Aktien Europa: Weitere Verluste - Zyklische Werte unter Druck
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 12:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDamit setzten sich die Abgaben vom Wochenbeginn fort. "Die Nervosität an den internationalen Aktienmärkten nimmt weiter zu und ausgerechnet die künstliche Intelligenz, die über Monate für steigende Kurse gesorgt hat, wird zunehmend zum Belastungsfaktor", stellte Marktanalyst Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets fest. Dabei sanken die Kurse zyklischer Werte stärker.
Gegen Mittag verlor der EuroStoxx 50 EU0009658145 0,87 Prozent auf 6.091,21 Punkte. Besser hielt sich der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894, der kaum verändert tendierte. Dagegen verlor der britische FTSE 100 GB0001383545 0,57 Prozent auf 10.703,49 Punkte.
Schwächster Sektor waren die Industriewerte. Auf ihnen lasteten die Verluste der Schwergewichte ABB CH0012221716 und Siemens DE0007236101, die über fünf Prozent und knapp vier Prozent einbüßten. Die Aktie des Schweizer Konzerns war nach Quartalszahlen unter Druck geraten. Zwar hatte ABB mit seinen Kennzahlen die Erwartungen übertroffen und die Ziele leicht nach oben angepasst. Händler verwiesen jedoch auf die derzeit schwache Stimmung im Sektor. Der Gewinn je Aktie von ABB sei zudem hinter den Erwartungen geblieben, hieß es von Berenberg.
Auch der Technologiesektor schwächelte. Hier belasteten die Abgaben der Halbleitertitel. So verloren Aktien von ASML NL0010273215 2,4 Prozent, auch andere Halbleiteraktien standen unter Druck. "Die Börsen müssen derzeit die Übertreibungen der vergangenen KI-Euphorie verdauen", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets an. "Auf den Rausch folgt jetzt der Kater, und die Ausnüchterungsphase könnte noch einige Handelstage andauern." Besser entwickelten sich hingegen die Aktien von SAP DE0007164600, die leicht zulegten.
Gefragt waren defensive Branchen. Sowohl Versorger, Nahrungsmittelwerte als auch Pharmatitel notierten im Plus. Roche CH1499059983 profitierten von einer Hochstufung durch Oddo auf "Outperform" und gewannen 1,8 Prozent.
