Europa Schluss: Stabilisierung vor dem Wochenende
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 18:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPositive Vorgaben aus Asien und weitere Gewinne bei den US-Standardwerten stützen die Kurse. Allerdings litten in New York die Technologieaktien nach ihrem Stabilisierungsversuch am Donnerstag wieder unter den Sorgen über ausufernde Finanzierungskosten für KI-Konzerne. Dies trübte am Freitag etwas die Stimmung.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg letztlich um 0,58 Prozent auf 6.204,23 Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 0,5 Prozent.
Außerhalb der Euroregion legte der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 am Freitag um 0,29 Prozent auf 14.391,31 Punkte zu. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gewann 0,38 Prozent auf 10.881,90 Punkte.
Im Wochenverlauf hatte eine überraschend hohe Inflation in den USA Bedenken genährt, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits im Oktober ein weiteres Mal anheben und somit Finanzierungen für Konsumenten, Unternehmen und den Staat verteuern könnte. Dass sich der Fed-Chef Kevin Warsh nun aber in einer Rede nicht spezifisch zur Geldpolitik geäußert hatte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken.
Aus Branchensicht waren europaweit Titel aus klassischen Branchen gefragt. Dabei zogen Autowerte EU0009658681 mit einem Plus von 1,6 Prozent besonders deutlich an. Börsianer verwiesen auf eine Einigung zwischen Deutschland und Frankreich auf ein gemeinsames Auto-Paket. "Wir streben eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen an und stärken zugleich Europas Kapazitäten für die Entwicklung und Fertigung der nächsten Generation von Elektrofahrzeugen", teilten beide Seiten mit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht in der Einigung ein Investitionssignal an die Industrie. Auch das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren soll wohl noch stärker gelockert werden als bisher geplant.
"Mehr Flexibilität bei CO2-Flottengrenzwerten für Pkw ist ein wichtiges Signal zur finanziellen Unterstützung der europäischen Automobilindustrie bei ihrem Umstieg auf Elektromobilität", kommentierte das Centrum für Europäische Politik.
Rüstungsaktien setzten ihre Erholung fort. Bereits zum Wochenstart hatte sich die Stimmung der Anleger für Rüstungswerte nach positiven Kommentaren der Experten von Morgan Stanley aufgehellt. Die Analysten der US-Bank rechnen im Verteidigungssektor zum Jahresende mit einem Anstieg der Aufträge aus dem Bundeshaushalt. Dies könnte zu einer saisonalen Rally im Sektor führen und das Vertrauen in die Umsetzung der Ziele im Jahr 2027 stärken, hatte es geheißen. Unter anderem gewannen die Aktien von Thales FR0000121329 2,8 Prozent und die von Rheinmetall DE0007030009 6,3 Prozent. Letztere hatten damit im EuroStoxx die Nase vorn.
Der französische Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric FR0000121972 hatte nach einem starken dritten Quartal erneut seine Jahresziele erhöht. Die Anteilsscheine büßten gleichwohl anfängliche Gewinne ein und fielen am Ende um fast zwei Prozent. Das Quartal sei stark ausgefallen, die erhöhten Ziele lägen aber im Rahmen dessen, was sich der Markt zuletzt ohnehin schon erhofft habe, schrieb Analyst Phil Buller von der US-Großbank JPMorgan. Laut dem Experten droht zudem für die Übernahme des US-Softwarespezialisten PTC eine Kapitalerhöhung.
Unter den kleineren Werten aus der Schweiz setzten Aktien von DocMorris CH0042615283 ihre Aufwärtsbewegung mit einem Plus von gut sieben Prozent fort. Sie reagierte damit auf positive Analystenstimmen nach der Präsentation der Geschäftszahlen am Vortag. Die Online-Apotheke hatte im dritten Quartal das Wachstum deutlich beschleunigt.
