Sal, Oppenheim-Manager

Sal.

29.03.2007 - 11:48:50

„Zertifikate haben sich etabliert“

Christopher Maaß, Senior Vice President bei Sal. Oppenheim, schwört auf Derivate, empfiehlt diese jedoch nur informierten Anlegern. Instock: Zertifikate waren noch vor relativ kurzer Zeit für Privatanleger „böhmische Dörfer“. Maaß: Ende der neunziger Jahre waren Zertifikate noch Nischenprodukte. Seitdem haben wir Zertifikate zu einer Anlageklasse entwickelt, die immer mehr zu Fonds aufholt. Wenn man sich Studien des Derivate-Forums ansieht, dann haben Anleger etwa 120 Milliarden Euro in Zertifikaten angelegt. Allein in Deutschland gibt es rund 150.000 Produkte. Daher kann man hierzulande weder von einem unbekannten Produkt noch von einer Nische reden. Auch auf der Anlegermesse „Invest“ wurde deutlich, wie interessant diese Anlageklasse auch für private Investoren geworden ist. Zertifikate haben sich als Alternative zu Fonds und Direktinvestments etabliert. Instock: Worauf führen Sie diesen Trend zurück? Maaß: Zertifikate bieten für jedes Anleger-Chance-Risiko-Profil und für jede Markteinschätzung das richtige Produkt. Dass heißt, der Anleger kann von steigenden, seitwärts laufenden, fallenden oder stark fallenden Kursen profitieren. Damit kann man in jeder Situation mit Derivaten Geld verdienen. Das ist ein Vorteil, den viele Anlageklassen, wie beispielsweise Immobilien, nicht bieten. Instock: Die Möglichkeiten, die Zertifikate bieten, kann aber nur nutzen, wer als Privatanleger auch ausreichend informiert ist. Maaß: Richtig, denn Zertifikate sind teilweise sehr komplexe Produkte. Wir empfehlen unseren Kunden, die umfangreichen Prospekte sehr genau zu studieren. Auch die Kundenberater der Banken und Sparkassen sollten inzwischen so geschult sein, dass sie über Zertifikate Auskunft geben können. Instock: Sollten sein oder sind sie es? Maaß: Häufig gibt es in den Banken schon Spezialisten, die sich mit Zertifikaten sehr gut auskennen. Als Privatanleger sollte man gezielt nachfragen. Manche Banken konzentrieren sich nur auf ihre Produkte, geben weniger allgemeine Auskünfte zum Derivatemarkt. Aus diesem Grund empfehlen wir allen Anlegern, sich bei den Emittenten der Wertpapiere direkt zu informieren und dann gezielt auf ihren Berater zuzugehen. Instock: Was macht Sal. Oppenheim, um Kunden zu informieren? Maaß: Wir veröffentlichen zahlreiche Informationsmaterialien und veranstalten beispielsweise eigene Roadshows in ganz Deutschland. Im April reisen wir mit unser großen Derivate-Tour durch mehr als 30 deutsche Städte. In diesem Zusammenhang geben wir kostenlose Kurse über die Funktionsweise von Zertifikaten. Dabei gehen wir auf deren Vor- und Nachteile ein. Wenn jemand Fragen oder Probleme hat, kann er sich an unsere Hotline wenden. Dort erhält er detaillierte Auskünfte zu unseren knapp 18.000 in Deutschland zugelassenen Produkten. Instock: Wenn allein Sal. Oppenheim ein Zehntel aller hierzulande zugelassenen Derivate aufgelegt hat, durchschaut doch kaum noch jemand Ihr Angebot. Maaß: Das klingt jetzt sehr viel, doch es gibt eine Vielzahl von Strukturen und Basiswerten, auf die sich die Produkte verteilen. Instock: Sie sprachen eingangs davon, dass Zertifikate sowohl von steigenden als auch von sinkenden Kursen profitieren. Das kennen viele von Hedge-Fonds. Maaß: Hedge-Fonds sind etwas grundsätzlich anderes, sie gehören zu den alternativen Investments. Die verfolgen grundsätzlich einen marktneutralen Ansatz. Im Gegensatz zu Hedge-Fonds sind Derivate einfacher strukturiert, deutlich transparenter und verlangen nach einer klaren Marktmeinung. Instock: Für welchen Anlagehorizont muß sich jemand entscheiden, der in Derivate investiert? Maaß: Wir bieten für jeden Anlagehorizont etwas an. Wir bieten sowohl für die kurzfristige Spekulation Optionsscheine und Turbo-Zertifikate, als auch Anlagezertifikate für an langfristiges Engagement. In der Regel haben die Produkte auch unter steuerlichen Aspekten einen Anlageschwerpunkt von gut einem Jahr und mehr, da die Erlöse nach einem Jahr in der Regel steuerfrei sind. Hier bieten wir alles von ein bis sieben Jahren Laufzeit an. Instock: Das klingt, als würden Zertifikate die Anlageform schlechthin sein. Sollte ein Depot nur aus Zertifikaten bestehen oder welche prozentuale Gewichtung empfehlen Sie? Maaß: Es gibt Studien, die beweisen, dass man ein ausgewogenes und diversifizierte Wertpapier-Depot in Zertifikaten darstellen kann. Selbst auf Immobilien oder Rohstoffen ist es inzwischen möglich zu spekulieren. Doch auch hier gilt: Erst informieren, dann kaufen.
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