Deutsche Anleihen: Kurs drehen ins Minus - Entspannung in Frankreich
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 17:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer richtungweisende Euro-Bund-Future DE0009652644 fiel am Dienstagnachmittag um 0,07 Prozent auf 120,92 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag wenig verändert bei 3,48 Prozent. Zunächst waren die Renditen noch merklich gesunken. Am Montag waren sie getrieben von Inflationssorgen bis auf 3,653 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2009 gestiegen.
In den anderen Ländern der Eurozone gingen die Renditen überwiegend zurück. Besonders deutlich war die Entspannung in Frankreich. Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, Vorsitzende des "Rassemblement National", schlug in einem Haushaltsplan vor, das Staatsdefizit bis 2032 unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu senken. Sie gilt derzeit als Favoritin für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Dies sorgte für etwas Beruhigung am Anleihemarkt.
Die wachsenden Staatsschulden und die politische Unsicherheit hatten in Frankreich zuletzt die Renditen stark steigen lassen. Am vergangenen Freitag war die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bis auf fast 5 Prozent geklettert. Am Dienstag fiel sie auf 4,77 Prozent zurück. Zeitweise war sie auf 4,70 Prozent gesunken.
Schwache Industriedaten aus Deutschland bewegten den Anleihemarkt kaum. Der Auftragseingang in der deutschen Industrie brach im August überraschend deutlich ein. Der zweistellige Rückgang im Monatsvergleich geht allerdings auf den Einbruch bei Großaufträgen unter anderem im Verteidigungsbereich zurück.
Die Daten aus dem August ändern daher nach Einschätzung des Union-Investment-Experten Michael Herzum wenig am Gesamtbild für den Sektor: "Die Auftragslage der deutschen Industrie hat sich seit Herbst 2025 deutlich verbessert."
