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Frankfurt Schluss: Hohe Inflation in USA bremst Kurse

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 17:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Überraschend stark gestiegene Verbraucherpreise in den USA haben am Mittwoch am deutschen Aktienmarkt größere Sprünge nach oben verhindert.

Zum Ende des Xetra-Handels stand für den Dax DE0008469008 ein Plus von 0,15 Prozent auf 25.298,61 Zähler zu Buche. Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex in der Spitze um 0,75 Prozent zugelegt. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel schloss 0,10 Prozent höher bei 30.050,15 Punkten.

Hohe Preise für Kraftstoff und Heizöl haben die Inflation in den USA im September überraschend stark angetrieben. Die Verbraucherpreise legten im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zu und damit stärker als Experten im Mittel erwartet hatten. Im August hatte die Inflationsrate noch bei 3,4 Prozent gelegen.

Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank zeigte sich vergleichsweise gelassen: "Von klaren Zweitrundeneffekten kann bislang immer noch nicht die Rede sein". Als Zweitrundeneffekte bezeichnet man die Reaktionen von Unternehmen und Arbeitnehmern auf einen ersten Preisschock, wodurch sich die Teuerung weiter verstärkt. Aus Sicht der US-Notenbank Fed stehe dieses Jahr noch eine Zinsanhebung an, so Gitzel. "Danach sollen dann keine weiteren Zinsanhebungen folgen".

Dass die Stimmung am Markt nicht kippte, dafür sorgte auch ein Vorhaben der EU-Kommission. Angesichts hoher Energiepreise sollen bestimmte Klimaschutzregeln für importierte fossile Brennstoffe erst später als geplant angewendet werden. Der europäische Gaspreis fiel daraufhin deutlich, und Aktien energieintensiver Unternehmen, etwa aus der Chemie- und Rüstungsbranche, legten zu. Rheinmetall DE0007030009 etwa gewannen 3,1 Prozent, MTU DE000A0D9PT0 2,4 Prozent und BASF DE000BASF111 2 Prozent.

Die Kion DE000KGX8881-Aktie legte leicht zu. Der Hersteller von Logistiktechnik senkte die Jahresziele und verschob mittelfristige Ziele wegen einer schwachen Nachfrage nach Gabelstaplern. Das irritierte die Anleger nicht lange, denn Kion hatte erst kürzlich eine träge Geschäftsentwicklung signalisiert.

Aktien von Lufthansa DE0008232125 rückten wegen einer Übernahme in den Fokus. Das Papier gab um 2,1 Prozent nach. Die Regierung Portugals wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von knapp 45 Prozent der staatlichen Airline Tap aus. Die Lufthansa habe für diese Anteile ein Gebot von 1,2 Milliarden Euro abgegeben, hieß es aus Lissabon.

Im Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 erholte sich die schwer gebeutelte Evotec DE0005664809-Aktie mit 6,7 Prozent. Die Quartalszahlen des Entwicklers von Pharmawirkstoffen fielen besser aus als erwartet.

Der Windparkentwickler PNE DE000A0JBPG2 kappte die Prognose für das Jahresergebnis, was der Aktie einen Kurseinbruch von fast 20 Prozent und ein Kurstief seit sechs Jahren einbrockte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg am Mittwoch um 0,38 Prozent auf 6.190,37 Punkte. Außerhalb des Euroraums ging es mit dem britischen FTSE 100 GB0001383545 noch weiter aufwärts. Mit dem zum US-Dollar schwachen Pfund könnten sich die britischen Exportaussichten verbessern. Der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 gewann sogar 1,5 Prozent, angetrieben von den Kursgewinnen der Schwergewichte Roche CH0012032048 und Novartis CH0012005267. Der Dow Jones Industrial US2605661048 lag zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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