Anleihen, Französische

Deutsche Anleihen geben geringfügig nach - Französische Titel unter Druck

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Montag leicht nachgegeben.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future DE0009652644 fiel bis zum späten Vormittag um 0,05 Prozent auf 121,45 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe legte moderat zu auf 3,43 Prozent.

Bereits am Freitag hatte sich der deutsche Anleihenmarkt nach den jüngsten Turbulenzen etwas stabilisiert. Im Hintergrund schwelen weiter die Sorgen mit Blick auf eine ölpreisbedingte Inflation im Zuge des Iran-Kriegs.

Auch an den wichtigsten europäischen Anleihemärkten zogen die Renditen an. Dabei ragten vor allem die französischen Staatsanleihen mit deutlichen Kursverlusten hervor. Bei Massendemonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten mit rund einer halben Million Teilnehmern war es am Wochenende in mehreren Städten des Landes zu Gewalt und Plünderungen gekommen.

"Frankreich steht heute vor einer sozialen Krise, einer Einwanderungskrise, einer Energiekrise, einer Wirtschaftskrise und einer Haushaltskrise", sagte Louis-Vincent Gave, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter des makroökonomischen Analyse- und Finanzdienstleistungsunternehmens Gavekal Research. "All dies zu einer Zeit, in der der französische Präsident zwar im Amt, aber nicht an der Macht ist."

Die Staatsanleihen des hoch verschuldeten Frankreichs stünden aktuell unter Druck, schrieb Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Ihre Renditen seien in den vergangenen Wochen deutlich stärker gestiegen als die ihrer deutschen Pendants. Das lässt sich dem Experten zufolge dadurch rechtfertigen, dass Deutschlands Staatsschulden 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprächen, während Frankreich bei fast 120 Prozent liege - das Doppelte dessen, was der Maastricht-Vertrag höchstens erlaubt.

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de | DE0009652644 | ANLEIHEN | boerse | 70361293 |