Prosus, NL0013654783

Prosus-Aktie: Bank of America sieht Rückkäufe als Stütze

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 12:26 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Bank of America sieht Rückkäufe als wichtige Stütze für Prosus. Bei sinkendem Tempo rücken operative Fortschritte des Portfolios stärker in den Fokus.

Rückkäufe verlieren an Dynamik

  • Bank of America sieht im Rückkaufprogramm weiterhin eine wichtige Stütze für den Bewertungsabschlag von Prosus.
  • Bei einem nachlassenden Tempo rücken die Beteiligungen Just Eat Takeaway.com und iFood stärker in den Mittelpunkt.
  • Die Halbjahreszahlen sollen zeigen, ob operative Fortschritte die Bedeutung der Kapitalrückführung ergänzen können.
Prosus, NL0013654783, Illustration mit AI erstellt.

Die Rückkäufe bleiben ein zentraler Faktor für die Prosus-Aktie. Nach Einschätzung der Bank of America haben die seit Juni 2022 laufenden Käufe dazu beigetragen, den Abschlag der Beteiligungsholding auf den Wert ihrer börsennotierten Beteiligungen zu begrenzen. Die Einordnung veröffentlichte Finimize am Donnerstag, 5. November.

Rückkäufe stützen den Bewertungsabschlag

Prosus hat laut der Analyse seit Juni 2022 eigene Aktien im Umfang von 35,7 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Einschließlich der Käufe der Muttergesellschaft Naspers summiert sich das Volumen auf 49,6 Milliarden US-Dollar. Bank of America schätzt, dass Prosus damit rund 30,4 Prozent der ausstehenden Aktien und Naspers rund 27,8 Prozent der eigenen Aktien zurückgekauft hat.

Für eine Beteiligungsholding ist dieser Mechanismus besonders relevant: Werden Aktien unter dem Wert der zugrunde liegenden Beteiligungen zurückgekauft und anschließend eingezogen, verteilt sich der Anspruch auf das Portfolio auf weniger Aktien. Dadurch kann der Nettoinventarwert je Aktie steigen. Die Wirkung hängt jedoch vom weiteren Rückkauftempo, dem Kaufpreis und der Entwicklung der Beteiligungen ab.

Operative Zahlen werden wichtiger

Das Tempo hat zuletzt nachgelassen. Für die Woche vom 26. bis 30. Oktober bezifferte Bank of America die Rückkäufe auf rund 90 Millionen US-Dollar. Das lag unter dem bisherigen Wochenmittel von rund 157 Millionen US-Dollar seit Beginn des Programms. Ein weiter sinkender Umfang würde die stützende Wirkung der Käufe auf den Bewertungsabschlag abschwächen.

Damit steigt die Bedeutung der operativen Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen laut Finimize insbesondere Just Eat Takeaway.com und iFood. Bank of America sieht bei den Food-Delivery-Beteiligungen einen wesentlichen Prüfstein dafür, ob Prosus den Abschlag nicht nur über Kapitalrückführung, sondern auch durch Fortschritte im Portfolio verringern kann.

Der Realtime-Kurs der Prosus-Aktie lag am Freitag, 6. November, um 12:16 Uhr Berliner Zeit bei Lang & Schwarz bei 37,23 Euro, 2,10 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag, 5. November, von 38,03 Euro.

Für Anleger verschiebt sich damit der Fokus: Solange Prosus eigene Aktien zu einem Abschlag auf den Wert des Portfolios kauft, kann das Programm den je Aktie ausgewiesenen Anteil am Beteiligungsvermögen stützen. Lässt die Nachfrage nach eigenen Aktien nach, werden Geschäftsentwicklung, Bewertung und Kapitalallokation der Beteiligungen entscheidender. Die Halbjahreszahlen dürften deshalb neben den Rückkäufen auch Hinweise zur operativen Entwicklung von Just Eat Takeaway.com und iFood liefern.

Prosus N.V. im Überblick

  • Unternehmen: Prosus N.V.
  • ISIN: NL0013654783
  • Lang & Schwarz: 37,23 Euro am 6. November 2026 um 12:16 Uhr Berliner Zeit
  • Xetra-Schluss: 38,03 Euro am 5. November 2026
  • Tagesveränderung: minus 2,10 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss

Das Marktumfeld für niederländische Werte beobachten Anleger über die AEX-Marktberichte.

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