Solvay-Aktie: Q3-EBITDA sinkt, Viridis-Vertrag stärkt Seltene Erden
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 11:26 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSSolvay zwischen Ergebnisdruck und Wachstumsoption
- Das bereinigte EBITDA sank im dritten Quartal organisch um 26,6 Prozent auf 173 Millionen Euro.
- Der Chemiekonzern bestätigte die gesenkte Prognose für 2026 und hält an der Zwischendividende fest.
- Ein langfristiger Liefervertrag mit Viridis soll ab 2028 die Versorgung des Seltene-Erden-Geschäfts stärken.
Solvay hat in der Woche bis Samstag, 7. November, mit schwachen Quartalszahlen und einem neuen Liefervertrag für Seltene Erden zwei unterschiedliche Signale gesetzt. Der Realtime-Kurs der Solvay-Aktie lag am Samstag, 7. November 2026, um 11:23 Uhr bei Lang & Schwarz bei 24,35 Euro.
Quartal unter Belastung
Nach Angaben von Solvay erreichte der zugrunde liegende Umsatz im dritten Quartal 1,031 Milliarden Euro und sank organisch um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA fiel organisch um 26,6 Prozent auf 173 Millionen Euro. Die Marge lag bei 16,8 Prozent.
Solvay verwies auf einen Belastungsbeitrag von rund 25 Millionen Euro aus dem Konflikt im Nahen Osten. Zudem hatte der Konzern im Vorjahresquartal von rund 40 Millionen Euro aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten profitiert. Die schwache Entwicklung im Markt für Soda also belastete das operative Ergebnis zusätzlich.
Ausblick bleibt reduziert
Für 2026 bestätigte Solvay die im Oktober gesenkte Prognose. Das Unternehmen erwartet ein bereinigtes EBITDA zwischen 720 und 740 Millionen Euro sowie einen freien Cashflow zwischen 120 und 150 Millionen Euro nach Transformationskosten.
Der Verwaltungsrat beschloss zudem eine stabile Zwischendividende von 0,97 Euro brutto je Aktie. Die Zahlung soll am 20. Januar 2027 erfolgen. Damit bleibt die Ausschüttung trotz des Ergebnisdrucks auf dem Vorjahresniveau.
Seltene Erden als Wachstumsfeld
Am 5. November meldete Yahoo Finance einen langfristigen Abnahmevertrag zwischen Viridis und einer Solvay-Gesellschaft. Die Lieferungen aus dem Colossus-Projekt in Brasilien sollen mit dem Produktionsstart ab 2028 beginnen und bis Ende 2034 laufen. Solvay will damit die Versorgung seiner Anlage in La Rochelle stärken.
Für Anleger stehen damit kurzfristiger Margendruck und eine längerfristige strategische Option nebeneinander. Der Vertrag verändert die schwache Quartalsentwicklung nicht, kann aber die Position des Konzerns in der europäischen Lieferkette für kritische Rohstoffe stärken.
Das europäische Marktumfeld bleibt für die Einordnung von Industrie- und Chemiewerten relevant; aktuelle Marktberichte geben einen Überblick über die wichtigsten Impulse.
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Solvay S.A.
- ISIN: BE0003470755
- WKN: 856200
- Heimatbörse: Euronext Brussels
- Kurs: 24,35 Euro bei Lang & Schwarz am 7. November 2026 um 11:23 Uhr Berliner Zeit
