Frankfurt Eröffnung: Dax schwächelt - Wochenfazit negativ
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 10:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSchwache Konjunktursignale aus dem Krisenland Frankreich verstärkten am Freitag eher noch die Sorgen der Anleger. Der Dax DE0008469008 knüpfte am Morgen mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 25.225 Punkte an seine Vortagsverluste an. Das Wochenminus weitete sich auf 1,6 Prozent aus. Der MDax DE0008467416 verlor am Freitag 0,2 Prozent auf 30.013 Zähler.
Anleger bleiben in Deckung ob der vielen Themen, die sie verunsichern. Neuerdings hinterfragen sie wieder kritisch, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom rentieren. Dabei spielen die gestiegenen Zinsen eine wichtige Rolle, während die Ölpreise zuletzt wieder für zusätzlichen Inflationsdruck sorgten. Anders als von Experten gedacht, wurden wichtige Einkaufsmanagerindizes in Frankreich unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten vermeldet. Das Land ist derzeit in Unruhe wegen eskalierender Protestbewegungen.
Nach oben steht der Dax immer noch unweit des Rekords und nach unten gerät seit einigen Tagen die 25.000-Punkte-Marke nicht mehr in Gefahr. Die Chartexperten von HSBC sehen den Leitindex dabei gefangen zwischen den besonders beliebten 50- und 200-Tage-Indikatorlinien. Sie sprechen von einem "Grad an Unentschlossenheit", sehen aber die Chance auf einen "Nährboden" für eine neue Trendbewegung, sofern die 200-Tage-Linie nachhaltig verteidigt wird.
Im Technologiesektor entwickeln sich europäische Werte unterdessen robust, die Aktien des Chipkonzerns Infineon DE0006231004 gehörten mit einem Prozent zu den Dax-Gewinnern. Nachdem der New Yorker Nasdaq 100 US6311011026 am Vorabend auf das tiefste Niveau seit Mitte September abgesackt war, zeichnet sich am Freitag auch bei dem US-Technologieindex zumindest eine Stabilisierung ab. In Asien hatten maßgebliche Börsen ihre Anfangsverluste reduziert oder teilweise sogar aufgeholt.
Einige Dax-Werte standen aber mit US-Vorgaben unter Druck. Dazu gehörten die zwei Prozent schwächeren Adidas DE000A1EWWW0-Anteile, die laut Händlern unter einem gesenkten Ausblick des US-Unternehmens Deckers Outdoor litten.
MTU DE000A0D9PT0 wurde mit einem Abschlag von 3,3 Prozent zum Index-Schlusslicht im Kielwasser durchwachsener Resultate des Wettbewerbers Safran FR0000073272.
Verbreitet waren aber auch Kursverluste im Autosektor, nachdem der von China kontrollierte schwedische Autobauer Volvo Cars SE0021628898 von einem desaströsen Quartal berichtete. Dessen Kurs brach in Stockholm um fast 30 Prozent ein. Bei Volkswagen DE0007664039, Mercedes-Benz DE0007100000 und der Porsche AG DE000PAG9113 reichten die Kursverluste von 0,8 bis 1,9 Prozent.
Positiver erging es wegen Branchenvorgaben Heidelberg Materials DE0006047004. Die Titel des Baustoffkonzerns legten 0,6 Prozent zu, nachdem der Schweizer Konkurrent Holcim CH0012214059 mit seinem Quartalsbericht zu überzeugen wusste. Der Beiersdorf DE0005200000-Kurs lag moderat im Plus nach einem starken dritten Quartal des Kosmetik-Konkurrenten L'Oreal FR0000120321.
Bei Sartorius DE0007165631 bekam die Vortagsrally kaum noch neuen Schub von einer Hochstufung auf "Outperform" durch die kanadische Bank RBC. Mit einem nur knappen Anstieg um 0,4 Prozent blieb der Kurs des Laborausrüsters klar unter dem höchsten Stand seit Januar 2025, der am Vortag nach vorgelegten Zahlen erreicht wurde.
Bei Atoss Software DE0005104400 entschieden sich die Anleger nach einer frühen Orientierungsphase mit fast vier Prozent Minus für die negative Richtung. Dem erhöhten Margenausblick stand gegenüber, dass der auf Personalmanagement spezialisierte Softwareanbieter den Gesamterlös nun eher am unteren Ende seiner Prognosespanne sieht.
