Aktien Frankfurt: Zu viele negative Faktoren - Dax rutscht unter 25.000 Punkte
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine Stabilisierung nach dem bereits schwachen Vortag schlug damit fehl. Hohe Anleiherenditen und hohe Ölpreise zählen weiter zu den größten Belastungsfaktoren am Aktienmarkt.
Ein Medienbericht über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran noch vor den Zwischenwahlen in den USA trieb die Ölpreise nach oben. Gleichzeitig sorgen sich die Anleger um Frankreichs Staatsdefizit.
Zuletzt verlor der Dax 0,87 Prozent auf 24.886 Punkte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten sank um 1,34 Prozent auf 29.710 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 büßte 0,8 Prozent ein.
"Solange weder bei den Energiepreisen noch bei den Anleiherenditen Entspannung eintritt, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben", schrieb Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Der Renditeabstand (Spread) zwischen 10-jährigen französischen Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen hat sich im Oktober 2026 angesichts der sich verschärfenden Schuldensituation in Frankreich vergrößert. Mark Haefele, Chief Investment Officer der globalen Vermögensverwaltung der UBS, sieht in der Ausweitung der Spreads aber keine Zeichen einer unmittelbar bevorstehenden Finanzierungskrise. Die investitionsgetriebene Nachfrage und die sich verbessernden Gewinne dürften dazu beitragen, dass europäische Aktien moderat höhere Renditen verkraften können.
Starke Quartalszahlen des koreanischen Tech-Schwergewichts Samsung KR7005930003 waren Anlegern am Donnerstag offenbar nicht gut genug. Im Techsektor hielt der Druck an. Halbleiter- und KI-Werte verzeichneten auch hierzulande weitere Verluste: Infineon DE0006231004 gaben etwa um fast 3 Prozent nach.
Im Automobilsektor waren Zulieferer auffällig schwach: Aumovio DE000AUM0V10 lagen im MDax hinten mit Verlusten von 7,5 Prozent. Der französische Zulieferer OPMobility FR0000124570 hatte seinen Jahresausblick gesenkt. Dies trübte die Stimmung für den gesamten Sektor ein. Eine Hochstufung von Bernstein Research für Continental nutzte den Papieren des Reifenherstellers vor diesem Hintergrund nichts, das Kursminus belief sich auf 2 Prozent.
Anschlussverkäufe zogen die Titel des Dialysedienstleisters Fresenius Medical Care (FMC) DE0005785802 weiter nach unten. Das Minus betrug 2,4 Prozent. Am Vortag hatte die Ankündigung eines Wechsels an der Konzernspitze den Kurs bereits erheblich belastet. Für die Anteile des FMC-Großaktionärs Fresenius DE000FRE5EN2 ging es am Donnerstag mit minus 3,6 Prozent auf den hinteren Dax-Plätzen noch stärker nach unten.
Eine Abstufung auf "Underperform" für Jungheinrich DE0006219934 durch die Bank of America führte bei den Papieren des Staplerherstellers zu Kurseinbußen von 5,8 Prozent.
Die Papiere des Zuckerherstellers Südzucker DE0007297004 rutschten nach der Vorlage detaillierter Quartalszahlen um 5 Prozent ab.
