Solvay-Aktie: EBITDA sinkt im dritten Quartal um 26,6 Prozent
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 12:17 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSQuartalszahlen und Ausblick
- Solvay meldet im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang bei Umsatz, EBITDA und bereinigtem Nettogewinn.
- Der Chemiekonzern führt Belastungen durch den Nahostkonflikt und die Schwäche im Soda-asche-Markt an.
- Die Jahresziele bleiben trotz des operativen Drucks unverändert.
Solvay hat im dritten Quartal 2026 operativ deutlich nachgegeben. Die am Mittwoch, 4. November, veröffentlichte Solvay-Pressemitteilung nennt ein bereinigtes EBITDA von 173 Millionen Euro. Organisch lag der Wert damit 26,6 Prozent unter dem Vorjahresquartal.
Der Realtime-Kurs der Solvay-Aktie lag am Donnerstag, 5. November 2026, um 12:09 Uhr bei Lang & Schwarz bei 24,65 Euro, 4,18 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch, 4. November.
Belastungen drücken auf die Marge
Der zugrunde liegende Umsatz sank im dritten Quartal organisch um 3,3 Prozent auf 1,031 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge fiel von 22,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 16,8 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten ging von 90 Millionen auf 35 Millionen Euro zurück.
Solvay beziffert den negativen Einfluss des Konflikts im Nahen Osten auf das Quartals-EBITDA auf rund 25 Millionen Euro. Davon entfielen rund 15 Millionen Euro auf den vorübergehenden Stillstand des Peroxidwerks im saudischen Jubail. Zusätzlich belastet die anhaltende Schwäche im Soda-asche-Markt das Geschäft. Im Vorjahresquartal hatte zudem ein Erlös von rund 40 Millionen Euro aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten das Ergebnis gestützt.
Prognose bleibt unverändert
Für das Gesamtjahr erwartet Solvay weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 720 und 740 Millionen Euro. Der freie Cashflow für die fortgeführten Aktivitäten soll zwischen 120 und 150 Millionen Euro liegen, nach Transformationsaufwendungen von rund 90 Millionen Euro. Die Investitionen sollen unter 300 Millionen Euro bleiben.
Beim Kostenprogramm erzielte der Konzern im dritten Quartal weitere Einsparungen von 25 Millionen Euro. Seit dem Start summieren sich die strukturellen Einsparungen damit auf 283 Millionen Euro; Solvay sieht das Ziel von 300 Millionen Euro bis Ende 2026 auf Kurs.
Dividende und Seltene Erden
Der Verwaltungsrat bestätigte eine Brutto-Zwischendividende von 0,97 Euro je Aktie. Die Auszahlung ist für den 20. Januar 2027 vorgesehen. Solvay unterzeichnete außerdem eine langfristige Liefervereinbarung mit Viridis für strategische Rohstoffe zur Seltene-Erden-Produktion ab 2028. Gespräche mit OneIM über eine mögliche Partnerschaft für das Seltene-Erden-Geschäft dauern an.
Für Anleger stehen damit zwei gegenläufige Signale im Vordergrund: Der kurzfristige Ergebnisdruck bleibt hoch, während Kostenprogramm, Dividendenpolitik und strategische Projekte Stabilität geben. Der nächste zentrale Unternehmenstermin ist die Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2026 am 4. März 2027.
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Solvay im Überblick
- Unternehmen: Solvay S.A.
- ISIN: BE0003470755
- WKN: 856200
- Ticker: SOLB
- Heimatbörse: Euronext Brussels und Paris
- Kurs bei Lang & Schwarz: 24,65 Euro am 5. November 2026 um 12:09 Uhr
- Vergleich: 4,18 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs von 23,66 Euro am 4. November 2026
- Zwischendividende: 0,97 Euro brutto je Aktie, Auszahlung am 20. Januar 2027
