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Europa Schluss: Schwach - Techbranche stützt allerdings

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Europas Börsen sind am Montag schwach in die neue Woche gestartet.

In den letzten Handelsminuten erholten sich die meisten Leitindizes allerdings von ihren zuvor noch weitaus deutlicheren Verlusten. Daran dürfte nicht zuletzt die deutliche Stabilisierung der US-Technologiebörse Nasdaq einen Anteil haben.

Insgesamt jedoch belasteten erneut steigende Anleiherenditen die Stimmung der Anleger an den Aktienmärkten. Zudem verringerten die Ölpreise ihre Verluste im Tagesverlauf. Und trotz der Erholung der Techbranche weltweit sind die Sorgen rund um KI und deren Finanzierungsbedarf längst nicht ausgestanden.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 setzte sein Auf und Ab der vergangenen Wochen fort. Mit einem Abschlag von 0,96 Prozent auf 6.144,81 Punkte ging der Leitindex der Eurozone letztlich aus dem Tag. Schwach schlossen zudem auch die Börsen in Frankreich, Spanien und Italien. Außerhalb der Euroregion ging der britische FTSE 100 GB0001383545 mit minus 1,08 Prozent auf 10.764,69 Punkte aus dem Tag. Der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 schloss mit 0,16 Prozent auf 14.368,78 Zähler nur moderat in der Verlustzone.

Die Experten von Index-Radar sehen aktuell die Sorgen um die Finanzierung des KI-Booms als wesentlichen Belastungsfaktor für die Börsen. Diese überlagerten inzwischen sogar die Inflationsängste, schrieben sie und verwiesen darauf, dass Anleger derzeit Kapital aus risikoreichen Technologieaktien in angeblich sichere Staatsanleihen umschichteten. "Hier wächst die Erwartung, dass nicht alle geplanten KI-Projekte realisiert werden. Das würde den künftigen Kapitalbedarf verringern und könnte auch das Wirtschaftswachstum stärker bremsen als bislang erwartet."

Die kommenden Tage werden ihnen zufolge daher spannend, denn mit den US-Größen Tesla US88160R1014, Meta US30303M1027 und SpaceX US84615Q1031 kämen die ersten Schwergewichte der Technologiesaison mit ihren Quartalsberichten auf den Prüfstand.

Auf den Ölpreis verwies obendrein Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Bislang seien die Preisanstiege gut weggesteckt worden, doch sie blieben ein wichtiges Thema, da die Spuren, die sie hinterließen, tiefer würden. Der Ölpreis bleibe "eine der großen Bedrohungen für die globale Konjunktur", betonte er.

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 EU0009658202 zeigte sich nur die Tech-Branche EU0009658921 im Plus, die allerdings auch fast zwei Wochen lang nachgegeben hatte.

Anleger griffen nach dem Ausverkauf wieder zu, sagte Marktanalyst Maximilian Wienke vom Broker Etoro. "Die Erholung bleibt jedoch anfällig", da zunehmend hinterfragt werde, ob die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur ausreichend Rendite brächten. ASML NL0010273215 gewannen als einer der besten Werte im EuroStoxx 1,3 Prozent. In Amsterdam stiegen ASM NL0000334118 um 1,0 Prozent und BE Semiconductor NL0012866412 gewannen 3,4 Prozent. Logitech CH0025751329 legten an der SMI-Spitze um 2,5 Prozent zu.

Mit am stärksten unter Druck standen der Banken- EU0009658806 und der Rohstoffsektor EU0009658624. Unter den Banken gaben ING NL0011821202, BBVA ES0113211835, Unicredit IT0005239360, Intesa, Santander ES0113900J37 und BNP Paribas FR0000131104 jeweils um die zwei Prozent nach. Im SMI verloren UBS CH0244767585 1,4 Prozent und in London HSBC GB0005405286 2,2 Prozent und Barclays GB0031348658 3,5 Prozent. Außerdem gab dort die Aktie des Minenbetreibers Anglo American GB00BTK05J60 um 4,1 Prozent nach und die des Bergbauunternehmens und Rohstoffhändlers Glencore JE00B4T3BW64 um 3,3 Prozent.

Außerhalb der großen Indizes verloren die Partizipationsscheine von Lindt & Sprüngli CH0010570759 um 0,8 Prozent zu. Damit hielt sich die Kursreaktion auf den Rauswurf von Unternehmenschef Adalbert Lechner nach zwei Umsatzwarnungen binnen eines Jahres in Grenzen. Vor zwei Wochen war die Aktie des Schokoladenherstellers auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen.

Umstufungen bewegten zudem die Anteilscheine des Börsenbetreibers Euronext NL0006294274 und die des britischen Tabak- und Konsumgüterunternehmen Imperial Brands GB0004544929. Euronext gewannen angesichts einer Hochstufung durch Citigroup auf "Buy" 1,3 Prozent. Imperial Brands büßten nach einer Abstufung des Analysehauses Jefferies auf "Hold" dagegen 1,8 Prozent ein.

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