ideal. Sie versorgen den Körper konstant mit Baustoffen und können Nebenwirkungen wie Übelkeit mildern.

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Nebenwirkungen lindern: Was wirklich auf den Teller kommt

Übelkeit, Völlegefühl oder Verdauungsprobleme sind häufige Begleiter der Therapie. Die richtige Ernährung kann hier entscheidend helfen.

Verzichten Sie auf fettige, stark verarbeitete oder sehr zuckerhaltige Speisen. Sie belasten den Magen-Darm-Trakt zusätzlich. Besser sind leicht verdauliche Lebensmittel wie klare Suppen, gedünstetes Gemüse, Zwieback und mageres Eiweiß. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag.

Therapie im Wandel: Von der Wunder-Spritze zum Gesamtpaket

Die Warnungen der Fachgesellschaft markieren einen Wendepunkt. Die anfängliche Euphorie um die „Wunder-Spritze“ weicht einer nüchternen Betrachtung. Adipositas ist eine komplexe, chronische Erkrankung.

Die Zukunft liegt in der interdisziplinären Betreuung. Ärzte, Ernährungsfachkräfte und Patienten müssen zusammenarbeiten. Die Medikamente sind ein wirksames Werkzeug zum Start – ersetzen aber nicht die grundlegende Lebensstiländerung. Die große Frage bleibt: Wie hält man das Gewicht, wenn die Spritze wegfällt? Die Forschung sucht nach Antworten für die Zeit danach.

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