Abivax Aktie: Krebsfälle belasten Obefazimod
08.06.2026 - 21:40:02 | boerse-global.deDie Aktie von Abivax zeigt sich heute leicht erholt. Mit einem Plus von 0,98 Prozent auf 87,85 Euro beendet der Titel einen schwächeren Handelsverlauf. Auf Wochensicht verliert das Papier aber weiter an Boden, mit minus 21,70 Prozent seit dem vergangenen Montag.
Dahinter steckt ein konkreter Auslöser: Die Veröffentlichung der Phase-3-Daten zur Wirkstoffkandidaten Obefazimod bei Colitis ulcerosa. Die Ergebnisse sind gemischt.
Wirksame Therapie – aber nicht ohne Risiko
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt. Rund 51 Prozent der Patienten mit Obefazimod zeigten eine klinische Remission, in der Placebogruppe waren es nur 10,4 Prozent. Ein starkes Signal.
Doch gleichzeitig traten in der höheren Dosierungsgruppe Krebsfälle auf. Genauer: Nicht-Melanom-Hautkrebs (NMSC). Die Nachricht schickte die Aktie zu Monatsbeginn auf Talfahrt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 130,80 Euro beträgt inzwischen rund 33 Prozent.
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Die Unternehmensführung versucht zu beruhigen. Die Krebsfälle seien selten und möglicherweise altersbedingt. Das Durchschnittsalter der betroffenen Patienten betrug 62 Jahre, der Rest der Studienpopulation war im Schnitt 42. Ob das reicht, um die US-Arzneimittelbehörde FDA von einer strengen Warnung – etwa einem Black-Box-Hinweis – abzuhalten? Das bleibt offen.
Zulassung erst 2026 – und eine neue Baustelle
Trotz der Verunsicherung hält Abivax am Fahrplan fest. Das Unternehmen will die Zulassung für Obefazimod bis Ende 2026 bei der FDA einreichen. Auch die Forschung an Morbus Crohn läuft weiter, erste Daten einer Phase-2-Studie werden für Mitte 2027 erwartet.
Parallel dazu ermittelt die US-Kanzlei Schall Law gegen Abivax. Der Vorwurf: Möglicherweise irreführende Aussagen zu den Phase-3-Ergebnissen. Die juristische Aufarbeitung könnte zusätzliche Risiken bergen.
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Der RSI von 43,5 deutet auf eine neutrale Marktlage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 157 Prozent. Kein Wunder: Anleger reagieren auf jede neue Nachricht extrem nervös. Der Weg bis zur Zulassungsentscheidung bleibt steinig – und die Krebsfälle ein Risikofaktor, der nicht von heute auf morgen verschwindet.
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