Autohersteller, Schnitt

Autohersteller verdienen im Schnitt deutlich weniger je Auto

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 06:31 Uhr | dpa.de

15 große Automobilhersteller haben laut einer aktuellen Auswertung im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt operativ deutlich weniger pro Auto verdient.

Das durchschnittliche Konzern-Ebit je ausgeliefertem Auto sank von 1.409 auf 1.187 Euro, wie aus einem Report des Center of Automotive Management (CAM) hervorgeht. Ebit bezeichnet eine betriebswirtschaftliche Gewinnkenngröße und steht für "Earnings Before Interest and Taxes", auf Deutsch "Gewinn vor Zinsen und Steuern".

Insgesamt sank das operative Ergebnis (Ebit) der untersuchten Hersteller laut Auswertung um 17,5 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro. Der Rückgang von 17,5 Prozent fällt demnach wesentlich stärker aus als das Umsatzminus von 1,4 Prozent. Dies zeige, dass nicht in erster Linie der Umsatz, sondern die Fähigkeit zur Umwandlung der Erlöse in operative Ergebnisse unter Druck steht, heißt es darin.

Schere zwischen Umsatz- und Ergebnisentwicklung "Alarmsignal"

"Die Schere zwischen Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist das eigentliche Alarmsignal des ersten Halbjahres: Wenn das Ebit zwölfmal so stark einbricht wie der Umsatz, verliert die Branche nicht Marktanteile, sondern Ertragskraft", sagte Studienleiter Stefan Bratzel laut Mitteilung. Unter der Ertragskraft versteht man die langfristige Fähigkeit eines Unternehmens, Gewinne zu erzielen.

Die Auswertung beruht unter anderem auf bis zum 6. August 2026 veröffentlichten Geschäfts- und Quartalsangaben der betrachteten Automobilkonzerne. Große chinesische Hersteller wurden aufgrund fehlender vollständig vergleichbarer Halbjahresangaben nicht berücksichtigt.

In der Auswertung berücksichtigt wurden Toyota JP3633400001, die VW-Gruppe DE0007664039, Hyundai KR7005380001 (einschließlich Kia), Stellantis NL00150001Q9 (inkl. Leapmotor International), GM, Ford US3453708600, Mercedes DE0007100000, BMW DE0005190003, Tesla US88160R1014, Honda JP3854600008, Nissan JP3672400003, Renault FR0000131906, Suzuki JP3397200001, Mazda JP3868400007 und Mitsubishi.

Für die zweite Jahreshälfte ist laut CAM keine breite Entspannung zu erwarten. Unter anderem US-Zölle und der intensive Preiswettbewerb in China dürften die Branche demnach weiterhin belasten.

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