Suss ringt weiter mit Auslieferungsproblemen - Aktie kräftig im Minus
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(neu: aktueller Kurs)
GARCHING (dpa-AFX) - Der Halbleiterzulieferer Suss Microtec DE000A1K0235 kämpft weiter mit einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Komponenten und damit verbundenen Verschiebungen bei den Auslieferungen. Der Umsatz ging erneut kräftig zurück. Dank des KI-Booms und der weltweit sehr hohen Chipnachfrage konnte Suss aber wieder deutlich mehr Aufträge einsammeln. Der Orderbestand ist so hoch wie noch nie, wie das Unternehmen am Donnerstag in Garching mitteilte. An der Börse ging es für das Papier dennoch deutlich nach unten.
Damit setzte sich die seit Sommer anhaltende Korrektur fort. Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie geriet im Handelsverlauf immer stärker unter Druck. Am Nachmittag sorgte die Schwäche bei Halbleiterwerten weltweit für ein zweistelliges Minus. Der Suss-Kurs fiel um zwölf Prozent auf 43,58 Euro und damit den tiefsten Stand seit April. Die Aktie war im Juni im Zuge des KI-Booms an den Märkten bis auf fast 120 Euro geklettert.
Das Unternehmen war zu dem Zeitpunkt etwas mehr als 2,2 Milliarden Euro wert gewesen. Deshalb ist die Aktie seit Juni im MDax gelistet. Mit dem drastischen Kurssturz in den vergangenen Wochen und Monaten ist das Unternehmen nur noch rund 840 Millionen Euro wert und damit wieder ein heißer Index-Abstiegskandidat. Trotz der Verluste seit dem Rekordhoch ist das Papier im bisherigen Jahresverlauf allerdings noch rund zwölf Prozent im Plus.
Der Umsatz ging im dritten Quartal um fast ein Fünftel auf 97 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 72 Prozent auf rund 4 Millionen Euro ein. Umsatz und Ergebnis gingen damit stärker als erwartet zurück. Suss Microtec hatte Ende Oktober wegen der Probleme bei den Auslieferungen die 2026er-Prognosen für den Umsatz und die operative Marge gesenkt.
Der Auftragseingang habe sich mehr als verdreifacht. Er kletterte im Vergleich zum Vorjahreswert um 219 Prozent auf 223,5 Millionen Euro. Er habe damit weit über dem langjährigen Durchschnitt gelegen. "Zusammen mit dem Auftragseingang der ersten sechs Monate des Jahres summiert sich der Wert aller verbindlichen Bestellungen nach neun Monaten auf 633,5 Millionen Euro - ein in der Unternehmensgeschichte bisher einmaliger Wert."
