Frankfurt Eröffnung: Gewinne - Gleich mehrere Treiber
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 10:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLeicht nachgebende Ölpreise und Anleiherenditen, ein freundlicher Börsenschluss in den USA am Freitag und obendrein eine Entspannung im Handelsstreit zwischen der Europäischen Union und China stützten.
Im frühen Handel legte der deutsche Leitindex um 0,7 Prozent auf 25.252 Punkte zu und setzte sich damit noch etwas weiter nach oben von der 25.000-Punkte-Marke ab. Diese hatte er in der vergangenen Woche mehrfach unterschritten, am Freitag dann aber darüber geschlossen. Nun stellt der Bereich um 25.320 Punkte eine erste Hürde dar, denn dort verläuft aktuell die derzeit abwärts gerichtete 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert.
Der MDax DE0008467416 stieg um 0,3 Prozent auf 30.092 Punkte und auch der EuroStoxx 50 EU0009658145, der Leitindex der Euroregion, verbuchte Gewinne. Er stieg um 0,7 Prozent auf 6.217 Punkte.
"Die Entlastung bei den Energiepreisen ist für die Aktienmärkte derzeit mehr wert als manche gute Konjunkturzahl", sagte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets und verwies dabei auf die Inflation und auf die Notenbanken. "Für zusätzliche Unterstützung sorgt die Einigung zwischen Europa und China über Exportbeschränkungen für Hybridautos. Damit scheint eine weitere Eskalation des Handelskonflikts vorerst abgewendet. Besonders die europäischen Automobilwerte könnten davon profitieren."
Obendrein rückt die Berichtssaison in den Blick. Sie startet am Dienstag in den USA mit den Zahlen erster Großbanken. Stratege Mislav Matejka von JPMorgan rechnet damit, dass die Zahlenwerke die Märkte stützen dürften. Im Wochenverlauf stehen zudem Inflationsdaten aus den USA an. Diese sind für den Kurs der US-Notenbank wichtig.
Anleger blicken zudem auf die deutsche Politik, nachdem Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurückgetreten ist. Sie begründete den Schritt einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter. Sie brauche nun Zeit, die Trauer zu verarbeiten. "Diese möchte ich mir ausreichend nehmen", schrieb sie. Gleichzeitig seien aber auch öffentliche Angriffe auf sie, "leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners", in der persönlich schwierigen Zeit weiter forciert worden.
Unter den Einzelwerten im Dax legten angesichts der Neuigkeiten zur EU und China die Aktien von Volkswagen DE0007664039 nach der zuletzt kräftigen Kursschwäche um 1,4 Prozent zu. Im MDax gewannen die von Traton DE000TRAT0N7 0,5 Prozent. BMW DE0005190003 und Mercedes DE0007100000 stiegen um 0,7 Prozent.
China akzeptierte im Exportstreit über Hybridfahrzeugen die Drosselung der Ausfuhr, wie Freitagabend bekannt wurde. Die Absatzzahlen von VW DE0007664039 und Traton fielen unterdessen uneinheitlich aus. So steigerte die VW-Nutzfahrzeugholding Traton hat ihren Absatz im dritten Quartal spürbar, während sich der Absatzrückgang von Volkswagen erneut beschleunigte.
Die Aktien von Nordex DE000A0D6554 gewannen an der MDax-Spitze 3,6 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer erhielt im dritten Quartal deutlich mehr Bestellungen als im Jahr zuvor. "Es lagen zwar keine Konsensschätzungen vor, doch der Anstieg erscheint massiv, auch wenn entsprechende Hinweise bereits in den Meldungen zum Auftragseingang der vergangenen Monate enthalten waren", sagte ein Händler.
Dass Goldman Sachs die Aktie des Immobilienunternehmens Aroundtown LU1673108939 von "Neutral" auf "Sell" abgestuft hat, belastete diese Aktie mit 2,5 Prozent. Flatexdegiro DE000FTG1111-Aktien gaben um 1,0 Prozent nach. Hier belastete, dass die Deutsche Bank Research ihre "Buy"-Einstufung gestrichen hat.
Zudem gab es noch eine Neuigkeit seitens des Index-Anbieters Stoxx Ltd. Die Procredit DE0006223407 wird angesichts der inzwischen fast vollständigen Übernahme des IT-Dienstleisters Nagarro DE000A3H2200 durch den indischen Konzern Persistent INE262H01021 am Mittwoch in den SDax DE0009653386 aufgenommen. Nagarro scheiden aus. Procredit stiegen um 1,1 Prozent.

