60 / 20 / 20-Regel: Die neue Formel gegen den Zeitmangel
02.02.2026 - 15:15:12Starre Zeitpläne scheitern in der KI-Ära. Experten setzen deshalb auf die 60/20/20-Regel als moderne Pufferplanung. Sie teilt den Arbeitstag in drei klare Blöcke und soll dem chronischen Zeitdruck ein Ende setzen.
Der moderne Arbeitstag gleicht einem Tetris-Spiel mit immer schneller fallenden Steinen. Während klassische Methoden oft zur kompletten Verplanung raten, etabliert sich die 60/20/20-Regel als neuer Standard. Sie bricht mit dem Irrglauben, dass Produktivität bedeutet, 100 Prozent der Zeit zu verplanen.
So funktioniert die mathematische Formel
Die Methode unterteilt die verfügbare Arbeitszeit in drei strikte Kategorien, die zusammen exakt 100 Prozent ergeben. Sie ersetzt die mathematisch unsaubere und oft diskutierte 60/60/20-Variante.
- Die ersten 60 Prozent sind die „planbare Kernzeit“. Dieser Anteil steht fest im Kalender – für Meetings, Projektarbeit oder Deadlines. Experten sehen hier die Obergrenze des realistisch Vorhersehbaren. Wer mehr verplant, riskiert, schon am Vormittag durch unvorhergesehene Ereignisse aus der Bahn zu fliegen.
- Die zweiten 20 Prozent bilden den „Chaos-Puffer“. Dieses Segment ist explizit für das Unvorhersehbare reserviert: technische Störungen, plötzliche Krisenmeetings oder dringende Anfragen. Studien zeigen, dass allein das Einplanen dieser Zeit das Stresslevel signifikant senkt.
- Die letzten 20 Prozent sind die „Soziale und Administrative Zeit“. In der hybriden Arbeitswelt wird dieser Block für informellen Austausch, Networking und kleinteilige Administration reserviert. Er verhindert, dass wichtige Beziehungsarbeit und Kommunikation auf der Strecke bleiben.
Warum starre Planung heute scheitert
Die Relevanz der Regel wird durch aktuelle Trends unterstrichen. KI-Assistenten beschleunigen zwar Routineaufgaben, erhöhen aber gleichzeitig die Erwartung an die Output-Menge. Die gewonnene Zeit wird sofort mit neuen Aufgaben gefüllt – ein „Rebound-Effekt“.
Die 60/20/20-Regel wirkt hier als Schutzmechanismus. Indem 40 Prozent der Zeit explizit nicht für operative Kerntätigkeiten verplant sind, entsteht eine Brandmauer gegen die totale Verdichtung. Die Arbeitspsychologie kennt den „Sägeblatt-Effekt“: Jede Unterbrechung in einem vollen Plan kostet wertvolle Rüstzeit. Ein strukturierter Puffer absorbiert diese Stöße.
So setzen Sie die Regel praktisch um
Die größte Herausforderung ist der digitale Kalender, der leere Flächen als „verfügbar“ markiert. Produktivitätstrainer raten zu einer proaktiven Blocker-Strategie.
Für einen 8-Stunden-Tag bedeutet das konkret:
1. Die 60%-Basis: Nur etwa 4,8 Stunden werden für feste Termine und konzentriertes Arbeiten blockiert.
2. Der 20%-Puffer: 1,5 Stunden werden als „Flex-Zeit“ reserviert. Dieser Block wird erst am Tag selbst für das dringendste Thema genutzt.
3. Der 20%-Sozialblock: Weitere 1,5 Stunden sind für Kommunikation und Kleinigkeiten wie E-Mails oder informelle Gespräche vorgesehen.
Software-Entwickler reagieren bereits auf den Trend. Neue Features in Projektmanagement-Tools beginnen, solche Pufferzeiten automatisch vorzuschlagen.
Vom Life-Hack zur Management-Strategie
Die Diskussion um die 60/20/20-Regel ist Teil einer größeren Debatte über Zeitautonomie. Während Arbeitgeber hohe Verfügbarkeit betonen, fordern Gewerkschaften zunehmend ein „Recht auf unverplante Zeit“.
Unternehmen, die ihren Mitarbeitern offiziell erlauben, nur 60 Prozent ihrer Zeit fest zu verplanen, zeigen oft eine höhere Mitarbeiterbindung. Die strukturierte Pufferplanung wandelt sich damit von einem persönlichen Trick zu einer strategischen Entscheidung. Wer die Mathematik des Arbeitstages überlisten will, wird von der Realität korrigiert. Diese Regel lädt das Chaos ein – und verwaltet es.
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