Aktien Wien Schluss: ATX steigt um über ein Prozent
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 18:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer österreichische Leitindex ATX AT0000999982 schloss mit einem Plus von 1,01 Prozent bei 6.609,76 Punkten. Der ATX Prime legte um 0,94 Prozent auf 3.243,06 Zähler zu. Auch an anderen Börsen in Europa gab es Gewinne.
Im Fokus bleibt Handelswoche der Iran-Krieg. Im Ringen um eine Öffnung der für den weltweiten Öl- und Gastransport enorm wichtigen Straße von Hormus zeichnen sich weiterhin keine greifbaren Fortschritte ab. Nach Angaben eines Sprechers des iranischen Außenministeriums ist Teheran nach wie vor dabei, die Reaktion der USA auf einen Vorschlag der Islamischen Republik zu prüfen. Erst danach werde man über Mittelsleute Washington eine Antwort zukommen lassen. Hinzu kam am Wochenende die Eskalation des Konflikts zwischen der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien.
Im Verlauf drehte der Ölpreis ins Plus. Dabei wurde auf die jüngste Entwicklung im Krieg zwischen der Ukraine und Russland verwiesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die USA auf, Russland zur Einhaltung der von US-Präsident Donald Trump verkündeten begrenzten Energie-Waffenruhe anzuhalten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass man keine Waffenruhe, sondern "einen dauerhaften Frieden" suche. Man sei "in Kontakt", man werde die Öffentlichkeit informieren, "sobald es so weit ist".
Von Unternehmenszahlen kamen noch keine Impulse für den Aktienmarkt. Die Berichtssaison in Europa und in den USA läuft diese Woche langsam an. Allerdings fand der ATX von den Papieren von Lenzing eine kräftige Unterstützung. Nach deutlichen Kursverlusten in der Vorwoche ging es für die Werte des Faserkonzerns zum Wochenstart um 8,19 Prozent nach oben, wobei ihr Kurs im Tagesverlauf um bis zu 13,71 Prozent geklettert war.
Gesucht waren auch Banken- und Versicherungswerte. RBI stiegen um 2,78 Prozent. Bawag AT0000BAWAG2 und Erste Group AT0000652011 gewannen jeweils rund 1 Prozent. Die Aktien von Uniqa gewannen 3,13 Prozent. Zudem kletterten Palfinger AT0000758305 um 1,53 Prozent nach oben.
Im Prime Market gab es für Semperit AT0000785555 ein Plus von 4,84 Prozent. Der Gummi- und Kautschukkonzern aus Wien hatte seine Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr 2026 erhöht. Hintergrund sei ein besserer Geschäftsverlauf im dritten Quartal. Die Experten der Baader Bank beließen ihr Kursziel für die Semperit-Aktien dennoch bei 20,00 Euro und ihre Einstufung auf "Buy".
Die Analysten der Wiener Privatbank bestätigten ihre Empfehlung für die Aktien von Wienerberger AT0000831706 bei "Halten", kürzten aber ihr Kursziel ("fairer Wert") von 23,10 auf 16,40 Euro. "Das Marktumfeld dürfte kurz- bis mittelfristig herausfordernd bleiben, weshalb wir Kapazitätsanpassungen und temporäre Produktionsstilllegungen erwarten", schrieb Experte Nicolas Kneip. Angesichts des erhöhten Zinsniveaus sehe die Bank keine kurzfristige Erholung im Wohnungsneubau, während auch Renovierung und Infrastruktur unter dem Inflationsumfeld leiden dürften. Die Wienerberger-Aktien fielen um 0,45 Prozent auf 15,33 Euro.
Zu den wenigen ATX-Verlierern gehörten außerdem CA Immo (-0,71 Prozent) und Voestalpine AT0000937503 (-0,40 Prozent). Im Prime Market waren dies etwa die IT-Dienstleister Kapsch TrafficCom (-3,10 Prozent) und Austriacard (-1,92 Prozent).
