Europa Schluss: Ölpreise und Anleiherenditen belasten die Märkte
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 18:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSInsbesondere gestiegene Ölpreise belasteten am Donnerstag.
"Die hohen Ölpreise schüren die Sorge vor einem erneuten Preisschub und damit vor einer länger restriktiven Geldpolitik", erläuterte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets. Zudem nähmen angesichts steigender Renditen am Anleihenmarkt die Sorgen über die hohen Staatsschulden vieler Länder zu.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 sank um 1,49 Prozent auf 6.175,45 Punkte. Damit sackte der Leitindex der Eurozone auf das Niveau von Mitte Juni.
Außerhalb des gemeinsamen Währungsraums büßte der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 1,50 Prozent auf 13.622,85 Punkte ein. Der britische FTSE 100 GB0001383545 sackte um 1,68 Prozent auf 10.428,27 Punkte ab.
In dem angespannten Marktumfeld lagen Bankaktien EU0009658806 mit einem Minus von 3,7 Prozent an der Spitze der Verlierer. Der Sektor brach mit den Abgaben aus der Seitwärtsbewegung der vergangenen Wochen nach unten aus. Der starke Anstieg der Staatsanleiherenditen schüre Befürchtungen hinsichtlich einer Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen und einer Wachstumsverlangsamung, hieß es am Markt.
Ölwerte EU0009658780 kamen trotz der hohen Notierungen von Rohöl kaum vom Fleck. Der Analysedienst Index Radar verwies auf eine Studie einer US-Bank, die eine Entspannung der Versorgung signalisiere.
Besser hielten sich Technologiewerte EU0009658921. Sie reagierten damit auf die Quartalszahlen von Micron US5951121038. Kräftig gestiegene Umsätze und Gewinne sowie der Ausblick des US-Halbleiterunternehmens hatten die Zuversicht für die Nachfrage im Zuge des Booms der Künstlichen Intelligenz gestärkt. Das brachte den Halbleiterwerten Rückenwind, auch wenn die Aktien von Micron in New York zuletzt unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten.
Der nachgebende Pharmasektor EU0009658723 wurde etwas von Sanofi FR0000120578 abgefedert: Die Papiere des französischen Konzerns stiegen um 0,6 Prozent. Die Ausweitung der Kooperation mit Regeneron Pharmaceuticals US75886F1075 signalisiere die Fortschritte unter dem neuen Konzernchef, schrieb Experte Michael Leuchten vom Analysehaus Jefferies. Die Aktien seien zudem attraktiv bewertet.
