World, Model

1X World Model: Roboter lernen jetzt selbstständig

13.01.2026 - 02:21:12

Ein neues KI-System ermöglicht menschenähnlichen Robotern, sich komplexe Aufgaben selbst beizubringen – ein Durchbruch für die Alltagstauglichkeit.

Die US-Firma 1X hat mit dem „1X World Model“ eine KI-Architektur vorgestellt, die ihre humanoiden NEO-Roboter revolutioniert. Kern der Technologie ist die Fähigkeit, aus simplen Sprach- oder Textbefehlen eigenständig Handlungsabläufe zu generieren – selbst für völlig unbekannte Tätigkeiten. Dies verschiebt das Paradigma vom mühsam programmierten Werkzeug hin zum lernfähigen Assistenten für chaotische, menschliche Umgebungen.

Das System basiert auf einem 14-Milliarden-Parameter-generativen Videomodell. Es verknüpft die Sensordaten des Roboters mit einer Aufforderung und simuliert daraufhin visuell mögliche Handlungsfolgen. Ein eingebautes inverses Dynamikmodell übersetzt diese „Gedankenspiele“ schließlich in präzise physikalische Bewegungen.

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Der Clou: Der Roboter nutzt eine internetgroße Bibliothek an menschlichen Videodaten, um Handlungen zu verstehen und nachzuahmen. So schließt sich die Lücke zwischen digitaler Intelligenz und physischer Verkörperung. Die mühsame manuelle Datensammlung durch ferngesteuerte Roboter entfällt. Stattdessen lernt NEO aus der kollektiven Wissenssammlung der Menschheit, die in Videos festgehalten ist.

Der autonome Lernzyklus: Eine sich selbst beschleunigende Entwicklung

Die tiefgreifendste Implikation ist der selbsttragende Lernzyklus („Flywheel-Effekt“). Frühere Systeme waren durch die Geschwindigkeit limitiert, mit der Menschen Roboter für Datensammlungen steuern konnten. Das World Model ermöglicht es NEO, eigene Daten zu sammeln und Fähigkeiten autonom zu meistern. Jede Interaktion in der realen Welt verbessert das System weiter.

Dies führt zu robuster Leistung in dynamischen Umgebungen wie einem unaufgeräumten Zuhause. Kürzliche Demonstrationen zeigten, dass NEO generalisieren kann: Auf einfache Anweisung hin bügelte er ein Hemd, bediente eine Schiebetür, packte eine Lunchbox mit unbekannten Gegenständen und kämmte einer Person die Haare – alles Aufgaben, die nicht im ursprünglichen Training enthalten waren.

Wettlauf um den lernenden Roboter: 1X im Spitzenfeld

Die Ankündigung platziert 1X an der Spitze des hart umkämpften Humanoid-Robotik-Markts. Das Konzept der „Weltmodelle“ gilt als nächste KI-Frontier. Schwergewichte wie NVIDIA und Google DeepMind investieren massiv in ähnliche Technologien, um Simulation und Realität zu verbinden. Erst letzte Woche kündigte Boston Dynamics auf der CES 2026 eine große Partnerschaft mit Google DeepMind an, um KI-Modelle in seinen Atlas-Roboter zu integrieren.

1X unterscheidet sich durch den Fokus auf ein System, das nicht nur simuliert, sondern aktiv aus der Realität einer gesamten Roboterflotte lernt. Damit adressiert das Unternehmen das zentrale Henne-Ei-Problem der Robotik: Echt fähige KI benötigt enorme Mengen an Interaktionsdaten aus der realen Welt. Autonomes Lernen soll die Skalierung der Plattform-Intelligenz nun rapide beschleunigen.

Der Weg in die Haushalte: Vorfeld für den Massenmarkt

Mit diesem Technologiesprung treibt 1X die Entwicklung von Allzweck-Robotern für den Haushalt voran. Die Mission: Eine Zukunft des Wohlstands durch sichere und intelligente Humanoiden schaffen. Das 1X World Model wird zunächst einer ausgewählten Gruppe von Forschern und Entwicklern zur Verfügung gestellt. Eine breitere kommerzielle Einführung soll nach weiteren Validierungen folgen.

Der NEO-Roboter ist bereits vorbestellbar. Ein „Early Access“-Paket kostet 20.000 US-Dollar für prioritäre Auslieferung 2026. Ein Abonnementmodell für 499 Dollar monatlich ist geplant. Mit wachsender Flotte und mehr Daten aus echten Interaktionen sollen die Fähigkeiten des Systems exponentiell zunehmen. Es ist ein Wendepunkt auf dem Weg zum humanoiden Helfer, der nicht nur programmierte Aufgaben abarbeitet, sondern versteht, adaptiert und ein echter Partner im Alltag wird.

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