Arbeit, Produktivität

30-Stunden-Woche: Weniger Arbeit, mehr Produktivität?

08.02.2026 - 09:11:12

Pilotprojekte und internationale Beispiele belegen, dass kürzere Arbeitszeiten die Produktivität erhöhen und im Fachkräftemangel zum Wettbewerbsvorteil werden können.

Inmitten der Debatte um längere Arbeitszeiten gewinnt ein radikales Modell an Fahrt: die 30-Stunden-Woche. Aktuelle Studien und Pilotprojekte zeigen ein überraschendes Bild. Kürzere Arbeitszeiten könnten die Produktivität steigern und gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen.

Die Diskussion wird durch politische Vorstöße angeheizt. Forderungen aus der CDU, das Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken, lösten eine breite Kontroverse aus. Kritiker sehen darin eine Ignoranz gegenüber der Realität vieler Menschen, für die Teilzeit aufgrund von Betreuungsaufgaben notwendig ist. Arbeitspsychologen warnen zudem: Mehr Stunden bedeuten nicht automatisch mehr Leistung.

Pilotprojekte beweisen: Es funktioniert

Groß angelegte Tests liefern überzeugende Daten. Eine deutsche Studie mit über 40 Unternehmen zeigte eine leichte Produktivitätssteigerung bei deutlich besserer Gesundheit der Beschäftigten. Infolgedessen plant die überwiegende Mehrheit der Firmen, das Modell beizubehalten.

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Diese Erfolge sind kein Zufall, sondern Ergebnis einer Reorganisation:
* Prozesse werden optimiert
* Die Zahl oft ineffizienter Meetings wird reduziert
* Digitale Werkzeuge kommen effektiver zum Einsatz

Internationale Vorbilder bestätigen den Trend. In Island arbeiten heute über 85 Prozent der Erwerbstätigen weniger als 40 Stunden pro Woche – bei gleicher oder höherer Produktivität.

Langzeiterfahrung und ökonomische Logik

Das Konzept ist nicht neu. Seit 2003 fährt das Toyota-Werk im schwedischen Göteborg Sechs-Stunden-Schichten bei vollem Lohn. Das Ergebnis nach Jahren: stabile Produktivität, höhere Zufriedenheit und sogar gestiegene Umsätze.

Wirtschaftsexperten wie Monika Schnitzer vom Sachverständigenrat kritisieren die Fixierung auf reine Arbeitsstunden. Wachstum sei primär eine Frage der Arbeitsproduktivität pro Stunde. Länder mit kürzeren Wochen wiesen häufig eine höhere Stundenproduktivität auf.

Strategische Waffe im Kampf um Talente

Im verschärften Fachkräftemangel wird die 30-Stunden-Woche zum Wettbewerbsvorteil. Für viele Arbeitnehmer, besonders jüngere Generationen, sind Freizeit und Work-Life-Balance oft wichtiger als das Maximalgehalt. Unternehmen mit flexiblen Modellen punkten als attraktive Arbeitgeber.

Könnte eine kürzere Vollzeitwoche auch die Arbeitslosigkeit bekämpfen? Gewerkschaften in Ländern wie Südafrika verfolgen diesen Ansatz nach dem Motto: Alle arbeiten weniger, dafür arbeiten mehr. Für Deutschland könnte dies bedeuten, das Potenzial von Teilzeitkräften besser auszuschöpfen.

Paradigmenwechsel oder politische Blockade?

Die Debatte steht an einem Scheideweg. Auf der einen Seite stehen handfeste Belege für mehr Produktivität und Wohlbefinden. Auf der anderen Seite hält politischer Widerstand an traditionellen Modellen fest. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik den Mut für ein Umdenken findet. Die Weichenstellung betrifft Millionen Arbeitnehmer und die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft.

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