ABB, Aktie

ABB Aktie: 9,55 Prozent Minus trotz Rekord-Aufträge

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 02:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ABB verzeichnet Rekordaufträge, plant aber milliardenschwere Übernahme. Anleger reagieren verhalten auf die hohe Bewertung des Zukaufs.

ABB Aktie: Radikaler Umbau mit Rekordzahlen und Milliardenzukauf
Industrielle Automatisierungstechnik in einer modernen Fabrik mit kühler, dramatischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ABB ordnet sein Geschäft fundamental neu. Rekordzahlen beim Auftragseingang treffen auf einen milliardenschweren Zukauf. Anleger reagieren jedoch nervös auf den hohen Preis für das neue Portfoliostück.

Rekordjagd im Kerngeschäft

Der Schweizer Technologiekonzern glänzt operativ. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Auftragseingang auf 12,04 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 30 Prozent zum Vorjahr.

Besonders die Sparte Elektrifizierung profitiert. Der Boom bei Rechenzentren treibt die Nachfrage massiv an. Trotz dieser Stärke verlor das Papier im vergangenen Monat 9,55 Prozent an Wert.

Teure Wette auf die Zukunft

Der Grund für den Kursrückgang liegt in Großbritannien. ABB plant den Kauf des Spezialisten Rotork für rund 5,5 Milliarden US-Dollar. Das Management bietet dabei einen Aufschlag von 60 Prozent auf den Durchschnittskurs.

Parallel dazu trennt sich der Konzern von alten Lasten. ABB verkaufte die Industrierobotik-Sparte für 5,4 Milliarden US-Dollar erfolgreich an SoftBank. Damit finanziert das Unternehmen den Umbau fast vollständig aus eigenen Mitteln.

Die Strategie ist klar erkennbar. Weg vom harten Wettbewerb mit Standard-Robotern, hin zu spezialisierten Lösungen für die Prozessautomatisierung.

Charttechnik im Fokus

An der Börse sucht die Aktie nach einem Boden. Mit 84,90 € notiert das Papier aktuell nahe seinem 100-Tage-Durchschnitt. Diese Marke gilt als wichtige technische Unterstützung.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 39,6 Punkten. Damit nähert sich der Titel der überverkauften Zone. Marktbeobachter deuten dies als mögliches Signal für eine kurzfristige Stabilisierung.

In der kommenden Woche rückt die Integration von Rotork in den Mittelpunkt. Das Unternehmen führt parallel dazu sein Aktienrückkaufprogramm fort. Allein in der zweiten Julihälfte kaufte ABB über 360.000 eigene Anteile zurück.

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