Rheinmetall-Aktie senkt Prognose trotz starkem Quartalswachstum
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:14 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSPrognose sinkt trotz Rekordzahlen
- Rheinmetall verschiebt wegen Projektverzögerungen Umsätze und senkt den Ausblick für 2026.
- In den ersten neun Monaten steigen Umsatz, operatives Ergebnis und Auftragsbestand deutlich.
- Das Unternehmen hält an einem profitablen Wachstumskurs und hohen Investitionen in neue Kapazitäten fest.
Rheinmetall hat am 5. November 2026 seine Jahresprognose wegen verzögerter Projekte angepasst. Wie der Düsseldorfer Rüstungskonzern in seinem Finanzbericht zum dritten Quartal mitteilte, soll der Konzernumsatz 2026 nun rund 13,2 Milliarden Euro erreichen. Zuvor hatte Rheinmetall 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Auslöser sind Verzögerungen im Arminius-Projekt der Bundeswehr. Das Vorhaben zur Modernisierung der Boxer-Panzerflotte befindet sich laut Rheinmetall in der finalen Verhandlungsphase und soll erst im kommenden Jahr beauftragt werden. Zusätzlich verschieben sich Umsätze, weil sich die Abnahme von Produktionslosen für Artilleriemunition verzögert.
Neunmonatsgeschäft bleibt dynamisch
Die Anpassung des Ausblicks steht einem kräftigen operativen Wachstum gegenüber. In den ersten neun Monaten 2026 stieg der Konzernumsatz um 38 Prozent auf 8,376 Milliarden Euro nach 6,057 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 68 Prozent auf 1,339 Milliarden Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 13,1 auf 16,0 Prozent.
Auch die langfristige Auftragsbasis wuchs. Die sogenannte Nomination, die neben dem klassischen Auftragseingang auch neue Rahmenverträge umfasst, lag mit 19,1 Milliarden Euro um 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Backlog einschließlich erwarteter Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen erreichte zum 30. September 78,0 Milliarden Euro nach 56,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf 3,15 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte auf 553 Millionen Euro zu, die operative Marge erreichte 17,5 Prozent. Bei der Nomination lag Rheinmetall mit 2,89 Milliarden Euro laut Unternehmen auf einem guten, wenn auch leicht niedrigeren Niveau.
Margenziel bleibt stabil
Rheinmetall erwartet trotz der Umsatzverschiebungen eine operative Ergebnismarge von rund 18,5 Prozent für 2026. Damit liegt das Ziel unter der bisherigen Erwartung von rund 19 Prozent, aber auf Höhe der Marge des Vorjahres. Das Unternehmen begründet die Anpassung mit einem veränderten Produktmix.
Vorstandschef Armin Papperger verwies auf das hohe Wachstum und die Profitabilität sowie auf die starke Nachfrage nach Rheinmetall-Systemen. Der Konzern baut seine Kapazitäten weiter aus und nahm zuletzt neue Werke in Großbritannien und im spanischen Albacete in Betrieb. Der operative Free Cashflow blieb in den ersten neun Monaten mit minus 1,698 Milliarden Euro negativ, was Rheinmetall vor allem mit Vorratsaufbau für das angestrebte Wachstum und der damit verbundenen Kapitalbindung erklärt.
Der Realtime-Kurs der Rheinmetall-Aktie lag am Freitag, 6. November 2026, um 12:07 Uhr bei Lang & Schwarz bei 804,40 Euro, 4,41 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 5. November.
Rheinmetall im Überblick
- Unternehmen: Rheinmetall AG
- ISIN: DE0007030009
- Handelsplatz: Lang & Schwarz
- Kurs: 804,40 Euro am 6. November 2026, 12:07 Uhr
- Veränderung: -4,41 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom 5. November 2026
- Xetra-Schlusskurs: 841,50 Euro am 5. November 2026
Im deutschen Aktienmarkt richtet sich der Blick zugleich auf die Entwicklung des DAX, in dem sich die Bewertung großer Industrie- und Rüstungswerte bewegt.
