Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: ATX fängt sich zum Wochenschluss

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 18:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach den tiefroten Vortagen hat sich der Wiener Aktienmarkt am Freitag stabilisiert.

Zwar belastete die andauernde Schwäche einiger Bankwerte den Leitindex ATX AT0000999982 weiterhin etwas. Dem gegenüber standen fallende Ölpreise, während schwache US-Arbeitsmarktdaten die Zinssorgen am Markt etwas dämpften. Bei den Einzelwerten machten jedoch Lenzing mit einem herben Kursverlust auf sich aufmerksam.

Letztlich schloss der ATX 0,60 Prozent fester auf 6.718,25 Punkten. Der ATX Prime gewann 0,50 Prozent auf 3.295,49 Zähler. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls erholt.

Auf Wochensicht verbuchte der ATX einen deutlichen Verlust von 3,4 Prozent und damit die schwächste Wochenbilanz seit April. Während das noch am Montag erreichte Rekordhoch über 7.000 Punkten nun wieder ein Stück weit entfernt scheint, scheiterte am Berichtstag auch ein Rückeroberungsversuch der 50-Tage-Durchschnittslinie, womit sich auch das mittelfristige Chartbild etwas eingetrübt hat.

Aus Bewertungssicht in Bezug auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) würden die jüngsten Höchststände im Leitindex jedoch keinen Anlass zur Sorge liefern, schreiben die Analysten der Erste Group: "Mit einem erwarteten KGV von 12,1 liegt der Index nur leicht über seinem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre." Jedoch sehen die Experten bei den meisten der zuletzt gut gelaufenen Finanzwerten im ATX nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial, hieß es weiter.

Am Vortag hatte der Mix aus steigenden Ölpreisen und robusten US-Konjunkturdaten die Inflations- und Zinssorgen weiter angefacht und dadurch die Anleiherenditen weltweit in die Höhe getrieben. Marktbeobachter sprachen folglich von einer breiteren Risk-Off-Bewegung an den Märkten. Nun beruhigte sich die Lage am Anleihemarkt wieder etwas, mittelfristige französische Staatsanleihen blieben aber etwas unter Druck.

Etwas gestützt wurde der ATX vor dem Wochenende von der Kurserholung der Industriewerte und der Versicherer. Mit Abstand größte Gewinner waren jedoch Papiere von AT&S AT0000969985, die um 10,4 Prozent anzogen. Europaweit waren Aktien mit KI-Fantasie wieder gefragt. Dahinter zogen Do&Co AT0000818802 um drei Prozent an.

Bremsfaktor waren dagegen die schwer gewichteten Bankaktien, unter denen sich nach dem schwachen Vortag nur die Titel der Bawag AT0000BAWAG2 um 0,6 Prozent erholen konnten. Insbesondere Erste Group AT0000652011 fielen um weitere 1,7 Prozent.

Inzwischen befanden sich die Anteilsscheine der Lenzing AT0000644505 weiter im freien Fall. Die Papiere brachen um fast 30 Prozent auf 13,74 Euro ein, womit der Kurs den tiefsten Stand seit 2003 erreichte. Am Vortag hatte der Faserhersteller die Anleger mit dem deutlichen Abschlag beim Bezugspreis der im Sommer angekündigten Kapitalerhöhung auf dem falschen Fuß erwischt.

Zum Wochenausklang nahm nun die Bank Berenberg ihre erst vor wenigen Monaten ausgesprochene Kaufempfehlung für die Lenzing-Titel zurück. Die Privatbank war zuletzt das einzige Institut mit einer positiven Einschätzung zu der Aktie. Die bevorstehende Kapitalerhöhung lasse vermuten, dass Hauptaktionär Suzano eher eine abwartende Haltung einnehme, anstatt seine Beteiligung auszubauen, schrieb Analyst Sebastian Bray. Auch hätten sich die gestiegenen Rohstoffpreise für Baumwolle und Viskose nicht im erwarteten Umfang in den Ergebnissen des Faserherstellers widergespiegelt, bemängelte der Analyst. Da diese Argumente nun wegfielen, hält Bray eine Kaufempfehlung basierend auf Value-Argumenten im Umfeld steigender Zinsen für zu riskant.

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de | AT0000999982 | AKTIEN | boerse | 70216950 |