Paderborner, Brauerei

Paderborner Brauerei: Gibt es eine Entscheidung zur Zukunft?

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 06:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Wird die Paderborner Brauerei verkauft oder gehen bald die Lichter für immer aus? Die mehr als 100 Beschäftigten warten auf die Entscheidung des Warsteiner-Mutterkonzerns zur Zukunft des Betriebes.

Auf einer Mitarbeiterversammlung will der Chefmanager des Konzerns heute berichten, ob die Gespräche mit potenziellen Investoren abgeschlossen sind.

Die Versammlung in der Paderborner Brauerei sei am Donnerstagnachmittag mit Chefmanager Bodo-Joachim Wendenburg geplant, bestätigte eine Sprecherin des Konzerns. Zuvor hatte die "Neue Westfälische" darüber berichtet. Bis Ende Oktober waren Informationen des Konzerns zu dem Prozess erwartet worden. Der Konzern selbst hatte auch von einer Entscheidung im Herbst gesprochen.

Mehrere Szenarien

Wenige Wochen vor Weihnachten haben die Beschäftigten der Paderborner Brauerei bislang keine Klarheit, ob der Betrieb im neuen Jahr fortgeführt wird. Bei der Mitarbeiterversammlung gibt es jetzt drei Szenarien: Der Verkauf der Brauerei ist beschlossen, es steigt kein Investor ein und die Schließung steht fest oder die Investorengespräche dauern an und es gibt keine Entscheidung.

Heftige Kritik der Gewerkschaft

Im Mai hatte der Warsteiner-Konzern die Schließung seiner Brauerei in Herford im zweiten Halbjahr 2026 sowie die Trennung von der Paderborner Brauerei bekanntgegeben. Falls ein Verkauf der Brauerei in Paderborn nicht gelinge, solle der Betrieb dort zum Jahresende eingestellt werden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warf dem Management Wortbruch vor.

Die NGG hatte dann Ende Juli den Abschluss eines Sozialtarifvertrages für die 220 betroffenen Beschäftigte in Herford und Paderborn bekanntgegeben. So gebe es Abfindungen. Falls der Verkauf der Paderborner Brauerei scheitere, würden frühestens im November Kündigungen verschickt, hieß es damals.

Höhere Auslastung in Warstein

Der Familienkonzern um Warsteiner, der unter dem Namen der Gründerfamilie als Haus Cramer Gruppe agiert, kürzt mit der Trennung von diesen beiden Brauereien in Ostwestfalen-Lippe seine Kapazitäten um 30 Prozent. Die tiefen Einschnitte wurden mit dem sinkenden Bierkonsum in Deutschland begründet. Die Produktion der Biermarken Herforder und Paderborner wird nach Warstein verlagert. Damit werden die Anlagen an dem Stammsitz stärker ausgelastet.

Sanierer als neuer Konzernchef

Mit Wendenburg rückte im Juli ein Sanierer an die Spitze des Warsteiner-Mutterkonzerns. Vor wenigen Wochen gab er den Abbau von weiteren 125 Arbeitsplätzen bis Ende 2026 bekannt, der den Stammsitz Warstein betreffe.

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