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New York Schluss: Dow unter Druck - Inflationsdaten verpuffen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 22:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Unerwartet niedrige Inflationsdaten haben am Mittwoch die US-Börsen letztlich nur teilweise gestützt.

Zum Handelsende überwog wieder die Sorge, dass die im Zuge des Iran-Krieges aktuell steigenden Ölpreise die Teuerung anheizen könnten. Die konjunktursensiblen Technologiewerte retteten noch einen kleinen Teil ihrer Tagesgewinne ins Ziel, während die Standardwerte unter Druck gerieten.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 fiel am Ende um 0,86 Prozent auf 50.906,05 Punkte. Damit ergibt sich für den Leitindex auf Monatssicht erstmals nach fünf Anstiegen wieder ein Verlust, und zwar in Höhe von gut 4 Prozent. Zudem verzeichnete der Dow im dritten Quartal ein Minus von fast 3 Prozent - nach einem Plus von fast 13 Prozent im zweiten Jahresviertel.

Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gab am Mittwoch um 0,25 Prozent auf 7.651,54 Zähler nach. Für den Technologiewerte-Index Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 0,23 Prozent auf 30.408,50 Punkte aufwärts.

Der Preisindex PCE, ein von der Notenbank Fed bevorzugter Preisindikator, verharrte im August auf 3,4 Prozent, während Analysten einen Wert von 3,7 Prozent erwartet hatten. Der PCE-Index stellt die Preisentwicklung für private Haushalte dar und wird an den Finanzmärkten stark beachtet. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Die Inflationsdaten hatten am Markt kurzzeitig für eine Stimmungsaufhellung gesorgt, da sie den Druck auf die Währungshüter für eine weitere Leitzinsanhebung minderten.

"Der Kampf gegen die Inflation ist noch lange nicht vorbei, aber die heutigen Zahlen sind ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Bret Kenwell vom Handelshaus eToro. Ein deutlicher Rückgang der Ölpreise würde dazu beitragen, den Inflationsdruck zu mildern, doch im Moment liege der Fokus auf den steigenden Renditen von US-Staatsanleihen.

Unter den Einzelwerten sorgte HP Enterprise US42824C1099 (HPE) für Gesprächsstoff. Der Spezialist für IT-Infrastruktur, Cloud-Lösungen und Technologiedienstleistungen hatte einen 1,2 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag vom Chipriesen AMD US0079031078 erhalten. Die Aktien von HPE zogen im S&P 500 um 3,9 Prozent an, während AMD 0,7 Prozent gewannen.

Unter den schwächsten Werten im S&P 500 litten die Moderna-Titel US60770K1079 unter Gewinnmitnahmen nach dem höchsten Stand seit Dezember 2022 und knickten um 5,4 Prozent ein. Die US-Bank Citigroup stufte die Aktien ab und rät nun zum Verkauf. Der Optimismus wegen der Erfolge des Impfstoff-Spezialisten im Onkologiebereich sei inzwischen mehr als eingepreist, hieß es zur Begründung.

Die Anteilscheine von Boeing US0970231058 büßten anfängliche Gewinne ein und fielen letztlich um fast ein Prozent. Der kriselnde Flugzeugbauer hatte den milliardenschweren Zuschlag für den Bau des nächsten Kampfjet-Modells für die US-Marine bekommen. Er stach damit seinen Konkurrenten Northrop Grumman US6668071029 aus, dessen Aktien um mehr als vier Prozent sanken. Im vergangenen Jahr hatte Boeing bereits den Hersteller Lockheed Martin US5398301094 bei dem neuen F-47 für die US-Luftwaffe übertrumpft.

Im Halbleitersektor, der zuletzt mit dem Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) häufig im Fokus gestanden hatte, hielten sich die Bewegungen in Grenzen. Mit der Schlussglocke an den US-Börsen legte das Branchenmitglied Micron US5951121038 seine Zahlen vor und präsentierte eine überraschend positive Umsatzprognose. Die Aktien stiegen im nachbörslichen US-Handel dennoch nur um gut ein Prozent, nachdem sie das reguläre Geschäft prozentual unverändert beendet hatten./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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