Dax, Rheinmetall

Dax schließt bei 26.325 Punkten – Rheinmetall stürzt ab

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:48 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der deutsche Leitindex beendet den Handel trotz eines zwischenzeitlichen Rekordhochs im Minus. Die abgesenkte Prognose von Rheinmetall sorgt für den deutlichsten Kursverlust unter den Dax-Werten.

Rheinmetall belastet den Handelstag

  • Der Dax schloss am Donnerstag bei 26.325 Punkten und verlor 0,4 Prozent.
  • Zwischenzeitlich stieg der Index auf ein neues Allzeithoch und schwankte im Tagesverlauf zwischen 26.500 und 26.700 Punkten.
  • Rheinmetall verlor nach der gesenkten Prognose mehr als 16 Prozent und bildete das Schlusslicht der Kursliste.
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Dax schließt nach Rekordhoch im Minus

Der Dax hat am Donnerstag nachgegeben und den Xetra-Handel bei 26.325 Punkten beendet. Das entspricht einem Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss, während Rheinmetall nach einer gesenkten Prognose deutlich einbrach.

Index dreht am Nachmittag

Nach einem Start auf dem Niveau des Vortags bewegte sich der Dax im Tagesverlauf zwischen 26.500 und 26.700 Punkten. Zwischenzeitlich erreichte der Index ein neues Allzeithoch, bevor er am Nachmittag ins Minus drehte.

Anleger reagieren selektiv

Nach Einschätzung von CMC-Markets-Chefmarktanalyst Andreas Lipkow greifen Anleger bei zuletzt zurückgebliebenen Aktien wie Zalando zu. Zugleich hätten solide Quartalszahlen bei Deutscher Telekom, Commerzbank und DHL nicht automatisch für Kursgewinne gesorgt, weil ein Teil der positiven Entwicklung bereits eingepreist gewesen sei.

Rheinmetall verliert mehr als 16 Prozent

Auch die angekündigte Dividendenerhöhung und das Aktienrückkaufprogramm der Deutschen Telekom konnten den Kurs laut Lipkow nicht zusätzlich antreiben. Bei Rheinmetall fiel die Reaktion deutlich heftiger aus: Die gesenkte Prognose des Rüstungskonzerns wurde mit einem Kursverlust von mehr als 16 Prozent quittiert.

Industrieaufträge steigen um 4,4 Prozent

Unterstützung kam von den deutschen Konjunkturdaten. Die Auftragseingänge der Industrie stiegen um 4,4 Prozent und blieben damit nur knapp hinter den erwarteten 4,6 Prozent zurück.

Bis kurz vor Handelsschluss lagen Zalando, Bayer und BASF an der Spitze der Kursliste. Infineon und Rheinmetall bildeten das Schlusslicht.

Energiepreise legen weiter zu

Der Gaspreis für die Lieferung im Dezember stieg auf 90 Euro je Megawattstunde. Sollte dieses Niveau dauerhaft bestehen bleiben, entspräche das einem Verbraucherpreis von mindestens rund 14 bis 17 Cent je Kilowattstunde einschließlich Nebenkosten und Steuern.

Auch der Ölpreis legte zu: Ein Fass Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr 96,99 US-Dollar, 2,5 Prozent mehr als am vorherigen Handelsschluss. Der Euro gab gegenüber dem US-Dollar leicht nach und kostete 1,1224 US-Dollar.

Der Handelstag zeigt ein für hoch bewertete Aktien typisches Spannungsfeld: Der Dax markierte zunächst ein neues Allzeithoch, konnte das Niveau aber nicht halten. Am Ende überwogen Gewinnmitnahmen und eine selektivere Bewertung von Unternehmenszahlen. Positive Quartalsdaten reichen damit nicht automatisch für weitere Kursgewinne, wenn Anleger die Erwartungen bereits weitgehend vorweggenommen haben.

Besonders deutlich wurde dieser Mechanismus bei Rheinmetall. Der Konzern senkte seine Umsatzprognose für 2026 wegen Verzögerungen bei Auftragseingängen; das Unternehmen rechnet nun mit rund 13,2 Milliarden Euro Umsatz. Die Börse reagierte darauf mit einem Kursverlust von zeitweise mehr als 16 Prozent. Für Anleger liegt die Bedeutung weniger in der aktuellen Geschäftsentwicklung als in der Frage, ob sich das erwartete Wachstumstempo bei einem stark beachteten Rüstungswert verschiebt.

Konjunkturdaten als Gegengewicht

Die deutschen Industrieaufträge stiegen im Monat um 4,4 Prozent und lagen damit nur knapp unter den Erwartungen von 4,6 Prozent. Das stützt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft, kann die Belastung durch einzelne Unternehmensnachrichten und höhere Energiepreise aber nicht vollständig ausgleichen.

Der Anstieg von Gas- und Ölpreis erhöht zudem den Kostendruck für Unternehmen und Haushalte, falls er anhält. Für den Aktienmarkt bleibt damit entscheidend, ob sich die Konjunkturerholung verbreitert, während Anleger bei einzelnen Dax-Werten weiterhin hohe Maßstäbe anlegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Rheinmetall-Aktie bricht nach Gewinnwarnung komplett ein“ (05.11.2026)

Der Beitrag stellt die Verzögerungen bei Auftragseingängen und die gesenkte Umsatzprognose in den Mittelpunkt. Er bestätigt den starken Kursrückgang und ordnet ihn als unmittelbare Reaktion des Marktes auf die neue Prognose ein.

Tagesschau: „Rheinmetall senkt Umsatzziel um eine Milliarde Euro“ (05.11.2026)

Der Bericht hebt die Korrektur des Umsatzziels um eine Milliarde Euro hervor und beschreibt die negative Börsenreaktion. Anders als die Marktbetrachtung der dts-Meldung liegt der Schwerpunkt auf der Größenordnung der Prognoseanpassung.

Beide Beiträge bestätigen die Verbindung zwischen verzögerten Aufträgen, niedrigerem Umsatzziel und dem Kursrutsch. Offen bleibt, wann die verschobenen Aufträge wirksam werden und ob sich daraus weitere Anpassungen der Erwartungen ergeben.

Disclaimer...
de | boerse | 70465498 |