MTU-Aktie: Umsatzprognose steigt, Gewinnziel bleibt stabil
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:56 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSMTU wächst mit Wartungsgeschäft
- Der bereinigte Umsatz stieg in den ersten neun Monaten 2026 um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro.
- MTU erwartet für 2026 nun 9,5 bis 9,7 Milliarden Euro Umsatz, während das bereinigte EBIT-Ziel unverändert bleibt.
- Das zivile Seriengeschäft wird wegen Lieferkettenengpässen schwächer erwartet als zuvor.
MTU Aero Engines hat nach den ersten neun Monaten 2026 die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Der Triebwerksbauer profitiert vor allem von der zivilen Instandhaltung und dem Ersatzteilgeschäft, während Lieferkettenprobleme das Neugeschäft bremsen. Die Zahlen veröffentlichte MTU am 29. Oktober; die aktuelle Einordnung stützt sich auf die Unternehmensmitteilung und eine Analyse von stock3.
Umsatz wächst zweistellig
Der bereinigte Umsatz legte in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 5 Prozent auf 1.042 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge sank zugleich von 15,9 auf 14,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn nach Steuern erhöhte sich um 4 Prozent auf 751 Millionen Euro.
Im dritten Quartal wuchs der Umsatz laut stock3 um 14 Prozent auf 2,42 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT stieg um 3 Prozent auf 349 Millionen Euro, blieb damit aber leicht hinter der genannten Analystenerwartung von 354 Millionen Euro zurück. Der Produktmix mit einem höheren Anteil von Serientriebwerken belastete die Marge.
Wartung bleibt Wachstumstreiber
Das Wachstum kommt vor allem aus der zivilen Instandhaltung. Deren Umsatz stieg laut stock3 um 19 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, während das Herstellergeschäft nur um 2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zulegte. Im Militärgeschäft erhöhte sich der Umsatz um 13 Prozent auf 472 Millionen Euro.
Der freie Cashflow erreichte nach neun Monaten 466 Millionen Euro und lag damit 67 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Cash-Conversion-Rate verbesserte sich auf 62 Prozent. MTU verwies zudem auf geringere Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit Inspektionen an Getriebefan-Triebwerken. Die Belastungen aus dem Pulvermetall-Thema sollen bis Ende 2026 abgewickelt sein.
Prognose wird nach oben eingeengt
Für 2026 erwartet MTU nun einen Umsatz von 9,5 bis 9,7 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Spanne bei 9,2 bis 9,7 Milliarden Euro gelegen. Als Gründe nannte Finanzvorständin Katja Garcia Vila die hohe Nachfrage und einen günstigeren US-Dollar-Wechselkurs.
Das bereinigte EBIT-Ziel bleibt bei 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro. Die Cash-Conversion-Rate soll nun am oberen Ende der Spanne von 55 bis 60 Prozent liegen. Für die zivile Instandhaltung und Ersatzteile erwartet MTU weiterhin kräftiges Wachstum. Das zivile Seriengeschäft soll dagegen nur noch im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen, nachdem zuvor ein Wachstum im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich erwartet worden war.
Aktie bleibt unter Beobachtung
Der Realtime-Kurs der MTU-Aktie lag am Dienstag, 3. November 2026, um 11:49 Uhr bei Lang & Schwarz bei 336,20 Euro, 2,52 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Montag, 2. November. Anleger richten den Blick neben der Margenentwicklung auf die weitere Erholung des Cashflows und den Abbau der GTF-Belastungen.
MTU Aero Engines im Überblick
- Unternehmen: MTU Aero Engines AG
- ISIN: DE000A0D9PT0
- WKN: A0D9PT
- Ticker: MTX
- L&S-Kurs: 336,20 Euro am 3. November 2026 um 11:49 Uhr
- Veränderung: 2,52 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom 2. November 2026
- Prognose 2026: Umsatz 9,5 bis 9,7 Milliarden Euro; bereinigtes EBIT 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro
Das Marktumfeld für deutsche Standardwerte bleibt für die weitere Kursentwicklung relevant; aktuelle Informationen bietet der DAX.
