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Kreislaufwirtschaft in Österreich auf Kurs: Zweiter Fortschrittsbericht zeigt sinkenden Ressourcenverbrauch

18.06.2026 - 10:55:00 | pressetext.de

Wien - Der von der Bundesregierung beschlossene und nun veröffentlichte zweite Fortschrittsbericht zur österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie zeigt eine positive Entwicklung: Der Ressourcenverbrauch ist rückläufig, Ressourcenproduktivität und Zirkularitätsrate steigen. Die ÖGUT, die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik, hat den Bericht gemeinsam mit Manfred Mühlberger (ETA Umweltmanagement GmbH) verfasst.

Die Kreislaufwirtschaft gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung, auch als wesentlicher Baustein für den Klimaschutz. Entsprechend nehmen die Zahl der Akteur:innen und der Maßnahmen laufend zu. Der Schwerpunkt der Umsetzung liegt derzeit im Recycling und in der Nutzung von Sekundärrohstoffen.

"Der aktuelle Fortschrittsbericht zeigt: Österreich bewegt sich in die richtige Richtung. Der Ressourcenverbrauch sinkt, Ressourcenproduktivität und Zirkularitätsrate steigen. Damit aus diesem Trend ein dauerhafter Wandel wird, müssen wir über das Recycling hinausdenken, und zwar hin zu zirkulärem Design, längerer Nutzung und sinnvollen Rahmenbedingungen. Der Bericht macht sichtbar, wie breit die Kreislaufwirtschaft in Österreich bereits getragen wird", so Dr.in Erika Ganglberger, Leiterin des ÖGUT-Themenbereichs Kreislaufwirtschaft.

Die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie wurde im Dezember 2022 von der Bundesregierung beschlossen. Der aktuelle (zweite) Fortschrittsbericht beschreibt die Umsetzung der darin festgelegten Vorhaben und fokussiert auf wesentliche Aktivitäten und Beispiele aus 2024 und 2025.

Vier zentrale Ziele entwickeln sich in die richtige Richtung

Die Strategie misst ihren Fortschritt an vier quantitativen Zielen: Material-Fußabdruck, inländischer Materialverbrauch, Ressourcenproduktivität und Zirkularitätsrate. Die Indikatoren zeigen über die Zeit eine tendenziell positive Entwicklung, wobei die Daten für 2024 (teilweise auch 2023) noch vorläufig sind:

* Material-Fußabdruck – Trend positiv, Ziel aber noch weit entfernt: Der Material-Fußabdruck sinkt seit 2021 und lag 2024 mit 19,6 Tonnen pro Kopf am tiefsten Wert seit 2015. Bis 2050 soll er auf 7 Tonnen pro Kopf fallen. Derzeit liegt er noch rund beim Dreifachen dieses Ziels. * Inländischer Materialverbrauch – Trend positiv, Ziel in Reichweite: Der inländische Materialverbrauch ging zwischen 2021 und 2024 um 16 Prozent auf 15,7 Tonnen pro Kopf zurück. Hält dieser Trend an, ist der Zielwert von 14 Tonnen pro Kopf bis 2030 erreichbar. * Ressourcenproduktivität – Trend positiv, über EU-Schnitt: Die Ressourcenproduktivität steigt und erreichte 2024 mit 2.626 Euro pro Tonne einen neuen Höchstwert, der über dem EU-Durchschnitt von 2.358 Euro pro Tonne liegt. Bis 2030 soll sie um 50 Prozent gegenüber 2015 zulegen. * Zirkularitätsrate – Trend positiv, Ziel wird angehoben: Die Zirkularitätsrate steigt seit 2022 kontinuierlich und lag 2024 vorläufig bei 15,2 Prozent. Der nationale Zielwert von 18 Prozent bis 2030 wird derzeit überprüft und voraussichtlich angehoben: Mit dem Clean Industrial Deal vom Februar 2025 setzt die EU als Benchmark eine Steigerung der EU-weiten Zirkularitätsrate auf 24 Prozent bis 2030.

Konkrete Maßnahmen aus 2024 und 2025

Der Bericht führt zahlreiche umgesetzte Maßnahmen an. Eine Auswahl:

* Pfand wirkt: Seit Jahresbeginn 2025 gilt das Pfand auf Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff und auf Dosen. Laut Recycling Pfand Österreich werden mit Stand Juli 2025 täglich zwischen sieben und neun Millionen Einweg-Pfandgebinde retourniert; rund drei Viertel der Konsument:innen befürworten das System. Bis 2029 ist eine Rücklaufquote von 90 Prozent zu erreichen. * Förderung: Im Förderbereich Kreislaufwirtschaft des Umweltförderungsgesetzes wurden 2024 und 2025 insgesamt 74 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 117,2 Mio. Euro gefördert; das Fördervolumen betrug 47,9 Mio. Euro. Über die FFG-Ausschreibung "Ressourcenwende 2025" standen zusätzlich 27,5 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung bereit. * Digitaler Produktpass: Der Digitale Produktpass (DPP) als zentrales Element der Ökodesign-Verordnung gewinnt an Bedeutung. Mit den Leitprojekten PACE-DPP und PASSAT beteiligt sich Österreich seit 2025 aktiv an seiner europäischen Ausgestaltung. * Monitoring: Für die Weiterentwicklung des Monitorings wurde ein erweitertes Indikatorenset entwickelt, das zusätzlich zu den fünf bestehenden Zielindikatoren elf weitere Schlüsselindikatoren auswählt – künftig möglicher Kern eines "österreichischen Überwachungsrahmens Kreislaufwirtschaft". * Governance: Die 2023 eingerichtete Task Force Circular Economy erarbeitet konkrete Umsetzungsvorschläge, zuletzt etwa zur Industriestrategie und zur Weiterentwicklung des Abfallwirtschaftsgesetzes. * Qualifizierung: Die Angebote für Unternehmen zu Aus- und Weiterbildung, Beratung und Begleitung in der Kreislaufwirtschaft haben deutlich zugenommen.

Der vollständige Bericht steht auf der Publikationsseite des BMLUK zum Download zur Verfügung: https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/klima-und-umwelt/die-oesterreichische-kreislaufwirtschaftsstrategie.html

Hintergrund: Die ÖGUT Erstellt wurde der umfangreiche Bericht von einem Redaktionsteam der ÖGUT – Veronika Reinberg, Karin Granzer-Sudra und Erika Ganglberger – gemeinsam mit Manfred Mühlberger (ETA Umweltmanagement GmbH); Herausgeber ist das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

Die ÖGUT ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation und Plattform für nachhaltige Entwicklung, die Organisationen und Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Umwelt vernetzt. Die ÖGUT setzt sich dafür ein, dass Innovationen fair und breit umgesetzt werden – sie erkennt Transformationsprozesse früh, gestaltet sie mit und beugt somit Konflikten vor.

Im Themenfeld Kreislaufwirtschaft begleitet die ÖGUT die Transformation zu einer ressourcenschonenden, zirkulären Wirtschaft – von der Strategieentwicklung für Politik, Gemeinden und Unternehmen über angewandte Forschung, Zirkularitätsbewertungen und Massenflussanalysen bis hin zur Vernetzung von Akteur:innen und zur Wissensvermittlung. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in den Branchen Textil, Bau und Elektro sowie in der biobasierten Industrie und im nachhaltigen Wirtschaften. Aktuell unterstützt die ÖGUT das BMLUK bei der Umsetzung der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie, baut im Rahmen von EU4Green Recovery East Circular Economy Hubs (etwa in Armenien und Moldau) auf und macht mit Bildungsformaten wie "Loop it!" Kreislaufwirtschaft an Schulen erlebbar.

Rückfragehinweis: Mag.a Julia Petschinka – Öffentlichkeitsarbeit ÖGUT, E-Mail: julia.petschinka@oegut.at Dr.in Erika Ganglberger – Leiterin des ÖGUT-Themenbereichs Kreislaufwirtschaft, E-Mail: erika.ganglberger@oegut.at

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Aussender: ÖGUT GesmbH Ansprechpartner: Julia Petschinka Tel.: +43 1 315 6393 34 E-Mail: julia.petschinka@oegut.at Website: www.oegut.at

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