Umicore-Aktie setzt auf Mangan als Alternative zu LFP
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:33 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSUmicore setzt auf manganreiche Batterien
- Umicore positioniert lithium-manganreiche Materialien als Alternative zu Lithium-Eisenphosphat im Volumenmarkt für Elektrofahrzeuge.
- Die Strategie soll den Einsatz von Nickel und Kobalt senken und vorhandene Produktionsanlagen flexibler nutzbar machen.
- Die starke Konzentration der Manganraffination in China bleibt ein strategisches Versorgungsrisiko.
Umicore richtet den Blick stärker auf manganreiche Batteriematerialien. In einer am 21. Oktober 2026 veröffentlichten Unternehmensdarstellung beschreibt der belgische Konzern lithium-manganreiche, kurz LMR, Kathodenmaterialien als mögliche Alternative zu Lithium-Eisenphosphat-Batterien im Volumenmarkt für Elektrofahrzeuge. Der Umicore-Beitrag bildet die Grundlage der strategischen Einordnung.
LMR soll Kosten unter Druck senken
Nach Angaben des Unternehmens benötigt die LMR-Chemie weniger Nickel und Kobalt als herkömmliche NMC-Materialien. Zugleich soll sie eine mit NMC vergleichbare Energiedichte ermöglichen. Umicore stellt LMR damit als Ansatz dar, um den Kostenvorteil von Lithium-Eisenphosphat anzugreifen und zugleich Reichweite, Sicherheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Umicore hat eigene LMR-Kathodenmaterialien entwickelt und geschützt. Produziert werden können sie nach Unternehmensangaben an Standorten in Finnland und Polen. Ein Vorteil der Technologie liegt laut dem Konzern in der Nutzung derselben industriellen Basis: Materialien mit hohem Nickel- oder Mangananteil sollen in den bestehenden Fabriken gefertigt werden können. Damit könnte Umicore die Kapazitäten je nach Nachfrage zwischen verschiedenen Batteriechemien verschieben.
China bleibt Engpass bei Raffination
Die Versorgungskette bleibt allerdings ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Umicore zufolge liegen rund 90 Prozent der Raffineriekapazität für hochreines manganhaltiges Batteriesulfat in China. Das Erz selbst ist weltweit breiter verfügbar, doch die Weiterverarbeitung konzentriert sich stark auf einen einzelnen Standort. Für Anleger rückt damit neben der technischen Entwicklung auch die Frage in den Mittelpunkt, wie belastbar die Versorgung außerhalb Chinas ist.
Beim Recycling erwartet Umicore kurzfristig nur einen begrenzten Beitrag. Batterien, die in den kommenden zehn bis 15 Jahren in die Verwertung gelangen, dürften nach Einschätzung des Unternehmens noch mehr Kobalt und Nickel als Mangan enthalten. Der vergleichsweise niedrige Preis des Metalls schwächt zudem den Anreiz, Mangan zurückzugewinnen.
Strategie muss Nachfrage noch beweisen
Für die Umicore-Aktie ist die Manganstrategie vor allem ein technologischer und versorgungspolitischer Ansatz. Ein neuer Auftrag, eine konkrete Kapazitätszusage oder eine eigenständige Gewinnprognose ist mit der Veröffentlichung nicht verbunden. Entscheidend wird daher, ob Batteriehersteller LMR in größeren Stückzahlen übernehmen und Umicore seine flexible Produktion in Nachfrage und Ergebniswachstum übersetzen kann.
Der Realtime-Kurs der Umicore-Aktie lag am Mittwoch, 4. November 2026, um 12:30 Uhr bei Lang & Schwarz bei 18,77 Euro.
Umicore im Überblick
- Unternehmen: Umicore S.A.
- ISIN: BE0974320526
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 18,77 Euro am 4. November 2026, 12:30 Uhr
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