Forvis Mazars in Austria, europäische Banken

Forvis Mazars veröffentlicht eine Benchmark-Studie zur Finanzberichterstattung europäischer Banken

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 11:30 Uhr | pressetext.de

Wien - Die internationale Prüfungs-, Steuer- und Beratungspartnerschaft Forvis Mazars veröffentlicht die aktuelle Ausgabe ihrer Studie "Financial reporting of European banks". Die Analyse basiert auf den in den Geschäftsberichten 2025 führender europäischer Banken ausgewiesenen erwarteten Kreditverlusten (Expected Credit Losses – ECL). Das Ergebnis: Trotz weiterhin bestehender makroökonomischer Unsicherheiten befinden sich die Banken insgesamt in einer stabilen und widerstandsfähigen Kreditrisikoposition.

Forvis Mazars veröffentlicht eine Benchmark-Studie zur Finanzberichterstattung europäischer Banken
Georg Fikar - Bild: Forvis Mazars über pressetext.de

Zentrale Erkenntnisse

* Im Jahr 2025 war keine allgemeine Verschlechterung des Kreditrisikos festzustellen. Wichtige Kennzahlen wie Deckungsquoten sowie modellunabhängige Anpassungen ("Management Overlays") gingen leicht zurück und zeigen eine geringere Streuung als in den Vorjahren. * Die Bruttokreditexponierungen stiegen um 3,0 %, vor allem bei Engagements der Stufe 1 (Stage 1), während die ECL-Rückstellungen um 1,9 % zurückgingen. Dies führte zu einer niedrigeren durchschnittlichen Deckungsquote für Kredite zu fortgeführten Anschaffungskosten von 1,20 % (gegenüber 1,26 % zum Jahresende 2024 und 1,57 % im Jahr 2019). * Die Ertragslage entwickelte sich weiterhin moderat positiv: Bei 18 der 26 untersuchten Banken stieg das operative Ergebnis. Das Wachstum fiel jedoch geringer aus als im Vorjahr (8 % gegenüber 20 %). Der durchschnittliche ECL-Aufwand blieb mit 13 % des operativen Ergebnisses weitgehend stabil (2024: 12 %). * Der Anteil der Management Overlays an den gesamten ECL-Rückstellungen sank weiter auf 9 % (2024: 10 %, 2023: 12 %). Dies bestätigt die schrittweise Normalisierung seit dem Höhepunkt der Pandemie und die zunehmende Bedeutung modellbasierter Schätzungen.

Europäische Banken zeigen stabile Kreditrisiken trotz anhaltender Unsicherheiten

Die Studie basiert auf den bis zum 1. April 2026 veröffentlichten Geschäftsberichten von 26 europäischen Bankengruppen. Obwohl zentrale Kreditrisikokennzahlen weiter zurückgingen, scheinen sich sowohl deren Niveau als auch die Unterschiede zwischen den Instituten zunehmend zu stabilisieren. Dies deutet darauf hin, dass europäische Banken insgesamt gut aufgestellt sind, um künftigen wirtschaftlichen Belastungen zu begegnen.

ECL-Aufwand steigt leicht

Mit den steigenden operativen Ergebnissen erhöhte sich auch der durchschnittliche ECL-Aufwand um 14 %. Die erwarteten Kreditverluste machten damit rund 13 % des operativen Ergebnisses aus, verglichen mit 12 % im Jahr 2024. Die Kreditkosten bleiben somit beherrschbar, zeigen jedoch einen leichten Aufwärtstrend. Gleichzeitig entwickelten sich die ECL-Aufwendungen unterschiedlich: 16 Banken verzeichneten einen Anstieg, 10 einen Rückgang. Dies verdeutlicht die unterschiedlichen Risikodynamiken innerhalb Europas.

Verschiebung hin zu Stage-1-Engagements

Die Studie zeigt zudem eine Verschiebung der Kreditexponierungen zwischen den IFRS-9-Stufen. Das Wachstum wurde insbesondere von Stage-1-Engagements getragen, die durch Neugeschäft sowie Umschichtungen aus höheren Risikostufen zunahmen. Gleichzeitig gingen die Deckungsquoten für Stage 1 zurück, während sie für Stage 2 und Stage 3 leicht anstiegen. Dies weist auf unterschiedliche Risikovorsorgedynamiken innerhalb der einzelnen Risikostufen hin. Peter Wundsam, Managing Partner bei Forvis Mazars in Austria, sieht darin ein Zeichen für die zunehmende Stabilität des Sektors: "Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Banken zunehmend auf etablierte Risikomodelle stützen können. Gleichzeitig bleiben sie wachsam und berücksichtigen geopolitische, wirtschaftliche und klimabezogene Unsicherheiten weiterhin in ihren Bewertungen."

Georg Fikar, Director Financial Services bei Forvis Mazars in Austria, sieht darin ein Zeichen für die zunehmende Stabilität des europäischen Bankensektors: "Die Ergebnisse zeigen, dass europäische Banken ihre Risikomanagement- und Prognoseprozesse in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt haben. Der Rückgang der modellunabhängigen Anpassungen bei der Risikovorsorge spricht dafür, dass viele Institute wieder stärker auf ihre etablierten IFRS-9-Modelle vertrauen können. Die insgesamt stabile Entwicklung des Kreditrisikos zeigt, dass zahlreiche Banken heute widerstandsfähiger aufgestellt sind als noch vor wenigen Jahren."

Weniger Management Overlays

Auch die Nutzung von Post-Model Adjustments und Overlays ging weiter zurück. Ihr Anteil an den gesamten ECL-Rückstellungen lag 2025 bei nur noch 9 % und damit so niedrig wie seit ihrer Einführung während der Covid-19-Pandemie nicht mehr. Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Orientierung an modellbasierten Kreditrisikoschätzungen hin. Gleichzeitig berücksichtigen die Banken weiterhin makroökonomische, handelsbezogene sowie klimabezogene Unsicherheiten in ihren Risikomodellen.

"Banken bleiben insgesamt widerstandsfähig"

Vincent Guillard, Partner und Leiter der Studie, erklärt: "Unsere Studie zeigt, dass sich europäische Banken aus Kreditrisikosicht weiterhin insgesamt in einer stabilen Position befinden. Die Bilanzen spiegeln eine Verschiebung hin zu Stage-1-Engagements sowie eine geringere Abhängigkeit von Management Overlays wider. Obwohl die Kreditkosten im Durchschnitt leicht gestiegen sind, entwickeln sich die Trends von Institut zu Institut unterschiedlich. Vor diesem Hintergrund beeinflussen anhaltende makroökonomische Unsicherheiten – einschließlich handelspolitischer Spannungen – weiterhin die zukunftsgerichteten Annahmen und führen zu vorsichtigen Prognosen."

Vorsicht prägt weiterhin die Prognosen

Insgesamt zeigen die in der Studie untersuchten zukunftsorientierten makroökonomischen Annahmen weiterhin ein heterogenes Bild. Zwar liegen die Prognosen der Banken weitgehend im Einklang mit jenen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England, dennoch bestehen Unterschiede. Die Mehrheit der Banken misst negativen Szenarien weiterhin ein bedeutendes Gewicht bei.

Über die Studie "Financial reporting of European banks" Die Studie basiert ausschließlich auf Informationen aus den bis zum 1. April 2026 veröffentlichten Geschäftsberichten von 26 europäischen Banken. Pressemitteilungen, Investorenpräsentationen oder vergleichbare Veröffentlichungen wurden nicht berücksichtigt. Die detaillierte Methodik ist im vollständigen Bericht beschrieben.

Download der gesamten Studie zur Finanzberichterstattung europäischer Banken: www.forvismazars.com/at/de/branchen/financial-services/banking/finanzberichterstattung-europaeischer-banken-2026 ( https://www.forvismazars.com/at/de/branchen/financial-services/banking/finanzberichterstattung-europaeischer-banken-2026 )

Über Forvis Mazars Forvis Mazars ist eine der größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien in Österreich mit Standorten in Wien und Krems. Rechtliche Leistungen werden unter der Marke "Forvis Mazars Legal in Austria" durch die unabhängige Kanzlei Starlinger Mayer Rechtsanwält:innen GmbH erbracht. Das Unternehmen wächst stetig und hat derzeit sechzehn Partner:innen sowie mehr als 250 Mitarbeitende. Forvis Mazars in Österreich ist Teil einer internationalen Partnerschaft mit über 40.000 Mitarbeitenden in mehr als 100 Ländern. Damit ist die Kanzlei ein leistungsstarker Partner für Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branchenzugehörigkeit. Als Mitglied der Science Based Targets initiative (SBTi) und des Global Compact der Vereinten Nationen verfolgt Forvis Mazars klare Ziele in den Bereichen Nachhaltigkeit, Verantwortung und Unternehmensführung.

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Aussender: Forvis Mazars Partners GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Ansprechpartner: Sabine Fichtinger Tel.: +43 1 53174 E-Mail: marketing.at@forvismazars.com Website: www.forvismazars.com/at

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