Die Cricut-Aktie reagiert auf Insider-Verkäufe und starke Quartalszahlen
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 21:15 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDie Cricut-Aktie (ISIN US22676R1077) rückt Mitte September 2026 mit einer Kombination aus Insider-Verkäufen und überraschend starken Quartalszahlen in den Blick der Anleger. Laut Investing.com wurden zwischen dem 15.09.2026 und dem 17.09.2026 insgesamt 180000 Cricut-Aktien durch CEO Ashish Arora veräussert, bei durchschnittlichen Stückpreisen um 5,55 bis 5,68 USD je Aktie.
Insider-Verkäufe des CEO prägen den kurzfristigen Fokus
Laut Investing.com hat Ashish Arora, Chief Executive Officer und Zehn-Prozent-Eigner von Cricut Inc., an drei aufeinanderfolgenden Handelstagen jeweils 60000 Aktien verkauft, und zwar am 15.09.2026, 16.09.2026 und 17.09.2026. Am 15.09.2026 lag der gewichtete Durchschnittskurs der Transaktion bei 5,6227 USD je Aktie, mit einer Preisspanne von 5,57 bis 5,665 USD je Anteilsschein.
Für die Verkäufe am 16.09.2026 nennt Investing.com einen gewichteten Durchschnittspreis von 5,5544 USD, wobei die Einzelpreise zwischen 5,52 und 5,64 USD lagen. Am 17.09.2026 erfolgte eine weitere Tranche von 60000 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittskurs von 5,6754 USD, die Preisspanne lag hier zwischen 5,61 und 5,725 USD je Aktie. Damit summieren sich die drei Tage auf ein Verkaufsvolumen von rund 1,011 Mio. USD, was vor allem als deutlicher Liquiditätszufluss für den CEO zu werten ist.
Nach diesen Transaktionen hält Arora weiterhin einen erheblichen Anteil am Unternehmen. Laut Investing.com besitzt er nach Abschluss der Verkäufe noch 5417105 Aktien der Class-A-Stammaktien von Cricut. Eine ergänzende Analyse von GuruFocus verweist darauf, dass Arora in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 1599091 Aktien verkauft und keine Aktien gekauft hat, was ein Muster kontinuierlicher Insider-Verkäufe erkennen lässt.
Starke Quartalszahlen mit Sondereffekten
Operativ überraschte Cricut die Märkte zuletzt mit deutlich besser als erwarteten Ergebnissen. Laut Investing.com meldete Cricut im zweiten Quartal 2026 einen verwässerten Gewinn je Aktie von 0,19 USD. Damit lag das Unternehmen deutlich über den Analystenerwartungen von 0,051 USD je Aktie und übertraf den Konsens um 0,139 USD je Aktie.
Beim Umsatz blieb Cricut jedoch hinter den Prognosen zurück. Den Angaben von Investing.com zufolge erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 Erlöse von 156,3 Mio. USD, während der Markt mit rund 165,62 Mio. USD gerechnet hatte. Damit lag der Umsatz etwa 9,3 Mio. USD beziehungsweise rund 5,6 Prozent unter der Konsensschätzung, was darauf hinweist, dass der Ergebnisüberraschung eher Kosteneffekte und Sondereinflüsse als ein starkes Nachfragewachstum zugrunde liegen.
Zu den Sondereffekten zählt laut Investing.com insbesondere die Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit einem Lizenzstreit sowie Rückerstattungen von Zöllen. Diese einmaligen Faktoren stützten das Ergebnis und führten zu einem Gewinnsprung, dessen Nachhaltigkeit Anleger im weiteren Jahresverlauf genau beobachten dürften.
Analysten skeptisch trotz Kursplus der vergangenen Monate
Trotz der starken Quartalszahlen bleibt ein Teil der Analysten zurückhaltend. Laut Investing.com hat Goldman Sachs die Aktie von Cricut mit einem Sell-Rating in die Coverage aufgenommen und ein Kursziel von 4,50 USD je Aktie festgelegt. Das liegt deutlich unter dem jüngsten Kursniveau um 5,60 bis 5,70 USD und signalisiert aus Sicht der Bank ein Abwärtspotenzial von rund 20 Prozent.
Als Begründung für die skeptische Einstufung nennt Investing.com die Belastung der Konsumausgaben im mittleren Einkommenssegment in den USA. Steigende Energiekosten und eine anhaltend hohe Inflation könnten die Nachfrage nach Hobby- und DIY-Produkten dämpfen, zu denen die Schneide- und Plotterlösungen von Cricut zählen. In der Folge sehen die Analysten das Risiko, dass die starke Ergebnisdynamik der jüngsten Quartale nicht im gleichen Tempo weitergeführt werden kann.
Gleichzeitig verweist die Analyse von GuruFocus darauf, dass Cricut beim zuletzt genannten Kurs von 5,62 USD je Aktie einem sogenannten GF-Value von 5,37 USD gegenübersteht. Dies entspricht einem Preis-zu-GF-Value-Verhältnis von 1,05, was die Plattform als fair bewertet interpretiert. Anleger sehen sich damit einer Konstellation gegenüber, in der die Aktie zwar nicht deutlich überzogen erscheint, kurzfristig aber von Insider-Verkäufen und einem skeptischen Analystenkommentar beeinflusst wird.
Kursentwicklung und Marktwert im aktuellen Umfeld
Den Kursstand während des letzten Insiderverkaufs beschreibt GuruFocus mit 5,62 USD je Aktie am 17.09.2026. Auf Basis dieses Schlusskurses wird eine Marktkapitalisierung von 1,20 Mrd. USD angegeben, womit Cricut klar im Small- bis Mid-Cap-Segment des US-Technologie- und Konsumgütermarktes liegt. Damit lässt sich der Abstand zum Kursziel von Goldman Sachs von 4,50 USD konkret quantifizieren: Der Unterschied beträgt 1,12 USD je Aktie, was einem Abschlag von knapp 19,9 Prozent gegenüber dem genannten Kursniveau entspricht.
In den vergangenen sechs Monaten weist die Aktie nach Angaben von Investing.com einen Kursanstieg von rund 41 Prozent auf. Der deutliche Anstieg zeigt, dass der Markt die operative Stabilisierung und den Ergebnissprung zunächst positiv aufgenommen hat. Die jüngste Welle von Insider-Verkäufen könnte jedoch als Anlass für Gewinnmitnahmen dienen, zumal die fundamentale Bewertung laut GF-Value-Modell mittlerweile eher im neutralen Bereich liegt.
Für deutsche Anleger ist Cricut primär über die US-Heimatbörse Nasdaq zugänglich; eine klare Zweitnotiz auf Xetra oder Tradegate mit den im Suchkontext geforderten Detaildaten ist aktuell nicht im selben Umfang dokumentiert wie bei grossen Standardwerten. Entscheidender Referenzpunkt bleibt daher der US-Schlusskurs vom 17.09.2026 in Höhe von 5,62 USD, der den Bewertungsrahmen für internationale Investoren absteckt.
Ausblick: Nachfrageentwicklungen und Sondereffekte im Fokus
Mit Blick auf die kommenden Quartale wird es für Cricut darauf ankommen, die Profitabilität auch ohne Sondereffekte wie Zollrückerstattungen oder Rückstellungsauflösungen zu stützen. Das zweite Quartal 2026 zeigte zwar mit 0,19 USD verwässertem Gewinn je Aktie eine deutliche Übererfüllung gegenüber dem Konsens von 0,051 USD, doch der zugleich um 5,6 Prozent unter den Erwartungen liegende Umsatz von 156,3 Mio. USD verdeutlicht, dass die Nachfrageentwicklung nicht im selben Ausmass überrascht hat, wie der Gewinnsprung.
Vor diesem Hintergrund dürfte sich der Markt in den kommenden Berichten stark auf Kennzahlen wie die Bruttomarge und den operativen Cashflow konzentrieren, um einschätzen zu können, ob Cricut strukturell höhere Profitabilität erreicht oder vor allem temporale Effekte nutzt. Die Einschätzung von Investing.com, dass steigende Energiepreise und eine hartnäckige Inflation den Spielraum für Freizeit- und Hobbyausgaben begrenzen könnten, ist dabei ein zentraler Risikofaktor für die Cricut-Aktie.
Kursniveau im Schlussabschnitt
Der zuletzt berichtete Kurs von 5,62 USD je Cricut-Aktie (Stand 17.09.2026, Nasdaq-Schlusskurs) liegt damit nur leicht über dem von GuruFocus genannten GF-Value von 5,37 USD. Für Anleger bedeutet dies, dass der Markt derzeit weder ein ausgeprägtes Bewertungsprämium noch einen deutlichen Abschlag einpreist, sondern Cricut in etwa auf Höhe des modellierten fairen Werts handelt.
Fakten zur Cricut-Aktie
- Unternehmen: Cricut Inc.
- ISIN: US22676R1077
- Ticker: CRCT
- Handelsplatz: Nasdaq
- Kurs (Stand 17.09.2026): 5,62 USD
- Marktkapitalisierung: 1,20 Mrd. USD (Stand 17.09.2026)
- Sektor / Branche: Konsumgüter / Freizeit- und Hobbytechnologie
- Indexzugehörigkeit: Nasdaq Global Market
