A9-Unfall, Weckruf

A9-Unfall: Weckruf für Flottenmanager zur Reifensicherheit

08.02.2026 - 12:42:12

Ein Reifenplatzer verursachte einen Massenunfall mit hohem Sachschaden. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit, Reifenrisiken in der Gefährdungsbeurteilung für 2026 zu priorisieren.

Ein Massenunfall auf der A9 zeigt: Reifen sind ein zentrales Sicherheitsrisiko für gewerbliche Flotten. Die Gefährdungsbeurteilung für 2026 muss sie in den Fokus rücken.

Von unserem Wirtschaftsressort – Sonntag, 08. Februar 2026

Ein einzelner Reifenplatzer löste am Freitagabend auf der A9 in Thüringen eine Kettenreaktion aus. 28 Fahrzeuge wurden beschädigt, der Sachschaden beläuft sich auf rund 150.000 Euro. Für Flottenbetreiber ist der Vorfall ein deutlicher Warnschuss: Reifensicherheit ist kein reines Wartungsthema, sondern eine Kernfrage der gesetzlichen Gefährdungsbeurteilung. Gerade in den Wintermonaten 2026 verschärft sich der Spagat zwischen strengen Vorschriften und neuen technischen Lösungen.

Der Unfallhergang: Ein Lehrstück in Risiko

Die Autobahnpolizei meldet: Auf der Strecke zwischen Bad Lobenstein und Schleiz platzte plötzlich ein LKW-Reifen. Die umherfliegenden Gummiteile trafen 27 weitere Fahrzeuge. Die Folge war eine mehrstündige Vollsperrung.

Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist dies ein klassisches Worst-Case-Szenario. Nach der DGUV Vorschrift 70 müssen Arbeitgeber sicherstellen, dass alle Fahrzeuge betriebssicher sind. Der A9-Unfall zeigt, wie ein einzelnes Bauteilversagen zu einer schwerwiegenden Haftungsfrage eskalieren kann – mit Gefahr für Fahrer und die Allgemeinheit.

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Die genaue Ursache wird noch ermittelt. Experten vermuten jedoch typische Auslöser: Unterdruck, Überladung oder unentdeckte Materialschäden. Genau hier setzen moderne Risikobewertungen an.

Die verschärfte Rechtslage im Winter 2026

Die Regeln für deutsche Flotten haben sich deutlich verschärft. Seit Oktober 2024 gilt: Reifen mit der alleinigen M+S-Kennzeichnung gelten rechtlich nicht mehr als Winterreifen. Erforderlich ist nun das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke).

Für Flottenmanager ist die Prüfung dieses Symbols bei der Fahrzeugübergabe unverzichtbar. Wer dagegen verstößt, setzt sein Fahrzeug als nicht verkehrssicher – mit möglichen Folgen für Versicherungsschutz und hohen Bußgeldern.

Ab 2026 kommen weitere EU-Vorgaben: Neu zugelassene schwere Nutzfahrzeuge müssen vermehrt mit Event Data Recorders (EDR) und Notbremsassistenten (AEB) ausgestattet sein. Diese Systeme mildern Unfallfolgen. Die erste Verteidigungslinie bleibt aber der intakte Reifen.

Der Trend: Von reaktiv zu prädiktiv

Die Branche setzt zunehmend auf vorausschauende Wartung. Führende Hersteller integrieren digitale Lösungen direkt in Flottenmanagementsysteme.

Continental etwa treibt sein digitales Portfolio voran. Nach dem Verkauf des Geschäftsbereichs ContiTech „Original Equipment Solutions“ Anfang Februar 2026 konzentriert sich das Unternehmen auf Reifen und digitale Dienste. Systeme wie ContiConnect überwachen Reifendruck und -temperatur in Echtzeit. KI-Algorithmen sollen Ausfälle vorhersagen, bevor sie passieren.

Auch Michelins Connected Fleet-Lösungen finden Verbreitung. Telematikdaten ermöglichen die Fernüberwachung von Reifenverschleiß und Druck. Warnt das System vor einem langsamen Druckverlust – einer häufigen Vorstufe zum Platzer –, kann der Flottenmanager eingreifen, bevor das Fahrzeug die Autobahn erreicht.

Die Investition in solche Systeme rechnet sich durch weniger Stillstand, Kraftstoffersparnis und die Vermeidung teurer Unfälle.

Ausblick: Branchentreffen in Hannover

Die Diskussion um Reifensicherheit wird sich nächsten Monat zuspitzen. Vom 3. bis 5. März 2026 findet die Tire Technology Expo in Hannover statt.

Die Messe wird die nächste Generation von Innovationen präsentieren: darunter luftlose Reifenkonzepte und fortschrittliche Sensorik, die Reifenplatzern langfristig den Garaus machen könnte. Für Flottenmanager bietet sich ein Blick auf künftige Werkzeuge, die die Gefährdungsbeurteilung vereinfachen können.

Der Vorfall auf der A9 unterstreicht eine klare Botschaft: Eine umfassende Risikobewertung im Jahr 2026 erfordert mehr als einen oberflächlichen Reifenkick. Sie verlangt strikte Einhaltung der Alpine-Symbol-Pflicht, den Einsatz digitaler Überwachung und eine vorbeugende Sicherheitskultur. Prävention bleibt die einzige Strategie gegen die katastrophalen Kosten des Versagens.

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