Aktien Europa: Leichte Verluste - Zurückhaltung prägt das Geschehen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Vor dem Treffen zwischen den USA und China halten sich die Anleger mit größeren Engagements zurück", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. "Der ruhige Handel zeigt, dass die Märkte derzeit weniger auf neue Positionen setzen und vielmehr auf politische Klarheit warten."
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor am Mittag 0,17 Prozent auf 6.313,54 Punkte. Außerhalb der Eurozone gewann der britischen FTSE 100 GB0001383545 0,12 Prozent auf 10.721,51 Punkte, während der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 auf der Stelle trat.
Angesichts der herrschenden Unsicherheiten gaben Konjunkturdaten dem Markt keine Impulse, obwohl sie besser als erwartet ausgefallen waren. Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sprach angesichts der Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone im September von überraschend guten Daten. "In Anbetracht der hohen Energiepreise war davon auszugehen, dass die Unternehmen weniger optimistisch in die Zukunft blicken", so Gitzel. "Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die Stimmung hellt sich sogar nochmals deutlich auf."
Die Veränderungen der Einzelsektoren bewegten sich im Nachkommabereich. Vorne lagen die Finanzdienstleister. Im Mittelpunkt stand dabei das Schwergewicht UBS CH0244767585, dessen Aktie um 0,6 Prozent anzog. Der Schweizer Ständerat hatte für systemrelevante Großbanken strengere Eigenmittel-Regeln beschlossen. Die Banken müssen Auslandstöchter künftig mit 90 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen. Die UBS und mehrere große Wirtschaftsverbände hätten den von der Mehrheit entworfenen, unterlegenen Kompromiss bevorzugt. Nun ist allerdings der Nationalrat am Zug.
Mit Roche CH0012032048 gab es auch zu einem anderen Schweizer Standardwert Nachrichten. Der Pharmakonzern hatte positive Studiendaten zum Wirkstoffkandidaten Sefaxersen vorgelegt. Wie schon am Vortag vermochten positive Forschungsdaten den Kurs aber nicht anzuschieben - der Wert tendierte nur wenig verändert.
Im ansonsten schwächelnden Technologiebereich fielen AMS-Osram AT0000A18XM4 mit neun Prozent Aufschlag auf. Die volatile Aktie regierte damit auf eine Studie von Jefferies. Das Haus hatte das Kursziel von 21 auf 25,50 Franken angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt.
Weniger gut kamen Neuigkeiten zu Diageo GB0002374006 an. Bei dem britischen Spirituosen- und Guinness-Hersteller war es erneut zu einem Wechsel in der Führungsetage gekommen. Die Managerin Joanne Wilson werde im Laufe des kommenden Jahres als neue Finanzchefin in die Konzernführung eintreten und dort Nik Jhangiani ablösen, hatte Diageo mitgeteilt. Der angekündigte Abschied des Finanzchefs sei negativ, schrieb Analyast Edward Mundy von Jefferies. Denn Jhangiani habe eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Unternehmensstrategie gespielt.
